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Handtaschen kann man nie genug haben (Aus der Reihe 'Alltagsanekdoten')

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Männer, aufgepasst: Eine schöne Handtasche lässt kaum eine Frau kalt. Ihr sammelt damit bei Frauen auf jeden Fall Pluspunkte. Eine ideale Handtasche ist auffallend schön und gleichzeitig unauffällig funktional. Sie harmoniert perfekt mit dem Gesamtoutfit. Sie passt im Idealfall farblich eins zu eins zu den Handschuhen. An dieser Stelle möchte ich die erschrockenen Männer beruhigen. Die meisten Frauen sind bereit, wenn es nicht anders geht, das letzte Kriterium weniger streng zu beachten.

Gottlieb war 60+. Mit Frauen hatte er leider kein Glück. Da es keinen dringenden anderweitigen Bedarf gab, wohnte er nach wie vor bei seiner Mutter. Unbegründete Verschwendung passte nicht zu seiner Lebensideologie.

Er ließ nichts unversucht und folgte den Wegen der Liebe bis nach Russland. Das große Land hat für jeden Geschmack viel zu bieten. Wer in Russland keine Frau findet, ist leider hoffnungslos. Gottlieb war nicht hoffnungslos. Fortuna lächelte ihn an. Es entwickelte sich eine nette Bekanntschaft. Lyudmila war bedeutend jünger als Gottlieb, hatte jedoch einen erwachsenen Sohn, was wiederum von Vorteil war.

Ein Kollege von Gottlieb war auf Abordnung bei der Auslandsvertretung in Moskau. „So ein Job wäre ein Traum“, meinte Gottlieb und malte sich ein unbeschwertes Schnupperjahr mit Lyudmila aus, vor dem sozusagen großen Schritt in Richtung Ehe. „Du könntest bei dem Botschafter ein gutes Wort für mich einlegen“, sagte Gottlieb dem Kollegen, „und die Sache ist geritzt“.

Der Kollege könnte eigentlich eine Abkürzung mittels der Frage „Hast du sie noch alle?“ nehmen, nahm sich dagegen Zeit und erklärte, dass das Gottliebs Vorhaben nicht unmöglich aber doch etwas komplexer wäre. Die Hoffnung auf glückliche Zweisamkeit mit Lyudmila schwand allmählich. Das stimmte Gottlieb ein wenig traurig. Da er die Situation so schnell nicht ändern konnte, lohnte es sich für ihn auch nicht, lange darüber zu grübeln.

Eine Sache gab es jedoch, die Gottlieb keine Ruhe ließ. Lyudmila äußerte vor kurzem ihren Wunsch nach einer Handtasche und erhoffte ein Geschenk von Gottlieb. Der Kollege sah eigentlich kein Problem dabei: „Dann kaufe ihr eine Tasche…“ . Für den praktisch denkenden Gottlieb hatte die Sache eine schwerwiegende Unstimmigkeit. „Sie hat doch schon eine Handtasche!“, äußerte er seine Bedenken dem Kollegen gegenüber. In diesem Moment verschwand die Hoffnung auf Gottliebs glückliches, eheliches Leben ganz, zumindest bei seinem Kollegen.

Am nächsten Tag ging der Kollege nach dem Feierabend nach Hause. Er hielt kurz an einem Schaufenster mit schicken ledernen Handtaschen an. Schon kurze Zeit danach ging er mit einem nett verpackten Geschenk aus dem Laden heraus und machte sich auf den Weg zu Lyudmila. „Wenn es mit uns wird“, dachte er unterwegs, „bekommt sie auch die passenden Handschuhe zum Herbst“.
 


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