@Scal und
@wirena Danke Euch fürs gefallen
@wirena
Das Haiku an sich sollte in den Gedanken weiterarbeiten, hinter den Bildern steckt oft ein zweites, im japanischen Haiku erreicht man es durch bestimmte Begriffe, jahreszeitenwörter, Zitate die allgemein bekannt sind, Wortspielereien, Zenanspielungen etc. Oder der Haikudichter zeigt auf einen Moment in der Natur, der oft übersehen wird, bemerkenswert ist . . . Bei uns im deutschen ist es naturgemäß etwas schwieriger, da man hier deutlicher mit den Jahreszeitenbegriffen arbeiten muß, wir haben nicht diese tradirten Begriffe. Und nur eine kleine Haikudichter- und Lesergemeinschaft existiert. Man muß sich anders darauf einlassen.
Ich selbst kann nicht beurteilen, ob dieses Haiku gut ist, aber ich versuche es einmal zu verdeutlichen:
Bohnenranken sind um diese Jahreszeit schon sehr lang, und so stabil, daß sie den kleinen Vogel ohne weiteres halten können. Das zeigt uns, daß es Sommer sein muß. Die Bohneranke ist also das Jahreszeitenwort, so daß der Leser weiß, in welche Zeit das Haiku einzuordnen ist.
Wenn die Bohnenranken so weit gediehen sind, ist die erste Meisenbrut schon flügge. Die Meise muß nicht mehr unentwegt Futter suchen und dabei kaum noch an sich denken (es sei denn sie hat schon eine zweite Brut). Die nächste Generation ist aus dem Nest, für dieses Jahr hat sie Ruhe. Hätte sie eine zweite Brut, könnte sie nicht im warmen Sommerwind zu schaukeltn. Man kann mit ihr aufatmen, genießen, vielleicht denkt man aber auch an die überstandene Brutaufzucht, oder wie die Situation unserer eigenen Eltenschaft ist/war und und und . . .