Gaias Tanz

4,30 Stern(e) 4 Bewertungen

HerbertH

Mitglied
Gaias Tanz

Wenn Gaia singt, dann schwingt das Meer in Wellen.
Die Berge heben sich dem Himmel zu.
Die Luft erzittert heiß und dröhnt. Und Du
Verlierst den Stand an Niagarafällen.

Dem Bären gleich, der Lachse fischt an Wällen -
Mit Prankenhieben fängt er sie im Nu
Beim Sprung den Bach hinauf - schau ihm nur zu:
Ihm gleich teilt uns die Erde aus in Kellen.

Mit Keulen ficht der Weltball um sein Lehen.
Und zähneklappernd werden wir zu Lämmern,
Wenn Gaias Wehen bebend durch uns gehen.

Sie tanzt den Rock'n Roll im Endzeithämmern,
In Ragnarök, da wippen schon die Zehen,
Denn ihre Schläge dellen selbst das Dämmern.






Walther, Du hast sie laut herbeigerufen. Und sie kam mit Macht! :)
 

HerbertH

Mitglied
Vorbeugung wegen der Kelle

Um Missverständnissen, die in einem anderen Forum aufgetaucht sind vorzubeugen:

s2z4 spielt natürlich auf "mit grober Kelle austeilen" an, vgl. z.B.
http://www.potemkin-zeitschrift.de/2012/...urer-teilt-aus/
oder
http://www.sz-online.de/nachrichten/lied...rz-2090426.html

Wir sind nicht Fische in der Suppenkelle, sondern Menschen, denen Gaia mit der Kelle einen austeilt.

Eine interessante weitere Bedeutung findet Ihr auch unter
https://www.scandtrack.com/deutsch,ott,d...sp,deutsch.html
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Das Problem liegt in "Ihm gleich" - das führt zur Interpretation, der Mensch sei in der Kelle und würde ausgeteilt. Dem Bären gleich ist die Erde.
 

HerbertH

Mitglied
Hallo Bernd,

eigentlich sind die Bezüge eindeutig ...

Wäre

Die Erde teilt uns aus - ihm gleich - die Kellen

besser verständlich? Oder würde schon "die Kellen" statt "in Kellen" allein reichen?

Liebe Grüße

Herbert
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo, Herbert, es liegt an den Parallelstrukturen.
Der Bär fängt Lachse.
Die Erde teilt aus in Kellen.

"Die Kellen" würde vielleicht reichen.
Dann stimmt die Beziehung, allerdings zu Lasten des Duktus.

Auch aus Kellen - aber das ist durch das andere "aus" blockiert.
 

HerbertH

Mitglied
Gaias Tanz

Wenn Gaia singt, dann schwingt das Meer in Wellen.
Die Berge heben sich dem Himmel zu.
Die Luft erzittert heiß und dröhnt. Und Du
Verlierst den Stand an Niagarafällen.

Dem Bären gleich, der Lachse fischt an Wällen -
Mit Prankenhieben fängt er sie im Nu
Beim Sprung den Bach hinauf - schau ihm nur zu.
Ihm gleich: die Erde teilt uns harte Kellen.

Mit Keulen ficht der Weltball um sein Lehen.
Und zähneklappernd werden wir zu Lämmern,
Wenn Gaias Wehen bebend durch uns gehen.

Sie tanzt den Rock'n Roll im Endzeithämmern,
In Ragnarök, da wippen schon die Zehen,
Denn ihre Schläge dellen selbst das Dämmern.






Walther, Du hast sie laut herbeigerufen. Und sie kam mit Macht! :)
 

HerbertH

Mitglied
Gaias Tanz

Wenn Gaia singt, dann schwingt das Meer in Wellen.
Die Berge heben sich dem Himmel zu.
Die Luft erzittert heiß und dröhnt. Und Du
Verlierst den Stand an Niagarafällen.

Dem Bären gleich, der Lachse fischt an Wällen -
Mit Prankenhieben fängt er sie im Nu
Beim Sprung den Bach hinauf - schau ihm nur zu.
Ihm gleich: die Erde teilt uns harte Kellen.

Mit Keulen ficht der Weltball um sein Lehen.
Und zähneklappernd werden wir zu Lämmern,
Wenn Gaias Wehen bebend durch uns gehen.

Sie tanzt den Rock'n Roll im Endzeithämmern,
In Ragnarök, da wippen schon die Zehen,
Denn ihre Schläge dellen selbst das Dämmern.






Walther, Du hast sie laut herbeigerufen. Und sie kam mit Macht! :)


Rezitation: mp3/113947_clip010.mp3
 
O

orlando

Gast
Lieber Herbert,
ich komme mit meiner kritischen Anmerkung etwas spät, weil es das Gedicht bereits vertont gibt.
Gleichwohl: Das zweite Qartett würde ich nochmal komplett überarbeiten, es minimiert in meinen Augen die sehr gute Qualität des Resttextes:

Gaias Tanz

Wenn Gaia singt, dann schwingt das Meer in Wellen.
Die Berge heben sich dem Himmel zu.
Die Luft erzittert heiß und dröhnt. Und Du
Verlierst den Stand an Niagarafällen.

Dem Bären gleich, der Lachse fischt an Wällen -
Mit Prankenhieben fängt er sie im Nu
Beim Sprung den Bach hinauf - schau ihm nur zu.
Ihm gleich: die Erde teilt uns harte Kellen.


Ein Bärenlied, das Lachse lockt an Wällen -
....
....
....
Die Sache mit den Kellen finde ich besonders problematisch, weil allzu deutlich dem Reim geschuldet.
Es gibt doch noch "gellen", "zerschellen" u. v. m.
Ich warte deshalb wertetechnisch noch ein wenig ab.

Das zweite Terzett ist super! Erinnert an Rammstein, meine Lieblingscombo.

LG, orlando
 

HerbertH

Mitglied
Liebe orlando,

ehrlich gesagt geht es hier in erster Linie um den Bären als Metapher für Gaia selbst. Ich stelle mir vor, dass ein Erdbeben oder Vulkanausbruch uns Schläge versetzt. Wenn man gesehen hat, wie der Bär den Lachsen Kellen austeilt, dann ist das ein sehr beeindruckendes Bild.

Neben der letzten Strophe ist für dieses Bild das Highlight des Gedichtes.

Wenn man bei Kellen allerdings nur an Suppenlöffel denkt, hat man eine große Chance, nichts mit dem Bild anfangen zu können.

Aber das ist für mich kein Grund, das Bild zu ändern.

Liebe Grüße

Herbert
 

Oben Unten