Haiku 5

Scal

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Gefällt mir sehr gut.
Bei einem Haiku "Sterne" zu vergeben, fällt mir schwer. Gemischte Gefühle.

LG
 

wirena

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....ja, da geht es mir wie Dir Scal - ich habe nun überhaupt keine Ahnung mehr, was ein Haiku und ein Senryu ist. Ich kann ja nicht immer nur mein Bilderleben hier kundtun. Hier z.B. höre ich wohl, wie dies in Worte gefasst ist, das Rascheln in der Bohnenranke, und sehe wie die Meise auf dem Zweig geschaukelt wird. Doch das ist ja so beschrieben und mein Kommentar ist überflüssig. Für mein Erleben, echt eine "blöde" Situation für mich, da ich bisher gerne 5-7-5 Silben mit dem Inhalt meines Erlebens gezählt habe - LG wirena
 

johP

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@Scal und @wirena Danke Euch fürs gefallen :)

@wirena

Das Haiku an sich sollte in den Gedanken weiterarbeiten, hinter den Bildern steckt oft ein zweites, im japanischen Haiku erreicht man es durch bestimmte Begriffe, jahreszeitenwörter, Zitate die allgemein bekannt sind, Wortspielereien, Zenanspielungen etc. Oder der Haikudichter zeigt auf einen Moment in der Natur, der oft übersehen wird, bemerkenswert ist . . . Bei uns im deutschen ist es naturgemäß etwas schwieriger, da man hier deutlicher mit den Jahreszeitenbegriffen arbeiten muß, wir haben nicht diese tradirten Begriffe. Und nur eine kleine Haikudichter- und Lesergemeinschaft existiert. Man muß sich anders darauf einlassen.
Ich selbst kann nicht beurteilen, ob dieses Haiku gut ist, aber ich versuche es einmal zu verdeutlichen:

Bohnenranken sind um diese Jahreszeit schon sehr lang, und so stabil, daß sie den kleinen Vogel ohne weiteres halten können. Das zeigt uns, daß es Sommer sein muß. Die Bohneranke ist also das Jahreszeitenwort, so daß der Leser weiß, in welche Zeit das Haiku einzuordnen ist.

Wenn die Bohnenranken so weit gediehen sind, ist die erste Meisenbrut schon flügge. Die Meise muß nicht mehr unentwegt Futter suchen und dabei kaum noch an sich denken (es sei denn sie hat schon eine zweite Brut). Die nächste Generation ist aus dem Nest, für dieses Jahr hat sie Ruhe. Hätte sie eine zweite Brut, könnte sie nicht im warmen Sommerwind zu schaukeltn. Man kann mit ihr aufatmen, genießen, vielleicht denkt man aber auch an die überstandene Brutaufzucht, oder wie die Situation unserer eigenen Eltenschaft ist/war und und und . . .
 

wirena

Mitglied
Danke johP für die ausführliche Erläuterung. Das sind ja ganz viele Gedanken, die Du in diese silbenzählenden, drei Zeilen eingearbeitet hast. Diese erschliessen sich mir beim Lesen nicht spontan. Dazu braucht es eine tiefgehende Analyse, die Zeit braucht. Schwierig für mich, auf dieser Basis eine Bewertung abzugeben. Bin überfordert. Doch sollte dies mir einmal möglich sein, werde ich Sterne setzen mit der Begründung dazu. LG wirena

Frage: hat der Punkt in der obersten Zeile mit folgendem, leeren Zwischenraum eine Bedeutung?
 

johP

Mitglied
@wirena

Das sind nur meine gedanken dazu, wer weiß was du darin liest . . .

Der . Ist nur dazu da, das gedicht etwas herunterzurücken
 



 
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