Ich glaube dass der Tod ein Künstler ist

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Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
in dieser stadt haben un-
sichtbare verleger auch
den letzten aller passanten
in kleindruck zwischen die
seiten aus beton gepresst.
ggg
spaß haben wir nur
wenn wir den mönchen
dieser stadt unsere
säcke unsichtbarer ameisen
ins nirwana kippen.
gsäcke voller​

gedichte mit sätzen
wie diesem: wir glauben
werte herren dass
der tod nur ein künstler ist
der etwas mehr vom ende
versteht als ihr euch das
ggggggvorzustellen vermögt.
das mag​

ein bischen beißen bester sagte
mir ling wang um fünf uhr früh bei
brot und tee und lachte. aber
kommt erstmal in eurer zukunft an!
 

cecil

Mitglied
Der Tod war auch mal ein Meister Deutschland ... als Künstler ist er mir eindeutig sympathischer!

LG, Cecil
 

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
Danke dir. Nun, ich stelle diesen Satz ja aber der Lächerlichkeit bloß, er mag rin bischen beißen, ok. Aber das war es dann auch. Ist ja auch Unfug!

Lg
Patrick
 

Alex.ey

Mitglied
Da fehlt ein Kommata: ich glaube KOMMA dass der Tod ein Künstler ist. Im Übrigen ist der Tod ein abstraktes Ding und kein aktiver Gestalter, also wie soll er Künstler sein?? Im Grunde gibt es den Tod nicht, er ist nur eben nicht Leben; im selben Sinne wie Kälte auch nur die Abwesenheit von Wärme ist.
 

Mondnein

Mitglied
(mir fehlt kein kommata, was auch immer das sein soll.)

Interessant die chinesische Dicherkollegin, die früh wach ist, breakfastet, lacht und dem zum Altherrengespräch nivellierten Meister aus Deutschland diesen schlichten Imperativ, einen Koan, entgegenwirft: "kommt erst mal in eurer zukunft an!"
 

Ralf Langer

Mitglied
Hi patrick,

ich versuche mir gerade vorzustellen um welchen Satz dieses Stück gewachsen ist. In meiner Welt wäre es:
" Ich glaube das der Tod ein Künstler ist"

Der Tiel lockt an, gefüllt mit Widerspruch, mit ein wenig Pathos und mit all den Konnotationen (wie : der Tod ist ein Meister aus Deutschland etc)
die darum ranken.
Hm, es gibt je den personifizierten Tod( ich glaube er stammt aus der Zeit der Pest), der Sensemann und oder ähnliches.
Spannend ist hier aber nicht nur der "Tod" sondern der Zusmmanehang mit Kunst.

Ethymylogisch richtig ist ja "Kunst" kommt von "Können" gr. techne.
Kunst behauptet sich als Gegenteil von allem was natürlich entsteht. In diesem Sinne ist ein Müllbeutle Kunst , weil künstlich hergestellt.
Und natürlich seit Göethes Zeiten: die schönen Künste, worunter der Begriff auch heute noch weitläufig verstanden wird.

Und du erklärst ja einmal:

" weil er (der Tod) vom Ende mehr versteht"

Alles sehr widersprüchlich. Ich mag das. Eine für mich schlichte Erklärung was der Tod sei ist:

"der Tod ist das Ende aller Wechselwirkungen"

Hm, der Tod tritt ein wenn das Sterben als Prozess vorübergegangen ist. Da kommt er sprichwörtlich in die Gänge und nimmt Fahrt auf.

Und doch relativierst du ja einen Halbsatz vorher durch den Sprecher dieses Sazues, der wohl ein Dichter, also Kunstschaffender ist:

gedichte mit sätzen
wie diesem: wir glauben
werte herren dass
der tod nur ein künstler ist
der etwas mehr vom ende
versteht als ihr euch das

...


ich denke das "Wir" ist ein Künstler selbst.

Und : " Kommt erstmal in eurer Zukunft an!

Lapidar gesprochen. Aber meint diese Zukunft dann eben am Ende nicht den Tod?


Fücr mich ein durchaus schön verwobenes Stück in dem ich gerne herumschweifte

LG
Ralf
 

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
Vielen Dank für die tollen Kommentare, da gehe ich Morgen, oder Übermorgen drauf ein, muss erstmal drüber nachdenken!
 

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
ich versuche mir gerade vorzustellen um welchen Satz dieses Stück gewachsen ist. In meiner Welt wäre es:
" Ich glaube das der Tod ein Künstler ist"
Exakt das war der Ausgangspunkt ;)

ich denke das "Wir" ist ein Künstler selbst.
Ich stimme dir weitesgehend zu, nur in diesem Punkt nicht. Das "Wir" bezieht sich auf die Einwohner der "Stadt" die ja selber nur eine Metapher für ein Land ist. So politisch kann man auch die von @Mondnein als Koan ausgemachte Schlusszeile verstehen.

Lapidar gesprochen. Aber meint diese Zukunft dann eben am Ende nicht den Tod?
Ja, möglich, aber vielleicht meint sie auch jene Hinwendung zum Tod, die in den asiatischen Kulturen anzutreffen ist, jedenfalls abstrakt. Und das dann wieder als Metapher?
 



 
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