Herrn Woelki in den Spiegel geschrieben - Sonnet

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Walther

Mitglied
Herrn Woelki in den Spiegel geschrieben

Du willst den neuen Blick eröffnen, weit,
Weit soll er reichen, bis zum Horizont.
Er soll sie überwinden, diese Zeit,
Die dunkel ist, verloren, unbesonnt.

Du möchtest von der Kanzel Losung rufen,
Erlösung soll sie bringen. In der Wüste
Und auf der Kathedrale alter Stufen,
Da knietest du mit dem, der mit dir büßte,

Der für dich litt und für dich einst verstarb.
Jetzt kündest du vom Hoffen, doch du lügst,
Weil in Talar und deiner Stube das verdarb,
Um das es ging, und das du jetzt betrügst.

Du willst nur um des Amtes Willen bleiben
Und dein Gelöbnis so zu Staub und Nichts zerreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 22727

Gast
Hallo Walther,

ob es so einfach geht, sein Gelöbnis zu Staub und Nichts zerreiben zu wollen?

Aber schon richtig, was KlausKuckuck anmerkt: Wichtig!

Alles Gute
dmity
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,

ob es so einfach geht, sein Gelöbnis zu Staub und Nichts zerreiben zu wollen?

Aber schon richtig, was KlausKuckuck anmerkt: Wichtig!

Alles Gute
dmity
Hi dmity,
danke fürs lesen. politische lyrik verkürzt und spitzt zu. das muss sie. sie muss wehtun. und kann deshalb nicht wirklich schön und wohlgeformt sein. nur eine näherung davon.
lg W.

der dichter dankt @klauskuckuck, @rainer Genuss, @Inge. B und @dmity für lesen und empfehlen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 22727

Gast
Ja, es ist politische Lyrik, die zuspitzt - was mir unbedingt gefällt! Das Ganze auch noch ins englische Kostüm gestaut, ist besonders reizvoll! Und irgendwie originell ...

dmity
 

Walther

Mitglied
Ja, es ist politische Lyrik, die zuspitzt - was mir unbedingt gefällt! Das Ganze auch noch ins englische Kostüm gestaut, ist besonders reizvoll! Und irgenwie originell ...

dmity
Hi,
das spannt ein ganzes gewebe von bezügen auf. und das war der hintergrund für die formwahl.
lg W.
 

Oscarchen

Mitglied
Moin Walther,
das Bodenpersonal pulverisiert das Evangelium.
Kompliment, wie man dieses Thema so auf den Boden des Ursprünglichen bringt.
Den Jubelklang der Metzinger Kirchenglocken hört man bis zum Rhein-Herne Kanal.
Schöne Woche noch
LG
Oscarchen
 

Walther

Mitglied
Moin Walther,
das Bodenpersonal pulverisiert das Evangelium.
Kompliment, wie man dieses Thema so auf den Boden des Ursprünglichen bringt.
Den Jubelklang der Metzinger Kirchenglocken hört man bis zum Rhein-Herne Kanal.
Schöne Woche noch
LG
Oscarchen
Moin Oscarchen,
danke fürs lesen und belobigen. wollen wir hoffen, dass das nicht das totenglöckchen ist, das da fröhlich bimmelt. obgleich: wenn der Woelki noch ein weilchen weiter mit dem kardinalhütchen rumläuft, könnte im Kölner Dom bald totenstille herrschen.
auch dir fröhliche tage. bleib unverzagt.
lg W.

der dichter dankt @SánchezP, @Cellist und @Oscarchen für die sehr freundlichen leseempfehlungen!
 

AbrakadabrA

Mitglied
Lieber Dichterfreund,

aus meiner Sicht gehört nicht viel Mut dazu, die KK gereimt in Sonettform anzugreifen.

Die KK ist ein Staat im Staate, der sich nahezu überall gekonnt den Machtverhältnissen anpasst.

Herr Woelki ist da auch nur Mitläufer.

Das Übel liegt in der Gleichgültigkeit der mündigen Bürger.
 

Oscarchen

Mitglied
Lieber AbrakadabrA,

Herr Woelki war nur Mitläufer? Herr Woelki bekleidet die Position des verantwortlichen Erzbischofs des Erzbistums Köln.
Er hat Sachverhalte verschleiert und Aktivitäten zur Aufklärung von Straftaten verschleppt. Mitläufer bekleiden in der Regel unwichtigere Positionen.
Er tut sich heute noch schwer mit klaren Worten, wie sie andere durchaus finden.

LG
Oscarchen
 

AbrakadabrA

Mitglied
Da kommen wir zur alten Schuldfrage, die niemals aufgeklärt werden kann.

Ich an Herrn Woelkis Stelle und Posten hätte auch nicht viel anders gehandelt.

Oder anders handeln können.
 

Walther

Mitglied
Da kommen wir zur alten Schuldfrage, die niemals aufgeklärt werden kann.

Ich an Herrn Woelkis Stelle und Posten hätte auch nicht viel anders gehandelt.

Oder anders handeln können.
Hi Aron,

diese einschätzung der dinge spielt m.e. keine rolle. es geht um fragen wie schuldhaftes unterlassen. ob beweise geführt werden können oder nicht, ist für eine gerichtsverhandlung relevant. sie haben mit ethik und moral erst einmal wenig zu tun.

der betreffende hat im übrigen gar nicht die KK im blick. vielmehr geht es ihm ausschließlich um amt und würden. dieser irrtum übermächtigt führungskräfte oft, weil sie sich und die rolle gleichsetzen. unersetzlichkeit ist eine fiktion, deren unsinn schon in der endlichkeit des rollenträgers erkennbar wird.

richtig ist: die rolle steht über der person. darüber sprechen wir. es ist daher fair, dass du für dich einräumst, als mensch so (charakter-)schwach wie Woelki zu sein. das ehrt dich. ihn für diese seine schwäche vorzuführen, steht auf einem anderen blatt. man darf das selbst, wenn man so schwach ist wie der, den man kritisiert. auch das ist eine frage der logik: der autor als person ist kein kardinal, weil er weder einer sein will, noch einer sein kann. im gegensatz zu Woelki kann der autor sogar an seinem lebenden beispiel belegen, dass ihm grundsätze wichtiger sind als organisations- oder politische macht. aber auch das steht nicht zur debatte.

zusammengefasst: deine kritik geht sowohl ins leere als auch am thema vorbei. aber deine ehrliche selbsteinschätzung macht dich fast schon sympathisch.

lg W.
 

AbrakadabrA

Mitglied
Mein Lieber,

aus meiner Lebenserfahrung heraus dringt kein charakterschwacher Mensch in so eine hohe Position der Macht.

Frau Merkel beispielsweise und nun auch Herr Laschet sind hochintelligente Surfer, die die Welt ihrer Eltern bewahren wollen. Verschmelzung aus EK und KK.

Wir beide sind auch nicht viel anders.
 

Walther

Mitglied
Mein Lieber,

aus meiner Lebenserfahrung heraus dringt kein charakterschwacher Mensch in so eine hohe Position der Macht.

Frau Merkel beispielsweise und nun auch Herr Laschet sind hochintelligente Surfer, die die Welt ihrer Eltern bewahren wollen. Verschmelzung aus EK und KK.

Wir beide sind auch nicht viel anders.
Hi Aron,
das sehe ich anders. ich bin mit der politik weit oben mitgesurft. es gibt unterschiede.
wer feste grundsätze hat, kommt nur zufällig in höchste ämter. Merkel hat am Anfang von einem solchen zufall profitiert. später mutierte sie zu jemandem, dem herrschen wichtiger ist als die meisten grundsätze. herr Laschet ist wie alle aktuellen bürgerlichen, rechten und linken politiker im grunde seines wesens an der macht interessiert. weil er glaubt, dass er als person das am besten könnte. und weil es sein lebensziel ist, vom ersten tag an.
bei den Grünen gibt es heute noch ein paar, für die macht instrumentell ist und kein selbstzweck. allerdings nimmt auch bei ihnen die zahl derer, die deshalb aktiv sind, stark steigend ab. das ist der lauf der dinge.
kurz: ich bin nicht Laschet. und hätte nie einer wie er werden können. dazu ist mein wertegerüst zu pointiert. ich wäre für richtige krisen und zufälle geeignet. diese gibt es in der form zumindest aktuell aus der sicht der menschen nicht. dass das nicht ganz richtig ist, stimmt allerdings. wie kritisch es um unseren planeten und unsere sozialsysteme beispielsweise steht, wollen die menschen im moment noch nicht wirklich wissen. und erst recht nicht wahrhaben. die not ist noch nicht nahe, spürbar und personlich genug.
lg W.
 

AbrakadabrA

Mitglied
Das kann ich nachvollziehen, doch meine hier eher Disziplin.

Frau Merkel ist durch die Wende nach oben gerutscht nebst intrigantem Talent.

Das Schimpfen über die Politik bringt nix. Wenn man nicht bereit ist, selbst seine Haut zu Markte zu tragen, tun es die Menschen mit dem Eisernen Herz.
 

Walther

Mitglied
Das kann ich nachvollziehen, doch meine hier eher Disziplin.

Frau Merkel ist durch die Wende nach oben gerutscht nebst intrigantem Talent.

Das Schimpfen über die Politik bringt nix. Wenn man nicht bereit ist, selbst seine Haut zu Markte zu tragen, tun es die Menschen mit dem Eisernen Herz.
Hi Aron,
es gibt einen mittelweg - wie immer. den habe ich gewählt, nachdem ich einmal in der mühle war, und beschloss, lieber zu bleiben, wer ich bin.
lg W.
 

rainer Genuss

Mitglied
Hallo Abrakadabra
richtig ist, dass kein charakterschwacher Katholik ein solches Amt erreicht. Mir scheint relevanter, ob dieser Charakter gut oder böse wirkt. "An ihren Taten werdet ihr sie erkennen".Die goldenen Wasserhähne, die ekelhafte Prunksucht des Eberhart van Telz
Eine Institution die Barmherzigkeit predigt und selbst nicht praktiziert, z.B den Theologen Hasenhüttel exkommuniziert, weil er beim Weltkirchentag die Kommunion (übrigens eine Form von Kannibalismus durch die Wandlung) evangelischen und katholischen Christen austeilte. Priester die pädophile Straftaten begangen wurden strafversetzt.
Franziskus tut mir leid, er müsste wohl 500 Jahre wirken und Tempelreinigung betreiben.
Für mich ist die Institution Katholische Kirche der Antichrist.
LG rainer
 

Walther

Mitglied
Hallo Abrakadabra
richtig ist, dass kein charakterschwacher Katholik ein solches Amt erreicht. Mir scheint relevanter, ob dieser Charakter gut oder böse wirkt. "An ihren Taten werdet ihr sie erkennen".Die goldenen Wasserhähne, die ekelhafte Prunksucht des Eberhart van Telz
Eine Institution die Barmherzigkeit predigt und selbst nicht praktiziert, z.B den Theologen Hasenhüttel exkommuniziert, weil er beim Weltkirchentag die Kommunion (übrigens eine Form von Kannibalismus durch die Wandlung) evangelischen und katholischen Christen austeilte. Priester die pädophile Straftaten begangen wurden strafversetzt.
Franziskus tut mir leid, er müsste wohl 500 Jahre wirken und Tempelreinigung betreiben.
Für mich ist die Institution Katholische Kirche der Antichrist.
LG rainer
Hi Rainer,
der Antichrist ist sie nicht. aber menschenwerk. das ist nicht die kirche, von der die bibel spricht. sie ist auch nicht heilig, weil ihr nichts heilig ist.
eine starke persönlichkeit kann einen schwachen (= weichen, also eher schlechten als guten) charakter haben. charakterlos ist man, wenn man keine grundsätze kennt und ehre und moral über bord wirft - hier um weiterhin den Kardinalspurpur tragen zu dürfen.
Woelki gehört zu den menschen, die sich für wichtiger halten als das amt. sie halten zugleich die institution für wichtiger als den einzelnen. die gemeinde ist unwichtig. die gläubigen auch. die "kirche" ist sakrosankt. ihr schutz ist priorität 1. wer dann noch mit der aufassung "die kirche bin ich" sein amtsverständnis beschreibt, der kann nur auf den namen Woelki. Meisner oder Tebartz-van Elst hören.
lg W.
 

rainer Genuss

Mitglied
Ja, Walther, irgendwie faszinierend wie Woelki glaubt, weitermachen zu können, obwohl das Fundament seiner Regentschaft so beschädigt und besudelt ist.
Dieser religiöse Fanatismus, gleich welchen Glaubens erscheint mir unheimlich.
Dass sie zum Priesteramt absoluten Gehorsam, flach auf dem Boden liegend schwören müssen, auch.
LG r
 

Walther

Mitglied
Ja, Walther, irgendwie faszinierend wie Woelki glaubt, weitermachen zu können, obwohl das Fundament seiner Regentschaft so beschädigt und besudelt ist.
Dieser religiöse Fanatismus, gleich welchen Glaubens erscheint mir unheimlich.
Dass sie zum Priesteramt absoluten Gehorsam, flach auf dem Boden liegend schwören müssen, auch.
LG r
Hi rainer,
mir schwant, dass menschen wir herr Woelki an gar nichts glauben als an ihr heiliges recht, ihr amt zu bekleiden. sie verwechseln ihren wunsch mit Gottes auftrag an sie. das macht sie so gefährlich. früher haben sie dafür töten lassen.
lg W.
 

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