Hunger

Hexer

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Hunger

Teil 1 von Dennis Heller

10,9,8,7,6,5,4,3,2,1 bip, bip, bip. Sie schlägt die Augen auf und starrt auf den Wecker 5 Uhr aufstehen Schule denkt sie sich, kriecht aus dem Bett und sucht nach der Rakete, die ihr Wecker jeden Morgen verschießt, um sie zu wecken. Dass infernalische bip bip würde natürlich erst aufhören, wenn sie die Rakete wieder in den Wecker gesteckt hatte. Eine lustige Idee ihres Vaters. Nachdem sie das verdammte ding endlich gefunden und reingesteckt hatte, hielt sie einen Moment inne. Ja wenn der gestrige Tag mit Kopfschmerzen endet sollte er auch mit Kopfschmerzen anfangen. Sie wankt benommen aus ihrem Zimmer ins Bad und blickt in den Spiegel. Ihr dunkelbraunes Schulterlanges Haar ist zerzaust und sie hat dunkle ringe unter ihren braunen Augen. Sie war schlank, was jedoch nicht verwunderlich ist, da sie heute wie immer unter der Woche nicht frühstücken würde. Das tägliche Joggen taten sein Übriges. Nachdem sie sich gewaschen und gekämmt hatte verließ sie das Bad, ohne noch einmal in den Spiegel zu sehen. Es war ihr egal wie sie aussah, es gab wichtigeres. Nachdem sie eine blaue Jeans und ein Bild und schriftloses Schwarzes Oberteil angezogen hatte, kramte sie noch einmal ihre Hausaufgaben von gestern heraus und sah sie wie gestern Abend nochmal durch. Sie war bis 2:30 Uhr aufgeblieben, um diese verdammte Abbildung zum Thema Reflex Entstehung zu verstehen, nur um jetzt nun festzustellen, dass sie es doch wieder alles vergessen hatte. Kaum war sie dabei die Abbildung erneut zu verstehen kam auch schon ihr jüngerer Bruder in die Küche marschiert, streckte sich und gähnte lauthals. „Morgen Schwesterherz hast du schon was zu essen gemacht? „Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin“? „Guten Morgen allerseits“ sagte ihre Mutter die gut gelaunt wie immer die Küche betrat. „Sophie hat mir kein Frühstück gemacht“, beklagte sich ihr Bruder. Ach Sophie daran hättest du ruhig mal denken können, wenn du schon immer früher als nötig wäre aufstehst“. „Ich war mit Bio Beschäftigt“! Hättest du das nicht gestern Abend machen können? Entgegnet ihre Mutter, die gerade ein Brot für ihren Bruder schmierte. „Hab ich doch aber ich hatte wieder vergessen worum es geht und verstehe meine Notizen nicht mehr“. „Wenn dein Kopf schon so löchrig ist solltest du mal früher ins Bett gehen sagte ihr Bruder“. Sie erwiderte nichts. Sollte der Kleine 13-jährige Jonas erstmal in ihr Alter kommen und sich für ein Abitur vorbereiten. Wobei sie bezweifelte, dass es dazu kommen würde. Er würde entweder nach dem Realschulabschluß eine Ausbildung machen, es sei den Natürlich, seine und die Träume ihres Vaters von der großen Fußball Karriere würden sich erfüllen. Sie dagegen war 18 Jahre alt und ging in die 13 Klasse und kämpfte darum die Unmengen an Stoff in ihren Kopf reinzubringen. Als sie dachte ein verlorenes Schuljahr aufgrund von G8 nachzuholen war schwierig, dann war die Abitur Vorbereitung die pure Hölle, da sie es nie schaffte alle Themen in ihrem Kopf zu behalten. Lernte sie das eine, vergas sie das andere und da die meisten Themen aufeinander aufbauten, konnte sie auch gleich direkt neu anfangen. Ihr Bruder hatte inzwischen sein Brot aufgegessen und ging, um seine Sachen für die Schule zu packen. Als sie ihm hinter hersah, fragte sie sich nur, wie es sein kann, dass ein 13-Jähriger sein Brot nach wie vor immer von seiner Mutter geschmiert bekommt. Als sie noch in Gedanken war kam ihr Vater in die Küche und rieb sich die Augen. „Sie zu, dass du den verdammten Wecker nächste Mal früher ausschaltest und dich danach nicht noch im Bett verkriechst“. Sie wusste es besser und erinnerte ihn nicht daran, dass er ihr den Wecker erst gekauft hatte. Als sie das letzte Mal vorschlug den Wecker einfach weckzuwerfen wenn er alle doch nur störte, sah er sie nur entgeistert an und sprach: „Der Wecker ist jawohl kaum für deine Faulheit verantwortlich ,ich will nicht das du ihn wegwirfst ich hab ihn ja extra für dich gekauft, wenn du schon darauf bestehst immer so früh aufzustehen“ und damit war die Diskussion wenn man es so nennen konnte beendet. Sie musste zu geben, dass er recht hatte. Sie stand seid sie auf der Oberstufe war eine Stunde früher auf als notwendig wäre, um sich nochmal ihre unterlagen anzusehen und das morgendliche Chaos im Bad zu vermeiden. Als sie ihrem Vater damals erzählte, dass sie jetzt früher aufstünde, hatte er sie schlicht mit den Worten: „Ja ja Mädchen ab einem gewissen Alter brauchen ganz einfach etwas mehr Zeit im Bad“ unterbrochen und danach weiter Nachrichten gesehen. Viele Menschen würden glauben, dass ihr Vater ein perfektes Leben hat. Nach einem Unfall auf der Arbeit aufgrund von defekten Geräten, hatte er sich mit seinen ehemaligen Arbeitgebern außergerichtlich auf ein großzügiges Schmerzensgeld geeinigt. Das und das „Gehalt“ das ihre Mutter als Krankenschwester verdiente reichte tatsächlich für ein einigermaßen glückliches Leben aus. Finanziell gesehen. Der Rest der Familie verabschiedete sich von ihm und ihre Mutter fuhr sie zum Bahnhof. Während der Fahrt wunderte Sophie noch einmal über das Schicksal ihres Vaters. So kanns gehen dachte sie sich Unfall einen Augenblick Todesangst und zack ausgesorgt. Ich wüsste nicht, was ich machen würde, wenn ich auf einmal nicht mehr zu Schule oder Arbeiten müsste. Wenn sich Tochter und Vater in vielen Unterschieden da waren sie sich ähnlich, beide kamen mit zu viel Freizeit nicht wirklich klar. Als sie am Bahnhof waren und sich verabschiedeten, rannte ihr Bruder auch schon los zu seinen Freunden, sehr zu Sophies glück, da sie die Bande bestenfalls als nervig empfand. Während sie auf die Bahn wartete und später als sie ihn der Bahn saß war sie mit ihrem Handy beschäftigt, hielt es sich vors Gesicht und starrte darauf. Das tat sie aus zwei guten Gründen. Erstens Menschen, die auf ihr Handy starren, lässt man in der Regel in Ruhe, zweitens sie hatte gestern Abend ein Foto von der Abbildung gemacht, um es sich in der Bahn nochmal anzusehen. In Gedanken versunken verpasste sie fast wie immer ihre Station und stolperte gerade vor schließen der Tür noch auf den Bahnsteig.




Die ersten beiden Stunden begannen mit Deutsch bei Herr Müller. Herr Müller, sie erinnert sich noch als er sich in der 12 vorgestellt hatte. Ein Deutschlehrer der Müller heißt wie fantasielos. Ähnlich fantasielos verlief auch sein Unterricht. Also gähnte er, nachdem sich alle gesetzt hatten. Wir fangen an „Die Verwandlung“ von Franz Kafka zu lesen schon mal jemand davon gehört? Stille. Na, wer hätte das gedacht murmelte er, aber natürlich laut genug, damit es jeder hören konnte. Er hielt eine Ausgabe in die Höhe „also denkt daran wir lesen dieses spezielle Format, dass ich schon vor den Ferien bekannt gegeben hatte, wer es versäumt hat das zu bestellen, der holt das so bald wie möglich nach in der Zwischenzeit sehen diese Spezialisten mit ihren Nachbarn rein wir beginnen zu lesen…“


Nach Deutsch machte sie sich auf den Weg zum Bio Raum. Währenddessen dachte sie an das was sie gerade gelesen hatte. „Mann wird zu Insekt entweder ist das sifi Genre älter als ich dachte oder dahinter steckt irgendein schwer zu erfassender hinter Metaphern und Symbolik getarnter höherer Sinn, der vermutlich auch noch Gesellschaftskritisch ist. Wahrscheinlich letzteres“. Das hatte sie nie verstanden wieso die Botschaft eines Buches oder Gedichtes soweit verschleiern bis es niemand mehr erkennt. Aber sie hatte wichtigeres zutun dachte sie sich, als sie sich vor die Tür setzte und noch einmal ihre Bio Blätter hervorkramte. So was passiert also, wenn dir jemand mit einem Hammer vors Knie schlägt.

Also Leute sagte Frau Fame ihre Bio Lehrerinn gut gelaunt wie immer was passiert in eurem Körper, wenn euch jemand mit einem Hammer vors Knie schlägt? Sophie sieht ihre Notizen und die Abbildung an,“ Das kann nicht richtig sein“. Ja Tim was denkst du? Würde er nicht auf der anderen Seite des Raums sein könnte man meinen das er ihre Notizen abgelesen hätte. „Sicher falsch“ denkt sie. „Sehr gut Tim schreibt euch das bitte so auf Leute“ freut sich Frau Fame. Verdammt nächste Mal melde ich mich nimmt sich Sophie vor zum wahrscheinlich tausendsten Mal. Lernt das Thema nochmal zuhause für euch wir schreiben ja in zwei Wochen die 4 stündige Klausur hier sind noch ein paar Blätter, die euch beim lernen helfen sollen. Ein paar erwies sich als acht stück. Nachdem der Rest des Lk gewöhnlich verlief also für Sophie unverständlich und Angesicht der sich nähernden Klausur beängstigend machte sie sich gerade auf den Weg zu Geschichte und ging in Gedanken den Rest des Tages durch. Das hieß nachhause kommen, sich etwas zu essen machen es sei den ihr Vater hat etwas Vegetarisches vorbereitet okay naiver Gedanke. Dann bleibt ja nur noch Essen machen, Hausaufgaben machen, anfangen für die Klausur zu lernen, ihrem Bruder bei seinen Hausaufgaben helfen, ihn ins Fußball Training fahren und zwischen durch wollte sie es noch schaffen ein bisschen Joggen zu gehen, was ihre Eltern natürlich nur Mittags erlaubten damit sie „Abends nicht allein im Dunklen herumrennt“ wie ihr Vater es einmal ausdrückte. Auf einmal fing ihr Magen schmerzhaft an zu knurren „ach ja“ dachte sie und zwischendurch muss ich ja auch noch essen und trinken und kaufte sich bei der Cafeteria noch schnell eine Brezel. Vor dem Klassenraum aß sie und wartete darauf, dass die Pause vorüberging ihre Mitschüler ignorierte sie aber das beruhte auf Gegenseitigkeit.

Nachdem ihre Geschichtslehrerinn Frau Unger nach 10 Minuten Verspätung endlich kam begann der Unterricht schließlich mit dem Thema der Nachkriegszeit kalter Krieg etc. Das Hauptthema dieser Stunde wahren die Wirtschaftsreformen in Deutschland sowie Sinn und Auswirkungen des Marschallplans. Sie hörte nur halbherzig zu, zum einen, weil Wirtschaft Themen für sie ohnehin zum einschlafen waren zum anderen, weil sie noch damit beschäftigt sich auf eine 4 stündige LK Klausur einzustellen. „4 stündig“ dachte sie „ich zittere schon vor einer normalen Klausur und muss jetzt 4 stündig schreiben, dazu kommt noch das 4 stündig das Abitur Format, wenn ich diese 4 stündige Klausur nicht aushalte kann ich mir auch gleich einen Ausbildungsplatz suchen. „Ähm Sophie“ der Junge neben ihr stieß sie leicht an, sie schrak auf und sah einen Stapel Arbeitsblätter vor sich „Entschuldigung“ sagte sie schnell und gab die Blätter in die hintere reihe weiter. Danach versank sie auch schon wieder in Gedanken und hörte das Geflüster über sie nicht mehr oder tat zumindest so als ob.


Als sie endlich in der Bahn saß nach 40-minütiger Wartezeit kramte sie gleich die Bio Blätter hervor nur um festzustellen, dass die meisten eine Rückseite hatten. Gerade als sie das bemerkte griff sie sich vor schmerz an den Bauch der ihr auf einmal unfassbar weh tat und dabei eindeutige Geräusche von sich gab, die ihr einen Missbilligenden Blick von dem Mann einbrachte der ihr Gegenüber saß und hörbar Seufzte als er seinen Blick wieder auf seine Zeitung wendete, was sie gekonnt ignorierte. Eine halbe Stunde später in denen sie nicht einmal eines der Blätter wirklich verstanden hatte, war sie auch schon wieder bei ihrem Heimat Bahnhof der glücklicherweise selbst zu fuß kaum mehr als eine Viertelstunde von ihrer Wohnung entfernt war. Mehrere Meter vor ihr sah sie ihren Bruder mit ein paar Freunden laufen. Er war in einem Abteil näher dem Bahnhofsausgang außerdem stieg sie immer absichtlich in das hintere Abteil ein. Wenn sie morgens eine halbe Stunde lang das nervige gekrächzte ihres Bruders oder seiner freunde ertragen müsste, würde sie ihnen noch den Kopf abbeißen. „Okay seltsamer Gedanke als Vegetarier Sophie“ dachte sie sich selbst. „Apropo mal sehen was es zu essen gibt dachte sie“ als ihr Haus in Sicht kam.

Der Fleisch Geruch wehte ihr entgegen sobald sie über der Schwelle war und sie musste sofort eine Welle der Übelkeit und den damit verbundenen Brechreiz runterschlucken, als ihr Vater sie damit überraschte, dass er was beim Döner für sie geholt hatte. Schnitzel für ihn und ein Döner Teller für Jonas jeweils mit Pommes. Sophie bekam eine Portion Pommes und den dazugehörigen Salat von den Gerichten ihres Vaters und ihres Bruders. „Hoffe du bist zufrieden mit den Pommes, wusste sonst nicht was ich dir hätte mitbringen können“. „Ja danke“ sagte Sophie. Der Rest des Tischgesprächs erzählten sie von der Schule wobei Jonas sich eher auf das Fußball spiel in der Pause fokussierte, dem ihr Vater gespannt zuhörte. Sie selbst sagte nur pflichtbewusst, dass alles beim Alten war und nichts Erwähnenswertes passiert sei. Stimmte sogar derselbe Alptraum wie jeden Tag. Nachdem sie mit Essen fertig war ging sie auf ihr Zimmer und begann damit ihre Hausaufgaben zu erledigen was an sich schnell ging, auch wenn sie immer wieder ihre Unterlagen durchsuchen musste, wenn sie etwas vergessen hatte. Als sie gerade anfing ihre Bio Unterlagen für die Klausur zusammenzufassen ging plötzlich ihre Tür auf und ihr Bruder spazierte herein. Sorry Sophie, aber Papa hat gesagt die sollst mir mal bei den Hausaufgaben helfen. „Gott wie sehr ich es hasse, wenn er Sätze damit beginnt, dass ich laut Papa ihm bei irgendwas helfen soll“. „Na schön“ sagte sie schicksalsergeben wohlwissend, dass eine Weigerung ohnehin nicht möglich war. „Worum geht es den diesmal, doch nicht schon wieder Brüche, oder? Der leicht schuldbewusste Ausdruck auf dem Gesicht ihres Bruders machte jede Antwort überflüssig. Sophie nahm sich wie immer zusammen und erklärte ihrem Bruder wie schon letzte Woche die verschiedenen Regeln des Bruchrechnens. Dividieren Kehrwert multiplizieren, Multiplikation Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner und bei Summation und Subtraktion nachdem kleinsten gemeinsamen vielfachen suchen. Als er sich nach einer halb stündigen privaten Mathematik Vorlesung dankend verabschiedet hatte, Dachte sich Sophie nur: Er ist manchmal so nervig und manchmal meint 24 Stunden am Tag manchmal könnte ich ihm einfach eine verpassen, wenn er mich wegen solchem Kinderkram beim lernen stört“. Die Schuldgefühle deswegen ließen nicht lange auf sich warten, konnte sie doch kaum jemandem etwas verübeln der etwas vergisst, lief doch bei ihr selbst alles was sie lernte wie bei einem Sieb nach ein paar Stunden aus ihr raus. Welche große Schwester denkt schon darüber nach ihrem Bruder eine zu verpassen, weil er sie um Hilfe fragt? Sie starrte wieder auf ihre Blätter konnte sich aber nicht mehr richtig konzentrieren. Sie war zu sehr damit beschäftigt darüber nachzudenken, was für eine bösartige asoziale Person sie doch war und als wäre das nicht genug begann ihr Magen auch wieder zu knurren, was seltsam war, da sie doch gerade etwas gegessen hatte. 2 Stunden später die sie auch nicht wirklich weitergebracht hatten fuhr sie ihren Bruder zum Fußball Training. Während der Fahrt redeten sie nicht, sie hatten sich ohnehin selten etwas zu sagen. Stattdessen folterte er sie damit über seine Kopfhörer eine so laute Vergewaltigung der deutschen Sprache zu hören, dass sie gezwungen war mitzuhören, sodass sie erleichterte wahr als er endlich ausstieg und, seine Sportsachen nahm und sich verabschiedete, ohne sich zu verabschieden. „Fußball“, dachte sie und erinnerte sich daran wie ihr Bruder sich einmal über Hunde lustig gemacht hatte die einem Ball hinterher Jagden und musste grinsen. „Am Ende Jagd wohl jeder einem Ball hinterher Bruderherz“. Das lächeln verging ihr doch sofort wieder, wenn sie an die Unmengen an Stoff dachte, den sie noch zusammenfassen und für das Abitur vorbereiten musste. Das Joggen ließ sie heute also lieber ausfallen.

Später am Abend war Sophie nervlich schon am Ende. Sie hatte den ganzen Tag damit verbracht Lernzettel für die Klausur und das Abitur anzufertigen, hatte jedoch noch kaum etwas verstanden und noch nicht einmal ansatzweise alle Themen zusammengefasst. Dazu bekam sie immer ungewöhnlich starke Bauchschmerzen und Krämpfe, wenn sie an das Abitur, die Klausur, ihre Familie und an all die Arbeit dachte, die sie noch vor sich hatte. Sie saß beinah eine Stunde auf dem Klo, weil sie dachte das sie vielleicht einfach durchfall hatte, aber es kam nichts und der Schmerz ging auch nicht, jedenfalls nicht bis zum Abendessen. Es gab Frikadellen mit Kartoffelbrei und trotz ihrer großen Bauchschmerzen hatte sie schon 3 Teller Kartoffelbrei gegessen, ohne so richtig zu wissen was sie tat. Die Gespräche ihrer Familie bekam sie nur am Rand mit, sie war wie ihm Delirium. Hunger, das Wort hallte durch ihren Verstand. Der Kartoffelbrei schmeckte für sie nach nichts.“ Wie bin ich nur früher von dem Brei Satt geworden“ ging es ihr durch denn Kopf und ehe sie wusste was sie tat nahm sie sich eine Frikadelle auf den Tisch und begann hineinzubeißen. Der Geschmack war herrlich. Noch nie in ihrem leben hatte sie etwas so Herrliches gegessen. Es dauerte eine Weile bis sie die Stille um sie herum bemerkte und die überraschten blicke um sich herum wahrnahm. Während sie von allen Seiten angestarrt wurde kaute sie langsam weiter. „Bist du Krank?“ fragte ihr Bruder als erster und ihre Mutter schloss sich der Frage mit leicht besorgtem Gesichtsausdruck an. Nur ihr Vater grinste über beide Ohren und sagte „Ach kommt lasst das Mädchen doch Essen, wenn sie will, sie ist ohnehin etwas zu dünn“ und damit war alles gesagt. Die Bauchschmerzen hörten auch nach der 4 Frikadelle auf, wobei ihr Vater nicht mehr ganz so fröhlich wirkte als sie ihn um die letzte Frikadelle bat, die er mit leicht gepeinigtem Blick an sie abtrat. Bis zum Schlafen gehen lernte sie noch weiter und das mit weit größeren Fortschritten als vor dem Abendessen. „Natürlich Fleisch ist ein guter Lieferant für Energie und Proteine und das kann ich aktuell gut gebrauchen, außerdem isst sowieso jeder Fleisch und es war wahrscheinlich das erste Mal das Vater mal auf meiner Seite ihn ein Gespräch eingegriffen hat. “Sagte sie sich trotzig selbst und arbeitete weiter.

Später in der Nacht 3 Stunden bevor die Rakete wieder losging wachte sie zitternd und schweißgebadet auf. Sie hatte einen Alptraum indem sie Blutüberströmt wieder an ihrem Esstisch saß und mit hungrigem Blick in ein Stück Fleisch schnitt, dass dabei mit der Stimme ihres Bruders schrie und sie anflehte aufzuhören. Sie rannte ins Bad wo ihr Gesicht zitternd über der Toilette schwebte. Die Haare fielen ihr ins Gesicht, als sie auf das unvermeidbare und verdiente wartete. Aber nichts passierte. 10 Minuten, 30 Minuten bis zu einer vollen Stunde kniete sie über der Toilette. Aber sie musste sich nicht übergeben. Mit der Zeit verschwand auch die Übelkeit und der Traum verblasste wie jeder Traum nachdem aufwachen verblasst, bis er nur noch eine verschwommene Erinnerung ist, die mit der Zeit gänzlich verschwindet. Sie stand schließlich auf, strich sich die Haare aus dem Gesicht und ging in ihr Zimmer, wo sie wieder unter die Decke kroch. Sie musste daran denken, wie sie einmal Ferien auf einem Bauernhof im Schwarzwald gemacht hatten als sie 7 Jahre alt war. Dort hatte sie die den halben Tag die Kühe beobachtet hatte und die Kälber gestreichelt. Sie hatte sie immer heimlich gefüttert, wenn niemand dabei war, weswegen die Kühe immer gleich zu ihr an den Zaun kamen und ihr die Hände abgeleckt hatten, wenn sie sie durch denn Zaun gesteckt hatte. Sie erinnerte sich noch an den hoffnungsvollen und neugierigen Blick denn die Kühe immer hatten, wenn sie kamen und an das sanfte kitzeln, wenn ihre Zungen ihre Hände berührten. Nach diesem Urlaub war sie Vegetarierin geworden und allein der Geruch von Fleisch bereitet ihr seitdem Übelkeit. In ihrer Decke eingerollt, begann sie leise zu weinen als sie sich an die Kühe erinnerte. Sie weinte, weil Fleisch an diesem Tag wohl das einzige wahr was ihren Hunger beendet hatte. Sie weinte, weil sie sich nicht übergeben hatte. Am meisten weinte sie jedoch, weil sie wusste, dass etwas tief in ihr sich einfach nicht übergeben wollte, wieso auch wenn das Fleisch so gut geschmeckt hatte. Nach einer weile beruhigte sie sich wieder und schlief ein. Es blieben noch eine Stunde und dreißig Minuten bis zum nächsten Countdown.

9,8,7,6,5,4,3,2,1 bip bip bip. Mühsam öffnete sie die Augen und richtete sich leicht zitternd auf, während ihre Augen ihr Augen das das dunkle Zimmer nach der Rakete absuchten. Als sie sie endlich fand, starrte sie noch ein paar Augenblicke auf sie drauf, ohne sich zu rühren. „Du könntest aufstehen, sie wieder reinstecken und dann einfach ins Bett gehen und weiterschlafen. Ja das wäre vernünftig jeder Arzt wird dir bestätigen, dass eine Stunde schlaf zu wenig ist“. Sprach eine Stimme ihn Sophies Kopf, die zuerst sehr vernünftig klang, bis sie erkannte wie selbstzerstörerisch dieser Vorschlag doch tatsächlich war. „Schule schwänzen vor der vierstündigen Klausur, da kann ich mir auch gleich eine Stelle als Putzfrau suchen“, sagte sie sich selbst und verbannte ärgerlich diese faulen Gedanken aus ihrem Kopf, stand auf und steckte die Rakete zurück in den Wecker. Immer noch mit schweren Augenlidern, wankte sie ins Badezimmer und wusch sich. Nachdem sie sich die Zähne geputzt hatte und das Gesicht mit kaltem Wasser geputzt hatte, was die müdigkeit wenigstens ein bisschen vertrieb, sah sie sich ihr Gesicht nochmal ihm Spiegel an. Nicht aus Eitelkeit, eher aus einem morbiden Interesse heraus zu sehen ob der Schlafmangel schon sichtbare Konsequenzen abseits der Augenringe hatte. Soweit jedoch nichts neues. Dieselben rehbraunen Augen, untergraben von immer deutlicher werdenden Augenringen. „Soweit so gut dachte sie sich und begann sich ihr Haar aus dem Gesicht zu kämen. Als das beendet war, zog sie sich eine blaue Jeans aus ihrem Kleiderschrank an, der noch 8 anderer dieser Jeans enthielt, die alle gleich aussahen. Dazu trug sie wie immer ein dunkles langärmliches Oberteil ohne besondere erkennungsmerkmale. Danach ging sie mit ihren Sachen runter in die Küche und machte ihrem Bruder schnell ein Toast Brot mit Nutella und für sich einen Kaffee, ehe sie sich nochmal an ihre Unterlagen setzte.

Okay ist der Anfang einer Geschichte an der ich gerade schreibe. Soll ihm Horror genre liegen auch wenn man das jetzt vielleicht noch nicht so genau erkennt ( sorry dafür)
über jede art von Feedback und Kritik wäre ich dankbar.

Grüße Hexer
 

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