Eugen van Anders
Mitglied
„Haste mal ne Schneide?“
„Klar“, sage ich und nehme mir selbst auch eine aus der Schachtel.
Zusammen mit drei weiteren Kollegen stehen wir vor dem Eingang unseres Consulting-Unternehmens. Etwas unbeholfen krempelt Paul, dem ich gerade die Klinge der Marke NSSV gereicht habe, den Ärmel hoch. Die Narben verlaufen vollkommen unstrukturiert seinen Unterarm entlang. Ein Blick auf meinen eigenen Arm verrät größere Sorgfalt; dort windet sich eine feine Narbe gleich einem Armreif um mein Handgelenk. Andreas und Sarahs Narben bilden das übliche Streifenmuster und Tanjas Handrücken wird von einem schiefen Herzchen geziert.
„Braucht noch einer?“ Die anderen verneinen. Andreas nutzt sowieso nur selbstgeschärfte Rohlinge von EastCut.
Ich presse die kühle Silberklinge auf meine Haut und führe sie gerade entlang der Narbe. Am Anfang verspüre ich einen stechenden Schmerz in meinem linken Arm, doch schon bald werde ich von einer wohligen Welle an Endorphinen in das Meer der Entspannung getaucht. Warmes Blut läuft unsere Arme herab und hinterlässt rote Flecken im grauen Schnee.
„Arschkalt ist das“, bemerkt Paul und setzt zum nächsten Schnitt an.
„Soll auch nicht besser werden die nächsten Tage.“
„Ach, von mir aus könnt ihr hier einschneien“, lacht Tanja, „in vier Tagen liege ich am Strand in der Karibik.“
Inzwischen zieht sich der Schnitt fast vollständig um mein Handgelenk.
„Ich bin ja sowieso der Meinung, dass sie uns wieder drinnen schneiden lassen sollten. Wenn man das richtig anstellt, saut man auch nicht alles voll. Ne, Paul?“, spricht Andreas aus, was wir alle denken. Beschämt starrt der Angesprochene auf seine blutüberströmte Hand.
Ich schnippe die Klinge auf den Boden und tupfe mir mit einem Taschentuch das Gelenk ab. Um Entzündungen vorzubeugen, sprüht Sarah sich eine alkoholische Lösung auf die frischen Wunden. „Wollt ihr auch?“
Die Flasche wird einmal im Kreis herumgereicht. Das Zeug brennt höllisch, aber das gehört nunmal dazu.
Über uns wird ein Fenster geöffnet und der Kopf vom Chef erscheint. „Genug Pause gemacht meine Herrschaften, und die Damen natürlich. Zurück an die Arbeit.“
„Klar“, sage ich und nehme mir selbst auch eine aus der Schachtel.
Zusammen mit drei weiteren Kollegen stehen wir vor dem Eingang unseres Consulting-Unternehmens. Etwas unbeholfen krempelt Paul, dem ich gerade die Klinge der Marke NSSV gereicht habe, den Ärmel hoch. Die Narben verlaufen vollkommen unstrukturiert seinen Unterarm entlang. Ein Blick auf meinen eigenen Arm verrät größere Sorgfalt; dort windet sich eine feine Narbe gleich einem Armreif um mein Handgelenk. Andreas und Sarahs Narben bilden das übliche Streifenmuster und Tanjas Handrücken wird von einem schiefen Herzchen geziert.
„Braucht noch einer?“ Die anderen verneinen. Andreas nutzt sowieso nur selbstgeschärfte Rohlinge von EastCut.
Ich presse die kühle Silberklinge auf meine Haut und führe sie gerade entlang der Narbe. Am Anfang verspüre ich einen stechenden Schmerz in meinem linken Arm, doch schon bald werde ich von einer wohligen Welle an Endorphinen in das Meer der Entspannung getaucht. Warmes Blut läuft unsere Arme herab und hinterlässt rote Flecken im grauen Schnee.
„Arschkalt ist das“, bemerkt Paul und setzt zum nächsten Schnitt an.
„Soll auch nicht besser werden die nächsten Tage.“
„Ach, von mir aus könnt ihr hier einschneien“, lacht Tanja, „in vier Tagen liege ich am Strand in der Karibik.“
Inzwischen zieht sich der Schnitt fast vollständig um mein Handgelenk.
„Ich bin ja sowieso der Meinung, dass sie uns wieder drinnen schneiden lassen sollten. Wenn man das richtig anstellt, saut man auch nicht alles voll. Ne, Paul?“, spricht Andreas aus, was wir alle denken. Beschämt starrt der Angesprochene auf seine blutüberströmte Hand.
Ich schnippe die Klinge auf den Boden und tupfe mir mit einem Taschentuch das Gelenk ab. Um Entzündungen vorzubeugen, sprüht Sarah sich eine alkoholische Lösung auf die frischen Wunden. „Wollt ihr auch?“
Die Flasche wird einmal im Kreis herumgereicht. Das Zeug brennt höllisch, aber das gehört nunmal dazu.
Über uns wird ein Fenster geöffnet und der Kopf vom Chef erscheint. „Genug Pause gemacht meine Herrschaften, und die Damen natürlich. Zurück an die Arbeit.“
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