Gedicht vom Traumberuf (W)

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Anonym

Gast
Schriftsteller/in werden

lese ich fett –
und denk mir: ja, das wäre nett!
Denn meine Gabe ist das Schreiben:
die Worte auseinander treiben,
gewichten, formen, neu verflechten
in langen, kreativen Nächten.
Wohl dem, der‘s ABC erschuf,
das Schreiben wird mein Traumberuf!

Spricht das Orakel: „Lass es bleiben!
Es ist ein hartes Brot, das Schreiben:
Man sucht dabei und findet auch
den Gipfel – namens Schall und Rauch
und opfert seine beste Zeit
dem Schattengott der Textarbeit.
Du bist alsbald ein reicher Mann
an Falten – schau dir Beckett an.“

Zur dritten Strophe spring ich schnell,
denn mein Gedicht ist prinzipiell
im Dreitonmodus konzipiert,
weshalb der Inhalt variiert:
auf gut&gern folgt angst&bang
es mündet in den Abgesang:
und eh wir Abend haben,
hab ich den Traum begraben.
 

FrankK

Mitglied
Hallo, "A"
Ja, ja, es ist ein Kreuz mit der Schriftstellerei. Das hast Du gut eingefangen.

Ohne das ich eine große Ahnung vom Versmaß hätte - die letzten beiden Zeilen sind für mein Gefühl deutlich aus dem Rhythmus geraten.

Es klänge in dieser Variante etwas gleichmäßiger (glaube ich):
"und ehe wir den Abend haben,
hab ich meinen Traum begraben."



Vielleicht hilft`s. ;)


Grüßend
Frank
 

Tula

Mitglied
Hallo

Nicht doch. Die letzten beiden Zeilen stehen als Fazit und als der erwähnte Abgesang; sie haben absichtlich eine Hebung weniger.
Das Gedicht ist witzig und gelungen. Sehr gern gelesen

LG
Tula
 

Anonym

Gast
Hallo Frank, Hallo Tula,
danke für eure Rückmeldungen!
Ja, der Schluss ist so gewollt, das kurz&knapp der beiden letzten Zeilen mag ein wenig an das Zuschlagen einer Tür erinnern, so nach dem Motto: habe fertig mit Thema!

es grüßt A.
 

molly

Mitglied
Herzlichen Glückwunsch! Doch wer steckt hinter Anonymus?

Ich wüsste das gern. Dein Gedicht hat mir sehr gut gefallen.

Viele Grüße

molly
 

Anonym

Gast
Hallo molly,
danke für die freundlichen Worte!
Ich bilde mir ein, ich hätte zu Beginn des Wettbewerbs irgendwo gelesen, dass es sowieso so gedacht ist, dass nach Wettbewerbsende die Anonymität sämtlicher Teilnehmer/innen aufgehoben wird. Habe ich das nur geträumt? Denn tatsächlich finde ich das nirgends geschrieben.
Wie dem auch sei: Das schüchterne wüstenröschen hat den Text verbrochen. Freut mich, dass das Gedicht hie und da Anklang findet.
Und an dieser Stelle auch ein Dankeschön an den Spender des Preisgeldes - das Mitmachen hat Spaß gemacht!

Frohes Fest und liebe Grüße
 

molly

Mitglied
ach, wüstenröschen, hat mir einfach sehr gut gefallen. Lass Dich doch versetzen ins Gereimte, warum sollen denn die andern nicht wissen, wer die Preisträger sind?

Viele Grüße

molly
 

Tula

Mitglied
Hallo nochmal
Auch hier nochmals Glückwunsch und der gute Rat, nicht dem Orakel zu folgen, weil dieses ja ohnehin nichts von und gerade diesem Spaß versteht. In diesem Sinne

LG
Tula
 

Anonym

Gast
danke allerseits!

molly, nun kommt es doch noch ins "Gereimte" - allerdings habe ich hierfür Strophe 3 komplett neu gestaltet. So ergibt sich, losgelöst vom Wettbewerb, ein etwas anderer Schwerpunkt.

einen guten Rutsch wünscht
wüstenrose
 

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