Fortuna Imperatrix Mundi - Carmen buranum deutsch

Fortuna Imperatrix Mundi

O Fortuna, velut luna
statu variabilis
semper crescis aut decrescis;
vita detestabilis
nunc obdurat et tunc curat
ludo mentis aciem,
egestatem, potestatem,
dissolvit ut glaciem.

Sors immanis et inanis,
rota tu volubilis,
status malus, vana salus
semper dissolubilis,
obumbrata et velata
michi quoque niteris;
nunc per ludum dorsum nudum
fero tui sceleris.

Sors salutis et virtutis
michi nunc contraria
est affectus et defectus
semper in angaria.
Hac in hora sine mora
corde pulsum tangite;
quod per sortem sternit fortem,
mecum omnes plangite!

Es ist keine Übersetzung, sondern frei. Es ist aber auch keine Nachdichtung, denn ich habe zwar das Metrum versucht wiederzugeben, den Reim aber unterschlagen, den bekomme ich einfach nicht hin (der in der letzten Strophe ist mir eher aus Versehen passiert).

1. Die Glücksgöttin regiert die Welt

O Fortuna, wie der Vollmond
leuchtest du mir eine Nacht
und wirst täglich immer schmaler.
Meines Lotterlebens Gang
ist gar hart oft, doch er schenkt auch
leichten Sinn mir und Esprit,
läßt mich betteln, bringt dann Macht mir,
aber, ach, es schmilzt die Zeit.

Hauptgewinn und dürre Nieten:
Glücksrad, dreh dich immerzu,
gnädig fällt das Los auf Wohlstand,
Zufall schenkt mir Lebenskraft.
Beides bleibt nicht: Schatten fallen,
Schleier winden sich um mich,
halt zu einem üblen Reigen
meinen nackten Rücken hin.

Heute aber geht es gut mir,
habe Lebensmut und Kraft.
Ledig aller Plackereien,
pulst das Blut voll Leidenschaft.
Darum laßt uns davon singen,
was den Herzschlag schneller macht,
oder klagen, wie ein Starker
seinem Schicksal unterliegt.
 

Oben Unten