Herbstverweigerung

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petrasmiles

Mitglied
Es geht so schnell dies‘ Jahr
Oder bin ich nur langsamer geworden?

War nicht letzte Woche noch alles grün und prall
Und nur die Ahornsamen tanzten schon im Wind?

Nun kommen die noch zahmen Stürme und der Regen
Das Gold und sanfte Rot trifft kein Sonnenschimmer

So viele Blätter bedecken schon den Boden
und auf den Stuhl gegenüber wird sich lange niemand setzen

Ich bin noch nicht so weit
Als wäre das von Bedeutung

Meine Seele schwimmt noch im Limbo
Will nicht den Sommer, nicht den Herbst

Möchte nicht, dass sich was ändert
Und hungert nach Veränderung

Muss erst die Sonne kommen und mich küssen?
Ich möchte nach Hause und weiß nicht, wo es ist

Weh mir? Lass die Stürme los!
Haut und Kleider, alles weg
Werde!
 

Zensis

Mitglied
Gefällt mir sehr gut! Ich kenne das Gefühl darin. Ich wünschte auch, es wäre nicht schon wieder so weit...

Liebe Grüße
Zensis
 
Das kann ich gut nachvollziehen, liebe Petra, obgleich es mir persönlich so nicht ergeht. Die letzten Zeilen kommen mir ein wenig kryptisch vor und gerade das erhöht den Reiz des Gedichts.

Winterwärts, nur Mut!
Arno
 

petrasmiles

Mitglied
Lieber Arno,

auch Dir mein Dank!
Ja, das Kryptische ... und ist doch die Entsprechung zur Verweigerung. Denn wie sagt der Berliner: Nützt ja nüscht! Oder: Ran an Sarch und mitjeweent!

Man kann sich ja nicht wirklich dagegenstemmen. Man muss es zulassen ... loslassen, um werden zu können, notfalls auch die Haut. Stürme und Frost aushalten, bis wieder etwas wächst - und zum Zuhause werden kann.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie der Wechsel der Jahreszeiten das Große und Ganze der menschlichen Entwicklung abbildet und manchmal hervorlockt, in Worte zu fassen, was sonst Gedanke oder Gefühl bliebe.

Ja genau, nur Mut!

Liebe Grüße
Petra
 



 
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