Glasgehen

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Ich zieh den Stuhl zu dir, als wärst du müde,
als wäre dies ein Abend, der vergeht.
In deinem Mund verstummt das kleine, gütige
Verzeihen, das noch immer zwischen
meinen Worten steht.

Ich sammle das Gestammel
um dir noch etwas Kleines hin zu sagen,
(etwas, das wie der Nachhall unsrer Wärme klingt)
Doch jeder Laut ist nur ein dunkles Hinterfragen
ob irgendetwas noch aus dieser Welt wohl zu dir dringt.
Nun muss ich es durch meine Eingeweide tragen,
weil nichts mehr hier nach meiner Heimat klingt.

Dein Haar liegt fremd. Ich möchte es dir streichen,
so wie ich’s tat, wenn dich der Schlaf umfing.
Doch meine Hand kann nur den Rand erreichen,
von diesem aufgebahrten, rohen Ding
in dem du ruhst, als ruhtest du im Segen.
Ich ziehe meine Finger zögernd ein.
Da ist nichts mehr nur noch der letzte Rest von Regen
Wie soll so wenig schon das Letzte sein?

Ich weiß noch, wie wir manchmal schweigend saßen,
du am Klavier, ich irgendwo bei dir.
Wie sorglos wir einander sein vergaßen.
Wie offen stand die unbewachte Tür.
Nun gäbe ich die Kräfte, die mir blieben,
für nur noch einen Kuss im viel zu dunklen Flur.
Ich müsste dich nicht einmal besser lieben.
Du kämest heim. Du kämest heim.
Das nur.

Lang war es mir das Schwerste: heimzukehren
und all das satt gesehene anzusehn;
schon in der Ankunft nach dem Aufbruch sich verzehren,
die Bilder meiner Kindheit fortzudrehn.

Ich beuge mich. Mein Atem nimmt die Züge
für einen Augenblick aus deinem fremden Glas.
Und fast ist dies die alte, liebe Lüge:
Du schläfst. Ich warte. Der Tod ist nur ein fremder Spaß.
Dann gingst du von mir. Und ich kann nicht fassen,
wie still ein Mund ward, der ganz allein den meinen kennt.
Ich werde deine Hand hier lassen,
während in meiner bis zum Ende noch
die deine brennt.

 



 
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