Gewöhnung

Walther

Mitglied
Gewöhnung.

Die Brücke biegt sich übers Nichts,
Aus Dunkel ists, und tief, so tief,
Es frisst das Strahlen allen Lichts,
Und leuchtete es intensiv.

Man will, dass ich die Brücke quere.
Man will so viel, doch ich will nicht.
Ich mag sie nicht, die dunkle Leere.
Sie zieht an mir. Sie hat Gewicht.

Ich heiß die Brücke: Lass das Biegen!
Sie rührt sich nicht. Sie streckt sich nur
Und bleibt an dieser Stelle liegen,
Wo nichts mehr ist als Schwärze pur,

Wo Ängste wohnen, die man flieht,
Wo Schmerzen hausen, die man schweigt:
Es ist der Ort, der Sein entzieht,
In dem das Tote sich verzweigt.

Das Leben hat nur einen Grund:
Ein Tanz im Licht, so flirrend schön,
So rasend schnell und nicht gesund –
Wie schade, dass ich mich gewöhn.
 


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