Geisterspiele an der ScheinBAR!

Hagen

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Geisterspiele an der ScheinBAR!

„Seit geraumer Zeit geistert die Frage durch die Medienlandschaft, ob es nun, während der Corona-Pandemie, 'Gespensterspiele' Pardon 'Geisterspiele' beim Fußball geben sollte oder nicht“, eröffnete die Wunderbare Ulrike das Gespräch, nachdem sie auf den Barhocker gestiegen war. „Hast du vielleicht mal wieder einen neuen Cocktail kreiert, den ich teste sollte?“

„Unbedingt! – Als ich heute Nacht nicht schlafen konnte, habe ich in aller Ruhe einen Cocktail kreiert und gleich getestet …“

„Deshalb hast du nach Alkohol gerochen, als du zu mir ins Bett kamst.“

„Ja, tut mir leid, aber ich wollte den Cocktail zunächst mit Cointreau zubereiten, aber dann fiel mir ein, dass du allzu süße Cocktails nicht so gerne magst. Also bin ich auf Ramazzotti umgestiegen, der ist nicht so süß.“

„Und du musstest beide gleich testen … Dann möchte ich den auch gerne mal probieren!“

„Aber gerne, Wunderbare Ulrike.“

Während ich uns die Cocktails zubereitete, redete ich weiter: „Als Billardfan sind mir 'Gespensterspiele' ohne Publikum ziemlich egal, zumal es dann auch, wie beim Billard, keine Hooligans geben wird. Das scheint mir aber auch das einzig Positive dabei zu sein. Ich bin daher für die sogenannten 'Gespensterspiele' Pardon 'Geisterspiele', – allerdings fast ohne Publikum! Es wäre doch schade, wenn die Jungs ohne Publikum vor sich hin kicken. – So, Wunderbare Ulrike, dein Cocktail.“

„Danke schön, mein Schatz.“

Sie kostete, verdrehte die Augen und fuhr fort:.„Booh! Wunderbar! – Das Publikum bei den Geisterspielen sollte aber nur aus der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Doktor Angela Dorothea Merkel bestehen!“

„Das ist eine gute Idee. Frau Doktor Angela Dorothea Merkels Mann kann, im Sinne der Familienpolitik, auch dabei sein. Wenn er statt dessen lieber forscht, könnte es den Scheidungsgerüchten, die in der letzten Zeit durch die Medien geistern, eventuell Vorschub leisten. Aber das ist seine/ihre Sache.“

„Allerdings muss man wissen, dass“, ich nahm auch einen Schluck von den Cocktail, „laut 'Gala', Kanzlerin Angela Merkel kaum ein wichtiges Spiel der deutschen Nationalmannschaft verpasst hat. Zudem, so schrieb die 'Gala' weiterhin, freut sich niemand so schön wie die Bundeskanzlerin. – Sollten wir den Cocktail vielleicht ‘Life’s Railway to Heaven‘ nennen?“

„Währe ganz angebracht“, die Wunderbare Ulrike nahm noch einen Schluck und fuhr fort: „Zudem lässt sich Angela gerne bei Fußballspielen sehen, auch Fotos mit der Mannschaft in der Kabine sind üblich. Zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 flog die Bundeskanzlerin sogar mit der größten Maschine der Luftwaffe, einer A340, nach Brasilien um hautnah dabei zu sein!“

„Warum“, fragte ich und nahm auch einen Schluck vom ‘Life’s Railway to Heaven‘, „geht sowas nicht auch in diesem, unserem Lande? – Ich meine, Frau Doktor Angela Dorothea Merkel brauchte dann nicht wegfliegen Sie könnte doch stellvertretend für ganz Deutschland im Stadion auf der Ehrentribüne sitzen und die Fußballer würden für sie kicken – nur für sie! Das müsste doch ein starkes Gefühl für Toni Kroos, Manuel Neuer, Timo Werner, Kai Havertz und die vielen anderen Konsorten sein.“

Wir nahmen jeder noch einen Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘ und dachten nochmal hart über das Thema ‘Geisterspiele‘ nach.

Wie aus dem Nichts erschienen plötzlich drei seltsame Gestalten und nahmen auf den Hockern an der ScheinBAR platz. Die Gestalten sahen aus, als hätten sich irgendwelchen Typen ein Bettlaken über den Kopf gestülpt und Löcher für die Augen hineingeschnitten.

„Guten Abend meine Damen? oder Herren?“, sagte die Wunderbare Ulrike, „sind sie Schlossgespenster, weil sie einfach so durch die Wand gekommen sind, oder hat der Ku-Klux-Klan sie geschickt?“

„Mit dem Ku-Klux-Klan haben wir nichts am Hut. Wir sind Schlossgespenster und haben gehört, dass ihr Gespensterspiele abhalten wollt. – Bei der Gelegenheit wollen wir fragen, ob wir euch mal was vorspuken dürfen“, meinte einer.

„Das mit den Gespensterspielen hatten wir eigentlich etwas anders konzipiert, aber spuken solltet ihr eigentlich in einem Schloss, wie sich das für ordentliche Schlossgespenster gehört!“


„Wir waren ja bisher auf Schloss ‘Bröckelstuck‘ als Diplomschlossgespenster tätig. Aber der Schlossherr, Hugo Egon Ernst August von und zu Niedrigstufen – auf der Dingenskirche, hat sein Schloss renoviert und uns solange eine Baubude hingestellt, in der wir solange spuken können. Dann kam ein gewiefter Vertreter und hat ihm eine Gespenster-Lasershow für sein Schloss angedreht. Seit dem suchen wir ein neues Betätigungsfeld. – Habt ihr schon mal was von den Schlossgespenstern ‘Klytaimnestra‘, das bin ich, ‘Agamemnon‘ und ‘Menelaos‘ gehört?“

„Leider ‚nein‘. – Auf der Schlossgespensterszene kennen wir uns nicht aus. – Ich bin übrigens Ulrike und der Herr dort ist mein Partner, Liebhaber und Barmixer. Wie ich ihn kenne, würde er sicher eure Meinung über den von ihm frisch kreierten ‘Life’s Railway to Heaven‘ hören. Möchten sie einen ‘Life’s Railway to Heaven‘?“

„Herzlich gerne“, antwortete Klytaimnestra, „bisher haben wir immer nach Feierabend ‘Hypocras‘ getrunken.“

„Interessant“, meinte ich. „Ist der Hypocras ein Cocktail, den ich noch nicht kenne?“

„Nein“, sagte die Wunderbare Ulrike. „Der Hypocras war wohl das berühmteste Getränk des Mittelalters. Der Hypocras war wegen der damals sehr teuren Gewürze nur an den Höfen von Königen und reichen Adligen üblich. Dank seines Wohlgeschmackes und seiner stärkenden Wirksamkeit sollte der Hypocras auch aphrodisierend wirken; - dachte man.“

Sie nahm einen Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘ und sprach weiterhin: „Aber wir sollten langsam mit dem Spuken beginnen! – Ich werde euch also nach dem JSH-Wertungssystem für kultiviertes Spuken bewerten!“

„Was?“, fragte Klytaimnestra.

„Das JSH-Wertungssystem für Einzel,- und Gruppenspuken, sowie Spuktanz, englisch: Judging System for Figure-Hauntstyleing and Hauntitalic-Dancing‘. JSH, ist ein Dokumentensatz, der die Bewertung der von der Internationalen Spukfraktion, der JSH, veranstalteten Wettbewerben im Einzel,- und Gruppenspuken, sowie Spuktanz regelt.“

Die Wunderbare Ulrike nahm noch einen Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘ und fuhr fort: „So sind Regeln entstanden, die im Grunde bis heute gelten. Zu deutlicheren Veränderungen kam es jedoch mit der Einführung des Kurzprogramms und der Umstellung des Verhältnisses in der Bewertung von Pflicht und Kür des Spukens. Das ‘6.0 Punktesystem‘ wurde leider nur bis zu den Spukweltmeisterschaften 2004 verwendet. Ich werde euch allerdings nach dem alten System bewerten, da mir das neue System noch nicht so ganz geläufig ist. – Seid ihr damit einverstanden?“

Soweit ich das durch die Löcher in ihren Bettlaken beurteilen konnte, guckten die Schlossgespenster wie Frösche im Eimer, nickten dann aber mit den Köpfen und Agamemnon fragte: „Können unsere Kumpels auch reinkommen und auch bewertet werden?“

„Warum nicht?“, meinte die Wunderbare Ulrike, „auf das die ScheinBAR voll werde!“

Agamemnon stand auf, ging durch die Wand nach Draußen und kam mit sonderbaren Gespenstern wieder rein, der ‘Weißen Frau‘, das ‘Gespenst von Canterville‘, der ‘Hund von Baskerville‘, der ‘Ruhelose Geist‘, der nie Feierabend hat, weil er sich weigert einer Gewerkschaft beizutreten, die ‘Kellergeister‘, der ‘Fliegende Holländer‘, der ‘Schimmelreiter‘, allerdings ohne sein Pferd, das stand im Garten auf dem Rasen, und war froh, endlich mal salzfreies Gras essen zu können. Und dann waren da noch einige Typen, die ihr irdisches Dasein als Geisterfahrer beendet hatten, sowie ein ordinärer Nachtmahr aus der Gattung der ‘scheckeinflößenden Gestalten‘. Sogar ein Geistlicher geisterte herum, segnete unsere ScheinBAR sowie die ‘Life’s Railway to Heaven‘, und dann polterte der Poltergeist auch noch herein.

„‘tschuldigung“, polterte er, „ich habe mich leider etwas verspätet. 'war gerade in Poltawa … da war ja allerhand los im Weltkrieg zwo … ‘wollte mir das doch mal ansehen … was kann ich denn nun in der ScheinBAR tun? – ‘ist schön geworden! Habt ihr die Bar selbst gebaut?“

„Natürlich!“, sagte die Wunderbare Ulrike, „aber wir müssen langsam sehen, dass wir mit dieser Geschichte weiterkommen! – Lassen sie“, sie nahm einen Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘ und sprach weiterhin: „den Haufen doch mal ordentlich antreten!“

„Achtung!“, polterte der Poltergeist daraufhin, „In Linie zu einem Geist angetreten!“

Nicht sonderlich begeistert kamen die Geister und Gespenster diesem Befehl nach und stellten sich auf. Die Wunderbare Ulrike begann die Front abzuschreiten.

„Wo“, fragte sie einen Geist, der etwas bedabbelt am Ende der Aufstellung stand, „kommen sie denn plötzlich her?“.

„Aus meiner Flasche! Ich bin ein Weingeist! Aber sie dort“; der Weingeist wies auf den ‘Blauen Engel’, dessen Erscheinen uns bisher entgangen war, „hat mein Heim in einen Altglascontainer geworfen.“

„Nimm‘ doch die leere Dose, in der Erbsensuppe war. Sie liegt noch im gelben Sack …“, sagte der Blaue Engel und murmelte was von Umweltschutz.

Aber der Weingeist belferte: „Ich werde nicht in eine Dose ziehen!! Nur asoziale Flaschengeister leben in Dosen!“

„War die Flasche“, fragte die Wunderbare Ulrike, „eine Pfandflasche?“

„Ja, aber wenn der Flaschengeist seine Flasche überall rumliegen lässt …“

„Noch lange kein Grund, mein Heim zu entsorgen!“, giftete der Weingeist zurück, „neulich hat einfach mal einer ein Schiff in meinem Heim verankert. Und davor hat mal einer, als ich mal Urlaub auf einer einsamen Insel gemacht habe, einen Zettel in mein Heim gesteckt und ins Wasser geworfen! – Danach habe ich zur Untermiete in einer Feldflasche gewohnt, bis ich endlich eine angemessene Flasche gefunden habe. Aber was tut dieser Blaue Engel? Entsorgt einfach mein Heim …“

„Kein Problem“, meldete ich mich mal wieder zu Wort, „als kürzlich der Kollege Fjodor Dostojewski, einer der meistgelesenen russischen Autoren weltweit übrigens, bei uns an der ScheinBAR saß, hat er nur Wodka getrunken. Die leere Flasche müsste noch irgendwo sein …“

„Bin ich etwa Russe? Ich werde als deutscher Weingeist doch nicht in einer Wodkaflasche wohnen! – Hast du keinen Whisky?“

„Natürlich habe ich Whisky! Single Malt Whisky, Blended Whisky, Blended Scotch Whisky, Blended Malt Whisky, Bourbon, Canadian Whisky, Tennessee Whiskey und Rye. Single Pot Still Whiskey fehlt noch, aber der ist hier in Haselünne leider nur schwer zu bekommen ...“

„Die Blended Scotch Whiskyflasche sieht sehr schön aus! Könnte ich die haben?“

„Der Blended Scotch Whisky gehört allerdings zu meinem Favoriten, der ‘Bielefeldverschwörung‘. Die ‘Bielefeldverschwörung‘ ist ein auch von der Wunderbaren Ulrike sehr geschätzter Cocktail. Wenn du willst, kannst du die Flasche Blended Scotch Whisky austrinken und darin wohnen. Die ‘Bielefeldverschwörung‘ geht auch mit normalem Scotch.“

„Das ist ein Wort!“, jubelte der Weingeist, trank die Flasche aus, verschwand darin und kommt in dieser Geschichte nicht mehr vor, genau wie Donald John Trump, ein amerikanischer Unternehmer, Entertainer und seit Januar 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, der in dieser Geschichte überhaupt nicht vorkommt.

„Ich darf doch mal um etwa mehr Begeisterung bitten! Bevor das“, die Wunderbare Ulrike ergriff wieder Glas und Wort, „in ein Wortspiel über Flachen ausartet! – So, ihr Flaschen, dann wollen wir uns doch mal ein wenig Grundausbildung ansehen! Poltergeist lassen sie Spuken!“

Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘.

„Augen geradeaus! Fertigmachen zum Spuken!“, polterte der Poltergeist. „Der Reihe nach Losspuken! Jedes Gespenst sowie Geist einen Spuk mit Pflicht und Kür! Geister und Gespenster: Achtung! – Sie, ja, sie mit dem dummen Gesicht unter dem Arm, anfangen mit Spuken!“

Zuerst spukte der Geist mit dem Kopf unter dem Arm seine Pflicht und Kür und sein Kopf spuckte anschließend auf den Boden.

„4,8 für die Pflicht, 2,7 für die Kür! – Für die miserable Haltung, sowie das Spucken auf den Boden der ScheinBAR musste ich dir“, sagte die Wunderbare Ulrike als der Spuk vorüber war, „leider zwei Punkte abziehen! Mit dieser Leistung kannst allenfalls in der Amateurliga was werden. Du solltest dich nach einem neuen Trainer kümmern! – Nächster“

Der Hund von Baskerville spukte als nächster etwas herum.

„3,2 für die Kür! Da hast du“, sprach die Wunderbare Ulrike, als der Hund von Baskerville fertiggespukt hatte und wie ausgespukt am Boden lag, „gepatzt, mein Lieber! Für die Pflicht kann ich dir allerdings volle 5 Punkte geben. Für schlechtes Gejaule musste ich dir bei der Kür 3 Punkte abziehen! Du solltest beim nächsten Mal mehr Gewicht aufs Zähne fletschen legen! – Nächster! – Ach, mein Schatz, würdest du uns bitte noch ein Paar ‘Life’s Railway to Heaven‘ für mich und die Gespenster zubereiten?“

„Aber selbstverständlich, Wunderbare Ulrike“, meinte ich, „dann kann ich ja ‘Life’s Railways to Heaven‘ für dich und jedes Gespenst und jeden Geist zubereiten, während ihr der Wunderbaren Ulrike was vorspukt.“

Obwohl mich die Spukmeisterschaften an der ScheinBAR interessierten, widmete ich meine Aufmerksamkeit der Zubereitung der ‘Life’s Railway to Heaven‘ für die Wunderbare Ulrike und jedes Gespenst, deshalb entgingen mir die Feinheiten von der Wunderbaren Ulrikes harter aber gerechter Benotung. Als ich schließlich die Cocktails auf die Theke der ScheinBAR stellte, war der Spuk auch zu ende. Am besten schnitt ein Geisterfahrer ab, der kurz vor seinem Ableben während der Stoßzeit im Nebel das Frankfurter Kreuz auf der Gegenfahrbahn durchquert hatte und dabei die Besatzungen von drei Polizeifahrzeugen an die Ränder aller gängigen Nervenzusammenbrüche brachte. Am schlechtesten schnitt der ‘Blaue Engel‘ mit seiner Umweltnummer ab.

„Püh!“, sagte der ‘Blaue Engel‘ und entschwand durch die Wand.

„Der ‘Blaue Engel‘ scheint beleidigt zu sein“, meinte ich. „Sie hat sogar ihren ‘Life’s Railway to Heaven‘ stehen lassen, unerhört!“

„Ja, das stimmt“ sagte der Kopf unter dem Arm des Geistes mit dem Kopf unter dem Arm, „wir hatten bisher echt miese Trainingsbedingungen ineiner Baubude und echt beschissene Trainer! – Sogar ein gewisser Muhammad Ali alias Cassius Marcellus Clay hat uns gesagt: „Spuken ist eine Kampfsportart, bei der sich zwei Kontrahenten unter festgelegten Regeln nur mit den Fäusten bekämpfen. Ziel ist es, möglichst viele Treffer beim Gegner zu erzielen oder diesen durch einen Knockout außer Gefecht zu setzen ...“

Im Eifer des Gesprächs nahm der Geist mit dem Kopf unter dem Arm seinen Kopf unter dem Arm hervor und hielt ihn der Wunderbaren Ulrike direkt vors Gesicht.

„Äh“, sagte sie, „du könntest dir ruhig mal die Zähne putzen, oder deinen Kopf gelegentlich beim Zahnarzt zur Wartung abgeben! – Aber nun lasst uns endlich den ‘Life’s Railway to Heaven‘ genießen!“

Das taten wir dann auch, nur dem Geist mit dem Kopf unter dem Arm lief der Cocktail unten am Hals wieder raus und kleckerte auf den Boden der ScheinBAR. Die Wunderbare Ulrike sagte aber nichts, auch nicht, als die Geister und Gespenster ihre ‘Life’s Railways to Heaven‘ austranken und nach und nach verschwanden.

„Puh! – Allerdings müsste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Doktor Angela Dorothea Merkel, sich ihr Getränk“, meinte die Wunderbare Ulrike und nahm einen Schluck von ihrem ‘Life’s Railway to Heaven‘, „einen Piccolo oder so, wegen des Abstandsgebots selber mitbringen. Die leere Flasche hätte sie wieder mit nach Hause zu nehmen und dürfte sie auf gar keinen Fall aufs Spielfeld werfen!“

„Selbstverständlich nicht!“, bemerkte ich. „Abgesehen von einigen Securitas-Heroes des Personenschutzes auf Kongressen und bei Fußballspielen könnte unsere verehrte Bundeskanzlerin auch auf einem Platz ihrer Wahl sitzen, sich bei der Gelegenheit vom Regierungsstress erholen und die Jungs für sie kicken lassen. Das Olympiastadion in Berlin zum Beispiel, die Heimspielstätte des Fußballvereins Herta BSC, bietet momentan 74.475 Sitzplätze, davon 38.020 auf dem Unterring und 36.455 auf dem Oberring. Wenn wir in England wären, würden sofort Wetten platziert werden – aber lassen wir das! Auch im Umfeld unserer verehrten Bundeskanzlerin wird nicht gewettet!“

„Auf gar keinen Fall!. – Angesichts der 74.475 Sitzplätze ist es auch möglich, den gesamten Bundestag, natürlich entsprechend des Abstandsgebots im Stadion verteilt, unter zu bringen. In der Halbzeit könnten kleine Regierungsgeschäfte, zum Beispiel: 'Sollte bei Ehepaaren im Ehebett eine mehr oder weniger durchsichtige Trennscheibe oder genügt Frischhaltefolie?, zum Einsatz kommen', besprochen werden? Oder reicht, wie im Mittelalter, 'ein Schwert mit scharfer Schneide?'“

„Tja, das Problem muss gelöst werden!“

Wir nahmen jeder einen Schluck ‘Life’s Railway to Heaven‘ und dachten hart nach.

„Zudem müsste, wenn der ganze Bundestag mitmachen würde“, nahm die Wunderbare Ulrike den Gesprächsfaden wieder auf, „auch die AfD aus Gerechtigkeitsgründen dabei sein, und das gönne ich dieser Partei nicht!“

„Ganz und gar nicht“, bestätigte ich. „Zudem würde dieser Eberhardt Alexander Gauland sicherlich die Gelegenheit nutzen um Frau Doktor Angela Dorothea Merkel zu jagen oder mindestens eine Debatte über Gespensterspiele mit Frau Merkel als Zuschauerin lostreten!“

„Nee, dann lieber doch die Kanzlerin alleine im Olympiastadion in Berlin, bei einem 'Geisterspiel' zu Ehen unser Bundeskanzlerin Frau Doktor Angela Dorothea Merkel. Damit wäre sowohl dem deutschen Fußball als auch unserer Kanzlerin geholfen. – Machst du uns noch ein Schälchen Eis bevor wir miteinander schlafen gehen? Es war schließlich ein harter Tag heute.“

„Natürlich mache ich dir noch ein Schälchen Eis! Erdbeer-Schokolade-Vanille wie immer?“

„Diesmal vielleicht mit Stracciatella statt Vanille …“

„‘finde ich Klasse, eure Idee“, sagte plötzlich ein Eiscrememädchen wie aus den guten, alten Kinos entsprungen, welches genau wie die Geister und Gespenster unerwartet wie durch Geisterhand durch die Wand gekommen war, „ich habe gehört, dass hier jemand Eis will.“

„Inder Tat“, meinte ich, „meine Herzensdame möchte gerne Erdbeer-Stracciatella, und ich hätte gerne Schoko-Vanille. Aber bitte ohne Sahne, richtige Männer essen keine Sahnetörtchen; - eigentlich überhaupt keine Sahne.“

„Statt dessen etwas Eierlikör?“

„Auch nicht. Eierlikör ist was für Mädels! – Aber möchten sie vielleicht einen ‘Life’s Railway to Heaven‘? Der ‘Blaue Engel‘ hat seinen vorhin stehen lassen und wir trinken eigentlich nicht mehr als zwei Cocktails pro Abend. Es wäre schade drum.“

„Danke sehr gern. – Das Deutsche Volk, und seine Fans wären, wenn auch nur durch eine Person vertreten, 'hautnah' dabei. Eine super Idee, das nenne ich Öffentlichkeitsarbeit! Aber auf mich hört ja keiner. – So, hier euer Eis und danke für den Cocktail.“


Für den geneigten Leser, den die Cocktails interessieren, die in dieser wahren Geschichte vorkommen:

Life’s Railway to Heaven
4 cl Ramazzotti
4 cl Wermut
2 cl Gin
8 cl Granatapfelsaft
Eis
Deco Cocktailkirsche

Bielefeldverschwörung
6 cl Scotch Whisky
2 cl Limettensaft
4 cl Granatapfelsaft
Auffüllen mit Soda
Eis
Deco Olive
 

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