geschichte aus dem Bergischen

Egbert

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Göre, du kommst mir hier nicht mehr ins Haus, und wenn ich deinen Vater erschießen muß!!!" Das waren die ersten Worte des Pflum, doch noch immer glaubte er sich in Sicherheit. Dies trog. Und zwar gewaltig. Noch am Abend setzt ihm der Südwind heftig zu und verschlimmerte die Bläue des vorangegangenen Abends um das Vielfache, was ihn niederzudrücken begann, bis er im Schlamm des Waldes auf allen Vieren nach Hause kriechen mußte, um nicht bei Sonnenaufgang die Messe zu verpassen. Das würde der Vater nie verzeihen, schon gar nicht Irmhild, die Dröge, doch was blieb ihm andres übrig, als sich auf seinen Verstand zu verlassen und die Geschichte, die sie ihm unterzuschieben trachteten strikt von sich zu weisen. Er hatte es nicht getan, wollte es nie tun und war sich sicher, eines Tages würde er dafür Rache nehmen, an allen, ausnahmslos. Doch noch war die Zeit nicht reif, er noch immer Gefangener dieser Menschen, hier, so weit oben und abseits aller Vernunft, wie es ihm schien.

Wieder hallte es durch die leeren Gassen der Dörfchens, verschwinde, sieh zu, daß du fort kommst, dein Name sei für immer verdammt, und mit dir dein ganzer Stamm. Doch der, dem sie galten, die bitt’ren Worte, er war schon nicht mehr zugegen. Nicht mehr, schon lange Zeit nicht mehr, er war geflohen vor hunderten von Jahren, als sie ihm noch die Suppe ans Bett zu tragen wagten um ihn sterben zu sehen. Nein, das war es nicht, was alle wollten. Hatte man sich nicht immer eines Besseren besonnen? Wo waren all die Weisen, die kluge Töne von sich gaben und zur Versöhnung aufriefen? Jetzt herrschte Eiseskälte auf dem Berg. Und im Wald wurde es immer düsterer, kaum noch der Weg war zu sehen, er verlor sich in kleinen Schlingungen kurz vor den Augen des Zerbrochen am Boden sich Krümmenden. Kruhe die Blu auf dem Sandwarten sich in der Einöde wälzten sind lang schon schundüberladen im kantigen Pfeil der verschissenen Brühen im Kackloch der Einsamen Wunden und eitrigen Löcher im Körper den Maden zum Opfer gefallen, die Därme pflatschen laut in die Straße und klatschen und furzen sich ihren verdammten Weg durch die Hölle der Berge. Nur der Tod steht bereit hier, fühlt wohl die ganze Trübe und schneidet das Fleisch der Geschundenen durch mit dem kalten Lachen des Stärkeren und das Blut überschwemmt den Marktplatz der Stadt und schwillt an zu einem Strom des Gemetzels dort oben, erstickt alles in seinem Wege und schlägt tot, wen es erwischt, mit brutaler Gewalt, zermatscht die Schädel der Schafe und saugt an den Hirnen von Rindern und Alten und Jungen, reißt die Herzen heraus, und unter den Hieben des Todes verwandelt sich alles zu blutigem, schleimigem Matsche. Da schreien blutige Fetzen Fleisch noch um Hilfe in den letzten Zügen geklammert an die Reste ihrer Mitleichen. Stinkende Kotze überall an den Beinen, die Körperlos herumliegen überall nur Blut und Schlamm gesplitterte Knochen und zerfetzte Augen und Köpfe. Es schreien die Kinder, doch niemand kann helfen, Freund Hein, er feiert sein Fest hier und keiner mehr fällt ihm in seine Arme. Sein Lachen schallt laut über das Tal hinweg, durch das Dunkel auf den Feldern wird wild gepflügt mit dem Schwerte der Saat und der Kraft der Schwächsten nur noch sich fortzuschleppen hinter den Holzstoß, nicht gesehen zu werden, der Sense zu entkommen, um dort zu krepieren wie ein Hund in einer Lache aus Dreck und Urin. Die Ackerfurche, frisch gezogen, tränkt das frische, warme Blut, das aus allen nur denkbaren Löchern hervorquillt und tosend die ganze Natur hier verderblich in Tod und in Elend stürzt. Nie mehr wieder wird jemand gesehen mehr an diesem Ort des entsetzlichen Grauens. Und niemand wird je mehr dort leben können, die Erde ist tot dort. Und der Wald, der einst Schutz bot ist völlig verdorrt. Kein Baum mehr, der hier noch am Leben wäre, kein Vogel mehr singt auf den Zweigen der Lärchen, kein Hase mehr hoppelt hier über die Wiesen, die grün sich und saftig an Berghänge schmiegten. Nur Dunkel noch, steinig, eine Wüste aus Blut und Gebeinen.
 

Breimann

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Rätsel

Diese düstere, blutige Geschichte könnte, wenn sie denn seherischer, prophetischer - und mit anderen Worten - geschrieben worden wäre, aus der Bibel, genauer, aus der Apokalypse entlehnt sein.
So aber bleibt sie rätselhaft, sie gibt mir keinen erkennbaren Hintergrund, keine Beziehung, keine erkennbare Entwicklung, keine der aufgeführten Namen hat eine Wurzel. Es ist nur eine Beschreibung, die Grauen wecken kann.
War das die Absicht?
eduard
 

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