Hallo Zensis,
dein Gedicht spricht mich vielleicht weniger in seinem Bild, dafür aber umso mehr in seiner Emotion an. Ich fühle deine Zeilen, während die Metaphorik zwar auch da ist, aber in den Hintergrund rückt. Das, was du fühlbar übermittelst, ist für mich eine unglaublich tiefe Wut, und wenn ich den Kommentar von johP lese, bin ich damit nicht alleine.
Nur ändern würde ich deine Zeilen auf keinen Fall, denn gerade das Adjektiv jämmerlich, mit dem dein Text startet, gibt ihm seine Richtung und Energie. Ich lese es im Daktylus, welcher mit seiner betonten Silbe zu Beginn und den zwei unbetont folgenden sowohl Kraft als auch Melancholie verkörpert. Nichts könnte für dein Gedicht besser passen, als diese Form.
Die Überladung am Ende bildet für diesen düsteren Einstieg den kraftvollen Gegenpart: hunderte rosen - doch es hätte nur eine gebraucht, die nicht verblüht.
Ich glaube, ich habe ein bisschen kryptisch gesprochen, aber ich will dir auf jeden Fall sagen, dass dein Haiku absolut bemerkenswert und außergewöhnlich ist.
Viele Grüße
Frodomir