gruß echo

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Mondnein

Mitglied
[ 4]gruß echo


sofort schreib ich dir die so fort die so fern
sofern du mich anschaust im hier du mein stern
du sternenschrift kurvenkursive gewitzt
die schleier zerschlitzt in die ferne fort flitzt

kaum bist du entflogen schon fühl ich im jetzt
den sog meiner wehmut mit jubel durchsetzt
denn so wie im sein frei die lichtung des nichts
klafft durch meine leere der blitzbaum des lichts

das heißt: wo du fehlst füllt dichdenken mich aus
empfang ich dich in meinem herzkammerhaus
und fehlst du mir draußen im blindwerk der nacht
füll ichs mit dem feuersturm in mir entfacht
 
Hallo, Hansz!

Ein sehr romantisches Gedicht, wie ich finde, mit fein ziselierten Metaphern (toll das “herzkammerhaus“) und Wortperlen (“...wo du fehlst füllt dichdenken mich aus...“), die den Fokus ganz auf das großartige Gefühl der Hingabe legen und sich vom aktuellen Herbstallerlei abheben. Hier klingt nichts bemüht, sondern leicht und kraftvoll zugleich.

Vertonst, rezitierst du deine Gedichte auch? Das würde ich gerne einmal hören.

Gruß,
Marc
 

Mondnein

Mitglied
Auf jeden Fall, lieber Artbeck,

sind die Verse musikalisch gedacht. Die Inhalte so grotesk überspannt, daß es ein sich selbst genügender rhythmischer Klang wird. Ein Pathos, das durchs Abstrakte zerrissen wird.

Das heißt, ich höre sie immer als Musik. Vielleicht schreibe ich die Melodien mal auf. Das füllt die Schubladen, bei 700 Gedichten. Die files in der cloud. Die im Virtuellen verlorenen absoluta. Die Losgelösten. Keinerkenntnisse.

grusz, hansz
 

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