grenzgebieter

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xxandros

Gast
lieber karl,

wortwucherungen, sie entstehen manchmal wie von selbst, man braucht da nicht viel zu tun, weil sie schwer in der luft liegen:

zwischenraumausstatter (...)
der zwischenraum wird sichtbar, auch der raumausstatter ist da, aber mehr noch: zwischen dem raum und dem ausstatter ist auch etwas, was wir vielliecht nicht fühlbar machen können, aber es ist dennoch vorhanden: dem stimmenkonzert, der sich hier einnistet, in meinem kopf, wird eine lyrische kontur gezeichnet...
stilübungen neben avanciertes sprechen, sie geben sich mit dem bündnis von erneuerung und einzigartigkeit, von epigonalität und avantgarde kaum zufrieden: auch wenn einfache wörter zur benutzung herangezogen werden, passen sie in kein von uns gewohntes realismus-raster:

es ensteht ein sprachinnovatorisches konglomerat, begegnet man der rede von allgegenwärtigen, jedoch völlig neuartigen zeichenprozessen wie sinnwaldschonungen, nachtschattenfiguren oder glaubwürdenträger...

was immer der dichter hier aus dem exzessiv unbekannten auch herausholt, ästhetisch wirkt es glaubwürdig, für mich jedenfalls, und die lesarten nicht zählbar: beim wiederholten lesen bleibt das gedicht nicht statisch, sondern hat eine, sagen wir, fließende form: mit ihrer oberfläche ändert sich auch ihr inneres dasein immer wieder von neuem:

niemand ist/nirgendwo noch unbekannter...

besser kann ich es auch nicht ausdrücken: mich hat es überzeugt, und es sollte in jede gute anthologie für lyrik der gegenwart aufgenommen werden...

lg xx
 
Lieber xxandros,
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich freue mich natürlich sehr über Dein Lob, zumal Du vieles aufgreifst, was auch meinen Intentionen entsprach.
Liebe Grüße
Karl
 

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