Horst M. Radmacher
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Den Beweggrund, sich ausschließlich vegetarisch zu ernähren, hatte David Ahlborn vor einigen Jahren bei seiner Tochter nachvollziehen können. Diese wollte nunmehr keine Teile mehr von einem Nahrungsmittel essen, dem sie in die Augen sehen könnte. D'accord. Bei ihrem jüngeren Bruder, der zwei Jahre später ebenfalls fleischliche Nahrung ablehnte, fehlte ein erklärender Bezug, als der dem Vater dies einfach so mitteilte. David war verblüfft, er hatte bislang bei seinem zwölfjährigen Sohn nicht viel Tiefgründiges entdecken können. Und nun der extreme Schwenk hin zu einem Iss-besser-Lebensgefühl? Überwiegend beschäftigte sich sein Sohn in seiner freien Zeit obsessiv mit der Vervollständigung seiner Pokémon-Karten, und fiel bei seinen Essgewohnheiten eher dadurch auf, Fastfood zu verschlingen - mit eindeutig tierischem Schwerpunkt. In der aktuellen Ausgangslage hatte David nicht die Muße, sich eingehend mit diesem Thema zu befassen. So warf er lediglich einen flüchtigen Blick auf den Tisch mit den dort ausgelegten Motiven der bunten Sammelkarten und fuhr fort mit den Vorbereitungen für eine Geschäftsreise nach Japan.
Einige Tage später in einem Restaurant in Yokohama. David Ahlborn freute sich nach mehreren Tagen anstrengender Verhandlungen genau auf diese Art der Entspannung. Nach anfänglichem Fremdeln mit der japanischen Kochkunst, Sushi-Gerichte zählten für ihn da schon zum internationalen Standardessen, schätzte er inzwischen die kulinarische Vielfalt der japanischen Küche sehr. Besonders Ramen-Nudel-Gerichte hatten es ihm angetan. Jetzt, bei Durchsicht der Speisenkarte im Restaurant 'Ramen Tsuchinotomi', stieß er im Subtext der angebotenen Gerichte auf die ihm nicht verständliche Bezeichnung einer Zutat: 'Wooper Looper'. Sein japanischer Begleiter erklärte ihm diesen Begriff und zeigte ihm auf dem Smartphone eine Abbildung davon. Und da kam David aus dem Staunen nicht heraus. Was er als Bild auf dem Display sah, verwirrte ihn. Es war die Abbildung eines Symbols aus der Pokémon-Sammlung seines Sohns. Er blickte einem der dort stilisierten Fabeltiere direkt ins Antlitz. Und David erfuhr mehr. Der Begriff 'Wooper Looper' ist in Japan als Kunstwort für den Begriff Axolotl in die Landessprache übernommen worden, mit der 'kreativen' Erklärung, dies wäre die englischsprachige Bezeichnung für den putzigen Schwanzlurch - Japaner können das ursprüngliche, alt-mexikanische Wort Axolotl nicht aussprechen. In der japanischen Küche ist dieser Lurch seit vielen Jahren in verschiedenen Zubereitungsformen inzwischen sehr beliebt. Und jetzt stutzte David Ahlborn. Er hatte das kreative Assoziationsvermögen seines Sohnes offensichtlich unterschätzt.
Einige Tage später in einem Restaurant in Yokohama. David Ahlborn freute sich nach mehreren Tagen anstrengender Verhandlungen genau auf diese Art der Entspannung. Nach anfänglichem Fremdeln mit der japanischen Kochkunst, Sushi-Gerichte zählten für ihn da schon zum internationalen Standardessen, schätzte er inzwischen die kulinarische Vielfalt der japanischen Küche sehr. Besonders Ramen-Nudel-Gerichte hatten es ihm angetan. Jetzt, bei Durchsicht der Speisenkarte im Restaurant 'Ramen Tsuchinotomi', stieß er im Subtext der angebotenen Gerichte auf die ihm nicht verständliche Bezeichnung einer Zutat: 'Wooper Looper'. Sein japanischer Begleiter erklärte ihm diesen Begriff und zeigte ihm auf dem Smartphone eine Abbildung davon. Und da kam David aus dem Staunen nicht heraus. Was er als Bild auf dem Display sah, verwirrte ihn. Es war die Abbildung eines Symbols aus der Pokémon-Sammlung seines Sohns. Er blickte einem der dort stilisierten Fabeltiere direkt ins Antlitz. Und David erfuhr mehr. Der Begriff 'Wooper Looper' ist in Japan als Kunstwort für den Begriff Axolotl in die Landessprache übernommen worden, mit der 'kreativen' Erklärung, dies wäre die englischsprachige Bezeichnung für den putzigen Schwanzlurch - Japaner können das ursprüngliche, alt-mexikanische Wort Axolotl nicht aussprechen. In der japanischen Küche ist dieser Lurch seit vielen Jahren in verschiedenen Zubereitungsformen inzwischen sehr beliebt. Und jetzt stutzte David Ahlborn. Er hatte das kreative Assoziationsvermögen seines Sohnes offensichtlich unterschätzt.