Gespaltene Zeit

5,00 Stern(e) 1 Stimme

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
1. Ungereimt

Die Zeit wurde gespalten
eine Stunde fehlt
Die Sonne lacht nicht mehr

Die Erde hat sich gewehrt
sie drehte sich weiter,
vermied die tödliche Singularität

Ich richte mich nach der Sonne
damit mein Rhythmus bleibt
aber der Rhythmus hat einen Knacks

2. Das Semester der Gespaltenen Zeit

Wir haben die Zeit gespalten.
Wir spalten sie immer mal,
diesmal aber entfernten wir die Harmonie.

Das ging soweit, dass Versuche der Reparatur scheiterten.
Selbst eine Volksbefragung und ein EU-Beschluss halfen nicht.
Der Fehler im System blieb.

Denn die Zeit wird als Flickenteppich betrachtet,
den man bügeln muss.
Die Hoffnung verschwindet zuletzt.

Wieder bin ich aus dem Takt geraten.
Wieder sind wir aus dem Takt geraten.
Die Gespaltene Zeit bringt Extraprofite.

Denn sie verbraucht mehr Energie.
Die Sonne lacht nicht mehr.
 

Anders Tell

Mitglied
Hallo Bernd,
Deutschland hat als erstes europäisches Land die Sommerzeit eingeführt. Es war und ist für nichts gut. Dennoch wird sie nicht abgeschafft. Aber schon davor würde die Zeit vereinheitlicht. Ich habe mich einmal gefragt, ob zwischen München und Hamburg tatsächlich dieselbe Zeit vorliegt. Mit geringem naturwissenschaftlichem Verstand habe ich dann recherchiert und habe herausgefunden, dass es natürlich Abweichungen gibt. Diese wurden zugunsten einheitlicher Zugfahrpläne nivelliert. Jetzt wollt ich wissen, welches denn die reale Zeit an meinem Wohnort ist. Ab hier kann ich alles nur stümperhaft erklären, aber soviel habe ich herausgefunden, dass zwischen der vereinheitlichen und der wirklichen Zeit an meinem Wohnort ein Unterschied von etwa 20 Minuten besteht. Mit einer tauglichen Sonnenuhr soll man das selbst feststellen können. Bisher konnte ich niemanden für dieses Thema erwärmen. Du bist aber ein so herausragend guter Rechercheur, dass Du es sicher korrekter erklären könntest.
Anders
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ursprünglich war die Zeit immer die Ortszeit, Das ist die Zeit, bei der die Sonne um 12 Uhr im Süden steht. Das war auch die Zeit der Kirchturmuhren. Und es war kein Problem, denn die Bewegungen waren langsam. Und Züge spielten keine Rolle.
Als dann Züge da waren, ging es um Fahrplansynchronisation. Dazu wurden Zeitzonen eingeführt. Dabei weicht die Ortszeit etwas ab. Also: die Ortszeit von München, Hamburg und Dresden sind verschieden, aber es ist die gleiche Zeitzone. Das ist ein Kompromiss. Die Menschen passen sich da relativ leicht an. Und auch der Arbeitsrhythmus. Im Osten fing halt der Unterricht oder die Arbeit 30 Minuten früher an. Als Beispiel, aber das ist nicht konsistent. Jedenfalls ist es kein großes Problem.
Die Verwendung des Sommermorgens war in der Landwirtschaft auch ohne Zeitumstellung üblich, sie folgte dem Biorhythmus der Tiere. In Firmen war das so nicht der Fall. Hier folgt die Zeit dem Arbeitsrhythmus und lokaler Synchronisation.
Vorgeschlagen wurde die Zeitumstellung bereits im 18. Jahrhundert. " Benjamin Franklin erklärte 1784 im Journal de Paris, dass das ausgedehnte Nachtleben Energie durch künstliches Licht vergeude. Dagegen helfe früheres Aufstehen und Zubettgehen.[5][6] " Wikipedia. Sommerzeit – Wikipedia
Aber eingeführt wurde es erst im 1. Weltkrieg. Da ging es um Kriegsvorteile. Details finden sich im Wikipediaartikel.

Warum halte ich die Sommerzeit für problematisch? Die Umstellung widerspricht dem Biorythmus. Zweimal im Jahr wird er durcheinander gebracht. Warum wirkt es schlimmer als ein Jetlag? Der Hauptgrund ist, dass beim Jetlag der Tagesrhythmus den Biorhytmus unterstützt, Die Naturzeichen, vor Allem Licht und Temperaturverlauf unterstützen beim Jetlag die Umstellung. Bei der Sommerzeitumstellung nicht.

Und bei der Sommerzeitumstellung wird gelogen. Die Abende würden im Sommer durch Uhrenumstellung länger. Das stimmt nicht, sie werden nicht länger. Wenn sie länger würden, würden wir sterben. Denn die Erde müsste eine Stunde lang stoppen. Das würde extreme Stürme bedeuten und alles Leben würde zerstört und die kosmische Konsistenz würde durch unendliche Beschleunigung zerbrochen. Das ist absurd. Alsi: nicht die reale Zeit, sondern die Uhrzeit wird umgestellt und der Tagesablauf wird umgestellt.
Demokratie: Die wird in der EU infragegestellt. Denn es gab eine Volksbefragung, regelmäßige Umfragen und eine Abstimmung des Parlaments. Alle lehnten die Sommerzeit ab. Jedoch gibt es sie ca. 8 Jahre später immer noch.

Und sind ihre Ziele erreicht?
Wenn man nach den ausgesprochenen geht: Energieeinsparung. Nein. Es wird mehr verbraucht. Sagen zumindest Statistiken. Das liegt daran, dass länger geheizt wird. Früh ist es noch kalt.
Was erreicht wird: Veranstaltungen werden uhrzeitmäßig oft nach hinten verschoben. Die Nachtruhe wird verkürzt.

Ich empfinde die Zeitumstellung als undemokratisch und ungesund. Dass es sie noch gibt, zeigt einen Machtkampf. Aber das ist durchaus unterschiedlich.

Ich denke, es wäre am besten, damit aufzuhören.
Am besten wäre Wiedereinführung der mitteleuropäischen Normalzeit in der BRD. Aber auch die Beibehaltung der Sommeruhrzeit wäre unproblematisch, denn es würde zur Neusynchronisierung führen. Zum Beispiel würde die Schule nominell eine Stunde später beginnen.
 

Anders Tell

Mitglied
Vielen Dank für Deine Informationen, Bernd,
die geringen Abweichungen von der Ortszeit fand ich nicht problematisch, nur interessant. Bis dahin war ich immer davon ausgegangen, dass die synchronisierte Uhrzeit die tatsächliche Ortszeit ist.
Es gibt viele Erkenntnisse, die nicht zu konkretem Handeln führen. Es ist auch lange erwiesen, dass Schulkinder bei dem frühen Schulbeginn noch nicht aufnahmefähig sind. Ändern wird man dennoch nichts. Es dauert auch immer entsetzlich lange, bis Ergebnisse von Forschungen Allgemeingut werden. Vieles könnte man zuvor nicht so exakt untersuchen und wenn es an den Grundfesten an alter Lehrsätze rüttelt, sind viele nicht bereit, ihre tradierten Überzeugungen aufzugeben.
Ich ernte immer Schulterzucken, wenn ich sage, dass z. B. die Menge der Primzahlen nicht unendlich ist. Erst mit Großrechneranlagen war es möglich, das nach zuweisen. Auch wirkt sich die Gravitation auf schwere und leichte Körper nicht gleich aus.
Es ist wie bei dem Witz mit dem Bergbauern, der zum ersten Mal eine Giraffe sieht und sagt: ,"Dös glaub ich nicht."
Anders
 

wirena

Mitglied
Auch wirkt sich die Gravitation auf schwere und leichte Körper nicht gleich aus.
Hallo Anders Tell

Du bist mit Deinen „Gravitationsgedanken“ nicht alleine. Die Quantengravitation ist ein ungelöstes Kernproblem der Physik, das die Allgemeine Relativitätstheorie (Gravitation im Großen) und die Quantenmechanik (Fundamentalkräfte im Kleinen) vereinen soll.

Ich bin gerade neben anderem, am Lesen “Der Anfang von Raum und Zeit“ von Jean-Luc Lehners, er ist Kosmologe und hat mit Stephen Hawking zusammengearbeitet, und bereits auf Seite 25 von 230 erwähnt er, Zitat:

„Allgemeine Anziehung:
Alles, was Masse hat, zieht alles andere, was Masse hat, an. Das ist die Schwerkraft oder auch Gravitationskraft. Wir werden bald sehen, dass man diese Kraft auch durch die Krümmung des Raums beschreiben kann…..“Zitatende

Davon habe ich schon gelesen und durch YouTube mitbekommen. (eine schwere Kugel krümmt den Raum mehr als eine leichte Kugel) Bin gespannt, wie Jean-Luc Lehners dieses Thema erklären wird.

Des Weiteren ist im Internet zu finden: Übersicht KI: Zitat:
«Die Vereinigung von Gravitation, Masse und Quantenphysik ist eines der größten ungelösten Rätsel der modernen Physik. Während die allgemeine Relativitätstheorie Gravitation als Krümmung der Raumzeit durch Masse beschreibt, erfordert die Quantenphysik eine gequantelte Struktur, was bei kleinsten Teilchen zu mathematischen Widersprüchen führt…." Zitatende

Und in Wikipedia: Zitat:
„Graviton: Als Graviton bezeichnet man das hypothetische Eichboson einer Quantentheorie der Gravitation. Dieser Annahme zufolge ist es der Träger der Gravitationskraft …..
Eigenschaften: Auch einige der Eigenschaften des Gravitons (Ausbreitungsgeschwindigkeit, Masselosigkeit) entsprechen denen eines Photons.»….Zitatende

CERN sucht seit September 2024 nach dem "Graviton" und Gravitationswellen sind bereits nachgewiesen.

…tja, spannend und interessant, was so eine «Gespaltene Zeit» in der Leselupe auslösen kann … bin wieder ins Schreiben gekommen und hoffe, dass mir mein Exkurs von der Zeit weg zur Raumzeitkrümmung nicht übel genommen wird – LG wirena
 
Zuletzt bearbeitet:

Anders Tell

Mitglied
Oh, Wirena,
das übersteigt bei Weitem mein physikalisches Verständnis. Ich bin naturwissenschaftlich sehr unbegabt und unbedarft. Von Astronomie bekomme ich Kopfschmerzen. Ich lese nur diese Pressenotizen über Erkenntnisse der Wissenschaft aus soziologischen Interesse.
Anders
 



 
Oben Unten