Höhepunktgenau

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Nachts besucht mich sie stets wieder,
Befreit von einengendem Mieder,
Spießt mitternachts mich frank und frei
Auf ihren lauten spitzen Schrei.

Drückt zärtlich mich an kalte Wände,
Was bis zu jenem jähen Ende
An Bewusstsein übrig bleibt,
Wird gnadenlos ganz einverleibt,

Sie fordert meinen kleinen Schuft.
Doch japsend ringe ich nach Luft,
Was sie für Gier und Lust erachtet,
Bemerk ich längst total entmachet.

Und nehme wahr in arger Not:
Das war er wohl. Der kleine Tod
 

Trasla

Mitglied
Am Anfang holpere ich sehr beim Lesen.
In der ersten zeile scheint es mir viel natürlicher zu lesen, wenn man "sie" und "mich" vertauscht:

Nachts besucht [blue]sie mich[/blue] stets wieder,

Und in der zweiten Zeile scheint mir eine Silbe zu viel, das spreche ich zumindest gehetzt, da würde mir sowas besser passen:

[blue]Ohne einengenden[/blue] Mieder,


In der dritten Zeile stört mich ein wenig das "mitternachts", weil in der ersten schon "nachts" vorkam, da fällt mir momentan noch nichts richtig elegantes ein, vielleicht sowas wie:

Spießt mich auf, teilt mich entzwei
Mit dem lauten, spitzen Schrei

oder

Spießt mich auf, ganz frank und frei
Mit dem lauten, spitzen Schrei

Im zweiten Absatz, erste Zeile hat mich das Komma am Ende irritiert, weil es mich glauben ließ, dass die zweite Zeile zur ersten gehört - dabei hängt die ja eher an der dritten. Ist aber vielleicht auch nur meine Eigenart beim Lesen.

Im dritten Absatz, zweite Zeile, würde ich das "Doch" durch ein "Und" ersetzen, denn das doch impliziert irgendwie, dass die zweite Zeile in einem scheinbaren Widerspruch zur ersten stehen würde - was sie nicht tut. Also mit "Doch" klingt es, als wolltest du sagen "_obwohl_ sie meinen kleinen Schuft fordert, ringe ich japsend nach Luft", aber es ist ja kein "obwohl", sondern ein "weil".

In der vierten Zeile des dritten Absatzes fehlt bei entmachtet das mittlere t - es sei denn, das ist Absicht, dann verstehe ich es nicht. :)
 
Nachts besucht mich sie stets wieder,
Befreit von einengendem Mieder,
Spießt mitternachts mich frank und frei
Auf ihren lauten spitzen Schrei.

Drückt zärtlich mich an kalte Wände,
Was bis zu jenem jähen Ende
An Bewusstsein übrig bleibt,
Wird gnadenlos ganz einverleibt.

Sie fordert meinen kleinen Schuft.
Doch japsend ringe ich nach Luft,
Was sie für Gier und Lust erachtet,
Bemerk ich längst total entmachet.

Und nehme wahr in arger Not:
Das war er wohl. Der kleine Tod
 
Hallo Trasla,
da ich die Betonung auf "sie" legen möchte, kann ich die erste Zeile nicht verändern.
Das Komma nach der 2, Strophe war ein Versehen.
Ansonsten fällt es mir schwer, deine Vorschläge anzunehmen, da sie mir rhythmisch nicht wirklich zu passen scheinen.
Danke dennoch für Deine Kritik und herzliche Grüße
Karl
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo

Ab Vers 3 wirds gut, was davor kommt, ist fuer guten Sex viel zu verkrampft und unrhythmisch. Man spuert foermlich, wie Du dich erst in Stimmung schreiben musstest. ;)

Auch Deine Antwort auf gute Vorschlaege ist zu verkopft. :p

Gruss

J.

(Ohmeinjot!)
 

Trasla

Mitglied
Wenn du es in der Reihenfolge lassen willst, könntest du (zumindest mir) den Lesefluss erleichtern, wenn du es so formatierst:

Nachst besucht mich: Sie. Stets wieder
 

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