herbstsignale

4,00 Stern(e) 4 Bewertungen

revilo

Mitglied
morgenrötlich vertändelt der tag
seine [red]besten [/red]stunden
auf [red]anfang[/red] stehen alle signale
[strike]fluchtbereit warten schon ängstliche[/strike]

am stammtisch gröhlen sie [red]laustark [red]/polternd[/red]?
[/red]kampflieder fürs allzugemütliche
gegen [red]alle[/red] die wissen was
heimat wirklich [red]zu sein vermag[/red]

auch ich begebe mich
lieber auf reisen [red]ins Niemandsland[/red]

ganz spontan und LG von revilo
 

anbas

Mitglied
Hm, ich würde nur "allerbesten" gegen "besten" austauschen.

Bei den Signalen geht es um "Achtung", "Vorsicht" usw. und nicht um einen Anfang.

"gröhlen" beinhaltet "lautstark" (man denke an den "weißen Schimmel" ;) )

"jene" finde ich vom Klang her besser. Es ist auch zielgerichteter als das eher schwache "alle".

"was heimat sein könnte" finde ich als Formulierung ebenfalls kräftiger.

"Niemandsland" - da bin ich mir noch nicht so sicher. Irgendwie wird da ein neues Bild aufgemacht, das mir zu sehr in der Luft hängt. Wenn es mit aufgenommen werden soll, müsste es mehr in den Gesamttext integriert werden.

Das sind meine spontanen Gedanken zu revilos spontanen Gedanken zu einem Gedicht, das mir insgesamt gut gefällt :D.

Liebe Grüße

Andreas
 
morgenrötlich vertändelt der tag
seine besten stunden
auf achtung stehen alle signale
fluchtbereit warten schon ängstliche
am stammtisch gröhlen sie wieder
kampflieder fürs allzugemütliche
gegen jene die wissen was
heimat wirklich gewesen sein könnte

auch ich begebe mich
lieber auf reisen
 
Lieber Oliver, lieber Andreas, liebe Marie-Luise,
danke für Eure Vorschläge. Ich kann mich am ehesten denen von Andreas anschließen...
Liebe Grüße
Karl
 

van Geoffrey

Mitglied
Wie soll ich

Wie sollte ich bei dir kleinlich nach Fehlern suchen.
Wo du doch mit hübschen Bildern und Wortschöpfungen unterhältst.


"morgenrötlich vertändelt der tag
seine besten stunden"

ist so ein augenzwinkernde Aussage, die ich sehr gut finde.

Die fluchtbereiten Ängstlichen kontrastieren mit den Kampflieder gröhlenden Stammtischbeisitzern.

"Was Heimat gewesen sein könnte." finde ich sehr treffend, denn das drückt aus, dass jemandem, der eine Heimat gesucht hat, keine Chance gegeben worden ist, und der darüber eine klare Vorstellung gehabt hat.

Ich will nicht sagen, dass sich für mich eine runde Geschichte aus den Zeilen ergibt - aber das vage, dass den Leser zu Assoziationen herausfordert, ist doch durchaus etwas Wertvolles.
Mach bloß weiter so.
Es ist ja wie mit dem Schwimmen - man geht unter, wenn man mit den Schwimmbewegungen aufhört. ;)

Liebe Grüße,

Roman
 

revilo

Mitglied
Das sind meine spontanen Gedanken zu revilos spontanen Gedanken zu einem Gedicht, das mir insgesamt gut gefällt .

:(..........:)
 

revilo

Mitglied
Wow......gefällt mir sehr gut......vor allen Dingen
" vertändelt "....Ich schließe mich meinen Kritikern gerne an. Meine Vorschläge waren wirklich nicht so dolle....;)

Lg revilo
 

Perry

Mitglied
Hallo Karl,

ich lese den Text mal im Konsens der aktuellen Heimat- und Flüchtlingsdiskussion.
Die (politischen) Signale stehen auf Achtung, wegen der Kampflieder versus Heimat für alle, die eine suchen.
Konstruktiv könnte ich mir vorstellen Extreme wie "besten, alle, allzu" und Füllsel wie "schon, wirklich" zu reduzieren.
Ansonsten sind wir ja alle irgendwie Reisende.:)
LG
Manfred
 
morgenrötlich vertändelt der tag
seine besten stunden
auf achtung stehen alle signale
fluchtbereit warten ängstliche
am stammtisch gröhlen sie wieder
kampflieder fürs gemütliche
gegen jene die wissen was
heimat gewesen sein könnte

auch ich begebe mich
lieber auf reisen
 
morgenrötlich vertändelt der tag
seine besten stunden
auf achtung stehen alle signale
fluchtbereit warten ängstliche
am stammtisch grölen sie wieder
kampflieder fürs gemütliche
gegen jene die wissen was
heimat gewesen sein könnte

auch ich begebe mich
lieber auf reisen
 

Oben Unten