Gedanken zur Leselupe

4,00 Stern(e) 8 Bewertungen
Als ich einst das schöne Forum
namens Leselupe fand,
traf ich dort auf viele Menschen,
die die Lust am Schreiben band.

Und so finden die Gedanken
vieler Menschen vom Papier
ihren Weg ins Leselüpchen.
Ja, auch ich schreib meine hier.

Denn wer schreibt, hat was zu sagen,
wünscht sich, dass es jemand hört,
Lob und Zuspruch erntet. Tadel
tönt, wenn Sinn und Metrik stört.

Dieses Forum lebt alleine,
wenn man andere beschenkt
und beschenkt wird, doch nicht eitel
nur ans eigne Ego denkt.

Wer zu Lasten andrer Menschen
lästert, spottet und sich sonnt,
sägt am Stamm der Leselupe
und hat letztlich nichts gekonnt.​
 
N

no-name

Gast
Ach Steffen,

wie wahr, wie wahr...

Du hast auf gewohnt amüsante Art Deine Kritk am hier (leider) oft vorherrschenden Umgangston in der Leselupe formuliert. Deine Verse regen hoffentlich viele Lupianer zum Nachdenken an. Bei mir wirkt es schon! ;-))
Mir gefällt es, wie Du - garniert mit einer Prise Ironie und einer Messerspitze Sarkasmus - Deine Kritk formulierst.

Meine ersten Gehversuche hier in der Lupe hast Du ja sozusagen "virtuell kurz begleitet", wofür ich Dir an dieser Stelle nocheinmal herzlich "Dankeschön" sagen möchte.
Ich bin mir jetzt - nicht zuletzt dank Deines Feedbacks - ganz sicher, dass mir Lyrik leider nicht so liegt, wie Prosatexte. ;-)

Liebe Grüße von no-name.
 

Schorsch

Mitglied
Zufriedener Leser

Lieber Lachmalwieder,

deine Texte sind sympathisch, auch dieser, auch am Inhalt habe ich nichts zu meckern, da auch ich in dieser Hinsicht empfindlich bin. Nur der Ausdruck 'am Stamm der Leselupe' stört mich ein wenig, das Bild wirkt irgendwie falsch, 'am Stab der Lupe? Am Licht der Lupe? Mir fällt nicht gleich passenderes ein. Vielleicht findest Du eine bessere Lösung.
 
Hallo ihr beiden,
zunächst danke ich für die Kommentar.
@ die namenhaft Namenlose:)
Ich bin etwas überrascht, weil ich bewußt versucht habe, auf allen Schalk zu verzichten. Nun fürchte ich, dass ich die Fähigkeit verloren habe, einen ernsthaften Text zu schreiben. Dabei habe ich mir wirklich Mühe gegeben, das hinzubekommen.

@Schorsch: Das Wort "Stamm" habe ich ganz bewußt gewählt. Es gibt doch das geflügelte Wort, am Ast sägen, auf dem man sitzt. Die Leselupe ist wie ein Baum mit vielen Ästen. Auf jedem Ast sitzt ein Lupianer. Wer permanent untem am Stamm sägt, bringt letztlich den Baum zu Fall. Gleichzeitig ist der "Stamm" auch doppeldeutig. Die LL - Mitglieder sind sozusagen der Stamm (ähnlich Kundenstamm) der LL. Wenn die Mitglieder gehen, weil sie frustriert sind, dann leidet der Stamm! Ich wollte mich mal an lyrischen Bildern versuchen ;)
VG und danke an euch beide sagt
Steffen
 
P

Prosaiker

Gast
Denn wer schreibt, hat was zu sagen
na, da ist aber jemand optimistisch!
viele, die meisten: haben im grunde nur sich selbst etwas zu sagen; beherrschen das abc und glauben deswegen, schreiben zu können; buchstabisieren 50mal dasselbe kalendersprüchchen; endlos ließe sich diese liste weiterführen.
was mich erstaunt: es sind hauptsächlich neue user, die beklagen, was du beklagst, die unglaublich hohe erwartungen haben wenn es um kritik zu ihren texten geht. in der letzten strophe charakterisierst du die personen, von denen du sprichst, noch einmal genau. und mir fällt nicht ein einziger ein, auf den das zutreffen würde, auch nicht auf rustikalere gesellen, wie sie natürlich auch hier zu finden sind.

manchmal hab ich angst, dass man so eine heile blümchenwelt herbeikonstruieren will, weil wir sind ja alle schreiberlinge und sollten zusammenhalten und so.
irgendwie wird da immer übersehen, dass wir zunächst alle menschen sind.
meine gedanken zu deinen gedanken zur leselupe.
vg,
Prosa.
 
B

bonanza

Gast
nett.
nett gedichtet. nette aussage.
wahrscheinlich von einem netten dichter.

bon.
 
N

no-name

Gast
Also Bonanza,

nimm es mir nicht übel, aber das ist ja eine wahrhaft gehaltvolle Aussage von Dir zu Lachmalwieders Text...


Lieber Prosiker,

auch Deiner Kritik kann ich nicht folgen. Nach meinen Erfahrungen sind es jedenfalls nicht die ganz jungen LL-Mitglieder, die sich über den rauhen Umgangston beklagen, aber das mag davon abhängen, in welchem Foren man bevorzugt liest bzw. Texte einstellt. Nach meiner Erfahrung verschwinden die LL-Frischlinge, die böse und oft auch persönlich verletzende Kommentare auf ihre Werke bekommen haben, einfach sang- und klanglos wieder.
Ich bin bestimmt jemand, der austeilen kann und mir ist schon bewußt, dass man dann auch einstecken muss. Was Lachmalwieder aber hier in Reimform kritisiert, ist doch wohl eher der Ton, der in den Kommentaren teilweise herrscht und nicht die kritischen Kommentare an sich. Auf die möchte ich z.B. nicht verzichten!

Grüße von no-name.
 
P

Prosaiker

Gast
ich sehe nicht, dass es hier nur um den ton geht, noname.

"Tadel tönt" - allein den tadel tönen zu lassen - hier wird 'kritik' in 'tadel' verwandelt und 'sagen' bzw 'äußern' in 'tönen'. dazu die vierte strophe.

um bei der tonlage zu bleiben: was für den einen eine deutliche und klare aussage, ist für den andern eine unmittelbare attacke auf die eigene persönlichkeit. gewisse nerven sollte man mitbringen, wenn man seine texte veröffentlicht. den meisten schmeckt nur honig. ich sehe die autoren in der leselupe, die sich um weiterentwicklung und verbesserung ihres charakteristischen stils bemühen, deutlich in der minderzahl. die andern setzen ihre immergleichen strophen ein und hoffen auf 8er und liebliche kommentare à la "das gefällt mir, das ist so schön".

es ist der tonfall dieses gedichtes von Lachmalwieder, dieses beinah pathetische, dieses beinah wehleidig-schulmeisterliche, dieses alles, was ich so nicht von ihm kenne & was bei mir den eindruck fördert, es ginge nur ums lob-abholen. das hier ist mir zu ernst, zu witzlos, zu uncharmant. auf zeigefinger kann ich als leser dankend verzichten.
natürlich weiß ich, dass Lachmalwieder keineswegs kritikunfähig ist. das gedicht aber zeichnet ein mir unangenehmes bild.
vg,
Prosa.
 
Hallo Prosa,
wir sind doch gar nicht weit auseinander. Um es möglichst kurz zu erklären: Für mich bilden dieses und das "Ich bin ein Sensibelchen"-Gedicht eine Einheit, weil sie beide Aspekte beeinhalten.
Einerseits muß man kritikfähig sein und derjenige, der sich entwickeln möchte, wird sich sogar über die Kritik freuen, weil sie ihn voranbringt. Und wenn man bissl was abkann, nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage legt (das ist der Sinn des Sensibelchengedichts), dann funktioniert es.
Die andere Seite (dieses Gedicht) betrachtet den Aspekt, WIE Kritik geübt wird. Was ich sagen will, das geht manchmal für mich über das hinaus, was ich unter "nicht auf die Goldwaage legen" verstehe. Ich denke nicht, dass es nötig ist, persönlich zu beleidigen etc. Ich werde natürlich hier keine konkreten Beispiele geben, weil ich auch nicht den Zeigefinger heben wollte und will. Aber einen Eindruck von dem, was ich meine, möchte ich vermitteln (von dir vorhin geschrieben:
...beherrschen das abc und glauben deswegen, schreiben zu können...
Wenn du das jemandem in einen Kommentar schreiben würdest, wäre es beleidigend. Nicht beleidigend ist zu sagen, ich finde das Gedicht schlecht, weil der Sinn, die Metrik..... nicht stimmt, oder noch besser; Vorschläge machen. Wenn das dann jemand nicht abkann, nun dann lässt es sich nicht ändern.
OK?
Übrigens: Die Interpretation des Wortes "tönen" - das legst du zu sehr auf die Goldwaage ;)
Also zusammengefasst:
Gute konstruktive, hilfreiche Kritik - Super! Haken dahinter! (der Tadel war der Metrik geschuldet ;)
"Hach ist das schön - Forum": - kann ich drauf verzichten!
Nett: Bin ich oft und gern, aber nicht immer - war garstig genug bei der Kakerlake...
Lob abholen? Nö! Warum? Ich wollte was sagen.
Ohne Witz? Ja, beabsichtigt - danke für das Lob ;) Dafür ist mir das Thema zu ernsthaft.
Ich teile die Befürchtung von no-name, dass durch zu grobe Wortwahl und teilweise persönliche Angriffe mancher die Segel streicht, obwohl er lernen wollte (und vielleicht tatsächlich nicht gut war). Aber hat er deswegen keine Berechtigung, in der LL zu sein? Entweder ist jemand kritikunfähig (auch konstruktiver gegenüber)- dann stellt man das fest und lässt ihn eben. Oder er nimmt sie an und wird besser (oder auch nicht) - aber er wird gehen, wenn er niedergewalzt wird. Ausserdem: unter "Schreiberlingen" sollte es doch möglich sein, sich gewählt auszudrücken - da ist ein weiter weg bis zum Schmusen oder Kuscheln und Blümchen schmeissen.... Im Zweifelsfall sagst du eben nix.
VG Steffen
 


Oben Unten