Fremde Federn - Sonett

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Walther

Mitglied
Fremde Federn

Ich mag mich nicht mit fremden Federn schmücken:
Das, was ich selber schreibe, soll genügen.
Ich protze nicht mit Sterbebettbezügen,
Auf denen andre betteten den Rücken

Samt klugem Kopf. Ich muss mich nicht betrügen,
Muss nicht so tun, als würd mir Gleiches glücken,
Als könnt ich mich in ihre Nähe rücken.
Und ganz gewiss muss ich mich nicht belügen.

Ich bleibe, was ich bin: ein kleiner Dichter.
Die Bühne bleibt den Großen vorbehalten,
Die heller strahlen als die kleinen Lichter.

Ich kann mich gut aus mir heraus gestalten –
Wer braucht gefakte Texte und Gesichter! –
Und lasse, was da ist, sich schön entfalten.
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Walther,
schönes, unaufdringliches Sonett - gefällt mir!
Habe nach einer Alternative für kleiner Dichter gesucht, da in der übernächsten Zeile noch einmal die kleinen Lichter auftauchen.
Hier eine Variante, von der ich nicht sicher bin, ob sie einträglich ist, aber enventuell ...

Ich bleibe, was ich bin: solider Dichter.

lg wüstenrose
 

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