Im Café Kobo

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RightUpDown

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“Sind Tische aus Glas nicht extrem…unpraktisch?“, fragte Jakub den Ober. Die ständig sichtbare Offenbarung, dass er in der Wahl seines Schuhwerks, denn er war kurzerhand in flache Turnschuhe geschlüpft, vielleicht nicht ganz treffsicher gewesen war, bereitete ihm Unbehagen. Dabei hatte er am Rest seines Körpers, einzig für den heutigen Tag, viel Mühe investiert, einigermaßen adrett daherzukommen.
„Man hat die Katzen besser im Blick“, erwiderte der Ober mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Ah ja, gut, dann würde ich ein großes Bier nehmen … und der Dame an der Bar würde ich gerne einen Drink spendieren, und zwar...“ er lehnte sich zurück, sah auf die Speisekarte an der Wand und las eine Unmenge an Namen von Cocktails, die er noch nie gehört hatte, fühlte sich schon unter Zeitdruck geraten und wählte dann einfach das teuerste, das müsste doch schließlich gut genug sein, „einen Zombie bitte“.
Der Ober zeigte sein wohl charmantestes Lächeln, nickte und zog wieder weiter. Auf Jakub machte er einen fast jugendlichen Eindruck, aber seine entschlossenen Bewegungen, sein Erscheinungsbild, mit glatt gekämmten Haaren und noch glatter rasiertem Gesicht, das alles ließ ihn äußerst erfahren und sattelfest wirken. Er lehnte sich etwas zur Seite und blickte über die Schulter durch den Durchgang zur Bar, dort, wo die Frau saß, die ihn so freundlich angesehen hatte als er reingekommen war und ihm nun den Rücken zukehrte. Vielleicht hatte er es sich auch nur eingebildet, vielleicht sah sie jeden so freundlich an, vielleicht hatte sie einfach ein ganz und gar freundliches Gesicht. Als er das Café betreten hatte, war sie ihm gleich aufgefallen, leger gekleidet, weiße Bluse, kastanienbraune Samthose, schulterlanges, dunkles Haar, so saß sie an der Bar, studierte ihre Zeitung und kraulte beiläufig mit einer Hand die Katze, die es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht hatte. Es war recht voll gewesen, so voll zumindest ein Café mit ein bis zwei Personen pro Tisch momentan sein konnte, und so hatte er die üppige, gut bestückte Bar, die den Eingangsbereich so demonstrativ beherrschte, hinter sich lassen müssen, den Gang entlang, um im nächsten Raum in der hintersten Ecke einen freien Tisch am Fenster zu ergattern. So edel und heimelig, wie es die Bar vermuten ließ, war es hier hinten allerdings nicht mehr, dunkelblaue Vorhänge, hellgrauer Linoleumboden und weiße Stühle aus Plastik bestimmten das sonderbare Ambiente hier, nicht zu schweigen von diesem Glastisch.
Er traute sich nicht, noch länger über die Schulter zu sehen, vielleicht würde sein Blick den ihren finden, und es würde komisch werden. Vielleicht würde es aber sowieso komisch werden, er hatte keine Ahnung, was ein Zombie war und ob das überhaupt noch zeitgemäß war, einer Frau einfach von der Ferne ein Getränk bringen zu lassen. Vielleicht war es einfach zu lange her, zweifelte er nun, vielleicht hatte er seinen ersten Versuch seit so langer Zeit doch tatsächlich abrupt in den Sand gesetzt.

Wie aus dem Nichts erschien der Ober, stellte ihm sein Bier und eine Schale mit Dörrobst auf den Tisch, allein dieses laute Klirren beim Abstellen des Geschirrs ließ ihn zucken, und reichte ihm einen kleinen zusammengefalteten Zettel. Bevor er noch etwas zur ungebetenen Schale anmerken konnte, deutete ihm der Ober, den Zettel zu begutachten und zog sich wieder zurück. Etwas verdutzt und leicht angespannt, in Ungewissheit darüber, was ihn nun erwartete, öffnete er den Zettel und las eine in graziler Schreibschrift festgehaltene Nachricht:


„Sehr aufmerksam von Ihnen, aber leider muss ich passen, ich trinke kaum Alkohol und da ist ein Zombie um 5 Uhr nachmittags wohl etwas unpassend. Aber für den Fall, dass Sie einfach intuitiv einen Zombie mit mir assoziiert haben, lasse ich Ihnen auch etwas bringen. Ist hausgemacht, greifen Sie zu!“​


Er dachte zurück an den morgendlichen Blick in den Spiegel und seine eigene Verwunderung darüber, wie viele Falten in letzter Zeit dazugekommen waren, wie ausgemergelt er mittlerweile doch schien. Abwechselnd die Nachricht in seiner Hand und die Schale mit Rosinen, Dörrpflaumen und Apfelringen betrachtend, konnte er sich ein immer breiter werdendes Grinsen nicht verkneifen. Touché, dachte er, zückte einen Kugelschreiber aus seiner Brusttasche und notierte auf die Rückseite:


„Eigentlich machen Sie einen recht lebendigen Eindruck auf mich! Und wissen Sie, ich kann in fröhlicheren Zeiten auch gut gefüllt aussehen, meine Ex-Frau könnte ein Lied davon singen, es würde allerdings eher eine traurige Ballade sein. Aber wie es scheint, habe ich mich schon zu lange nicht mehr nach draußen gewagt und meine Gepflogenheiten vergessen. Lassen Sie es mich nochmal versuchen, vielleicht eine Tasse Tee?“​


Kein perfekter Start, aber auch keine Niederlage, dachte er nun doch selbstzufrieden, vernaschte das Dörrobst und leerte sein Bier vor Tatendrang in erstaunlich kurzer Zeit, kraulte ganz nebenbei eine äußerst beleibte Katze, die es sich mittlerweile unter seinem Tisch gemütlich gemacht hatte, und rief den Ober, um sich nachzubestellen und ihm den Zettel zuzustecken.
„Darf man die Katzen denn füttern?“ erkundigte er sich bei der Gelegenheit, auch wenn das Exemplar unter seinem Tisch es offensichtlich nicht unbedingt nötig hatte.
„Aber natürlich, am WC befindet sich sogar ein Futterautomat“ erwiderte er mit demselben Lächeln wie schon zuvor, es war eines jener Sorte, die nur von den Mundwinkeln angezeigt wurden, sich aber nicht bis zu den Augen erstreckten. Er deutete in den Durchgang mit der Aufschrift „WC“ gegenüber und schritt wieder zur Bar.


Jakub ging durch den mit dunklem Holz getäfelten Gang, bis er das Herren-WC erreichte. Er stieß die Tür auf und fühlte sich beinahe geblendet von den weißen Fliesen und dem fahlen Neon-Licht. Natürlich sahen die meisten WCs so aus, aber die ungewöhnliche Größe dieses Raums, gepaart mit dem leicht türkis anmutenden Licht, verlieh diesem hier einen äußerst seltsamen Charakter, der Automat mit den Katzensilhouetten an der Vorderseite tat sein Übriges dazu. Bevor er sich allerdings mit diesem beschäftigte, wo er doch schon da war, wollte er sich noch seines überschüssigen Ballasts entledigen und stand vor drei WC-Türen, deren grüne Lichter allesamt Eintritt gewährten. Er überlegte kurz, wählte dann jene, die am weitesten vom Eingang entfernt lag, stieß die Tür auf und trat in den Schein des UV-Lichts. Den Toilettensitz mit einer Auflage bedeckt, saß er da und starrte auf die Tür, die genauso kahl und makellos war wie der Rest des WCs. Wann war ich eigentlich zuletzt auf einem fremden Klo, fragte er sich, das Krankenhaus, das muss im Krankenhaus gewesen sein…

Als er vor dem Automaten stand, war er dann doch etwas ratlos, er hatte keine Ahnung von Katzenfutter und hatte auch nicht geahnt, dass es doch tatsächlich Sorten wie „Wild und Preiselbeer“ gab. Er versuchte, sich in eine Katze hineinzuversetzen, was ihm aber mangels Einfühlungsvermögen nicht so recht gelingen mochte, und da er nicht mehr Zeit als unbedingt nötig in diesem Raum verbringen wollte, wählte er einfach das wohl geringste Wagnis mit „Pute und Hühnerleber“. Er zückte die Kreditkarte aus seinem Portemonnaie, von dem er schon so lange nicht mehr Gebrauch gemacht hatte, in dem sich das Foto mit ihm und seinen zwei Söhnen befand, mit Emil, den er zuletzt nur noch hinter einer Glasscheibe sehen hat dürfen

Er steckte das Katzenfutter kurzerhand in seine Hosentasche, wusch und desinfizierte seine Hände und besah sich von oben nach unten im Spiegel. Sein eingefallenes Gesicht wirkte im Flackern des Lichts beinahe gespenstisch, darüber konnte auch seine adrette Kleiderwahl nicht hinwegtäuschen. Nachdem er den obersten Knopf seines Hemds, schick, aber nicht zu förmlich, aufgeknöpft hatte, betrachtete er sich stirnrunzelnd, nur um es dann doch wieder zuzuknöpfen. So blass, wie er momentan war, müsste er nicht noch mehr Haut zeigen, nein, so passte es, dachte er, soweit, so gut.



Zurück im Gastraum, der im Vergleich zum WC trotz seines holprigen Ambientes einen wohligen Zufluchtsort darstellte, kehrte er an seinen Platz zurück, wo nun drei Gegenstände lagen, die vorher nicht da gewesen waren, und die Katze jedoch nicht mehr da lag und somit nicht in den Genuss von „Pute und Hühnerleber“ kommen würde.
Als erstes stach ihm das Bier auf dem Tisch ins Auge, nicht unbedingt, weil er sich schon so darauf gefreut hatte, sondern, weil es sich aufgrund seiner Farbe und Form einfach vom Rest seines Blickfelds abhob, es wirkte inmitten der blanken Szenerie beinahe wie ein vertrauter, Freude spendender Anker. Als zweites fiel ihm die Zeitung am Tisch auf, der Ober musste sie hier platziert haben, und auch wenn ihm momentan nicht danach war, bei der Fülle an Tageszeitungen hatte dieser doch tatsächlich jene gewählt, die Jakub üblicherweise am liebsten las. Mehr als die Titelseite erblickte er jedoch zunächst nicht, da er sich zuerst dem dritten Gegenstand widmen wollte, einem zusammengefalteten Zettel, der eine Nachricht in bereits vertrauter Schrift enthielt:


„Tee ist tatsächlich schon angemessener, bei einer solch steilen Lernkurve sieht man, wie sehr es sich doch lohnt, dem Trott wieder mal zu entfliehen. Sie können sich nun wagemutiger als die Prinzen und Prinzessinnen aus dem britischen Königshaus nennen!“​


Er las die Nachricht einmal, zweimal, dreimal, und konnte sich nach dem dritten Mal noch immer keinen Reim darauf machen. Tee und Großbritannien, die Verbindung war ihm durchaus geläufig, was das allerdings mit Wagemut und der Königsfamilie zu tun haben sollte, konnte er nicht sofort entschlüsseln. Irgendetwas wollte er aber schließlich antworten, er wollte das Gespräch nicht abreißen lassen.
Hilfe suchend ließ er seinen Blick umherschweifen, sah aus dem Fenster, auf die leblose Straße, die der einsetzende Regen noch leerer als üblich gefegt hatte, sah in den wolkenverhangenen Himmel, der nicht aufzuklaren schien, blickte um sich, sah andere Gäste, die sich aus der Ferne mit Gästen vom Nachbarstisch unterhielten, Katzen beglückten oder still und leise Zeitung lasen. Da wanderte sein Blick wieder zurück zu seiner Zeitung, er faltete die Titelseite ganz auf, und da stand am Seitenrand:


„Aus Sorge um Kinder:

Britische Königsfamilie zieht sich aus Öffentlichkeit zurück“​


In Anbetracht dieser Meldung wusste er nicht so recht, was er von ihrer Nachricht halten sollte, er konnte nicht ganz einordnen, ob sie sich damit nun über die Königsfamilie lustig machen wollte, ob sie das Vorgehen vielleicht sogar missbilligte. Er hatte eigentlich keinerlei Bezug zum britischen Königshaus, ja überhaupt keinen Bezug zu irgendeiner royalen Familie, er hatte bisher lediglich nebenbei von öffentlichen Auftritten gelesen, und selbst um solche kümmerte er sich herzlich wenig, also ließ er sich noch Zeit, um die nächste Nachricht mit Bedacht zu verfassen:


„Das ehrt mich zutiefst, aber mit einem Prinzen würde ich mich nun noch nicht vergleichen. Ich hab mich gerade erst hierher getraut, ich kann es nur verstehen, wenn man sich momentan keinen Leichtsinnigkeiten hingeben möchte und den umgekehrten Weg einschlägt.“​


Angestrengt überlegte er, ob diese Antwort vielleicht eine Spur zu ernst wirkte, aber er war sich schon bei der Bedeutung ihrer vorangegangenen Botschaft nicht ganz sicher. Aus ihrer ersten Nachricht hatte er bereits forschen Humor und Schlagfertigkeit herausgelesen, aber falls sie sich tatsächlich darüber lustig machte, würde er auf diesen Zug nicht aufspringen wollen, nein. In der gegenwärtigen Situation das Suchen nach Schutz vor der Außenwelt zu verschmähen, dafür hatte er eigentlich kein Verständnis… hätten sie sich doch auch einfach verkrochen…
Also gab er dem Ober die Nachricht mit, etwas erstaunt darüber, dass dieser gerade als Zustelldienst zwischen ihnen fungierte, ohne dabei auch nur einen Hauch von Missgunst erkennen zu lassen, und versuchte, die momentane Lage in Augenschein zu nehmen. Vermutlich würde er mit der nächsten Nachricht einen besseren Einblick in ihre Gedanken bekommen. Es konnte sich schließlich um reines Flirten ohne Hintergedanken handeln, denn wer würde sich nicht gerne mit Prinzen und Prinzessinnen vergleichen lassen, aber eine hämische Bemerkung über das Fliehen vor den äußeren Umständen konnte genauso gut dahinterstecken. In Gedanken über seine Unfähigkeit, all das irgendwie einzuordnen, und in Unsicherheit über seine Wortwahl überkamen ihn auch Zweifel, diesen Ort überhaupt erst aufzusuchen. Es war ja immerhin nicht seine Idee gewesen, Paul hatte das so gewollt. Sein verbliebener Sohn hatte ihm diesen Anstoß, nein, diese Anweisung gegeben.

Du kannst dich doch nicht daheim so einmauern, immer nur allein mit deinen Gedanken. Nur keinen Kontakt zur Außenwelt, nichts mehr davon spüren, das hätt ihm auch nicht gefallen. In absehbarer Zeit werden wir hier nicht wegkönnen, also geh doch vielleicht mal wieder nach draußen, mach dir einen schönen Tag, lass ein bisschen los, genieß es, rast dich aus. Es muss doch auch nicht weit sein. Und wenn´s nur das Café um´s Eck ist…


Also war er hierhergekommen, zum Loslassen, zum Genießen, zum Ausrasten. Aber er konnte sich mit dieser Umgebung beim besten Willen nicht anfreunden, sie wirkte auf ihn merkwürdig distanziert und fremdartig, und trotz der anstandslosen Übernahme des Kurierdienstes wirkte auch der Ober auf ihn genauso glattpoliert und seelenlos.
Der Himmel wurde indes immer düsterer, das Glas Bier immer leichter, und je dunkler es draußen wurde, desto schummriger kam es ihm hier vor. Das Licht der Deckenlampen erzeugte mittlerweile durch seinen kalten, unnatürlichen Farbton in Kombination mit dem Mobiliar eine noch befremdlichere Atmosphäre. Lustlos und ohne Ziel blätterte er in der Zeitung, durchforstete sogar Rubriken, die er an gewöhnlichen Tagen übersprang. Gerade, als er nicht mehr wusste, wohin er seine Blicke noch wandern lassen könnte, brachte der Ober ihm wieder eine neue Nachricht und schritt mit einer neuen Bestellung wieder zurück. Er war etwas angespannt, als er das Blatt Papier auffaltete, und las erwartungsvoll ihre Nachricht:


„Natürlich ist Schutz wichtig, aber sich jetzt in völliger Panik einzusperren ist doch auch keine Lösung, und die Krone sollte doch vorbildlich handeln. Es ist wirklich tragisch, was die völlige Isolation mit einem anrichten kann…“​


Ihre Schrift hatte nun etwas an Anmut und Grazie eingebüßt, sie wirkte ausfallender, nicht mehr so fein wie zu Beginn. Den letzten Satz musste er wieder und wieder lesen, und jedes Lesen bestärkte ihn in dem Gedanken, dass augenscheinlich er damit gemeint war. Und diese drei Punkte am Schluss, als würde sie ihn geradezu bedauern, dachte er, das kam ihm dann doch ziemlich taktlos vor. Er witterte eine sanfte Überheblichkeit und fragte sich, ob er sie in den Nachrichten zuvor gutgläubig überlesen hatte, ob er sie bisher einfach falsch interpretiert hatte…
Der Ober brachte ihm zu seiner Erleichterung ein neues Glas Bier, aber kam nicht umhin, seine Stimmung zu deuten.
„Darf ich Ihnen sonst noch etwas anbieten? Vielleicht einen hausgebrannten Schnaps?“, fragte er, fast so, als würde er mit einem schmollenden Kind sprechen, nur, dass dieses Kind in Hochprozentigem seinen Trost fand.
Jakub nickte ihm etwas abweisend zu, mehr brachte er nicht zustande, denn seine volle Aufmerksamkeit galt momentan einer anderen Person. Vielleicht war ihr Blick zu Beginn gar nicht so freundlich gewesen, im Nachhinein war er sich nicht sicher, ob sie dabei nicht einen Hauch von Selbstgefälligkeit und Hochmut verströmt hatte, ob sie ihn angelächelt, oder viel eher belächelt hatte.
Er wollte nicht mehr zu viel Zeit in Gedanken verbringen, er schrieb einfach drauf los, schrieb sich von der Seele, was ihm durch den Kopf ging:


„Ach, hier geht’s doch nicht um die Krone.
Das ist im Kern eine Familie wie jede andere auch, und das Unheil ist nicht die Isolation, sondern der Grund, warum es sie überhaupt erst gibt.“

Ohne die Nachricht zu lange zu begutachten, gab er sie dem Ober im Austausch gegen den Schnaps wieder mit und kippte ihn sogleich runter, das Brennen in der Kehle fühlte sich gut an, es wirkte geradezu belebend. Lebend…so gern hätte er wenigstens nochmal seine Hand gehalten…aber diese Scheibe…

Draußen regnete es mittlerweile in Strömen, Regen war zwar zu erwarten gewesen, aber mit einem regelrechten Sturm hatte er nicht gerechnet. Im Schein der Straßenlaternen war keine Menschenseele zu erkennen, ein Streifenwagen brauste mit Blaulicht und Sirenengeheul vorbei. Erneut sah er sich im Café um, die Menschen schienen unbeeindruckt von alledem, völlig resigniert zeigten sie sich nur beeindruckt von einigen Katzen, vertieften sich in ihre Zeitung, beschäftigten sich mit Belanglosigkeiten in diesem trostlosen Etablissement. Nur zur Bar wollte er nicht spähen, er wusste nicht, wie er ihren Blick erwidern sollte, falls er ihn treffen würde. Vermutlich überlegte sie genau in diesem Moment, wie sie ihn mit der nächsten Nachricht weiter aufziehen könnte. Seine Stimmung war gedrückt, er war angespannt, seine Gedanken kreisten um sie, um ihre Erhabenheit, ihren herablassenden Tonfall.

Es ist wirklich tragisch, was die völlige Isolation mit einem anrichten kann…

Der Versuch, erneut etwas Ablenkung in Zeitungsartikeln zu finden, scheiterte kläglich, seine Augen strichen über die Buchstaben, nahmen jeden Einzelnen davon wahr, aber sein Kopf wollte sie nicht sinnergebend zusammensetzen. Als er seine Blicke weiter schweifen ließ, nahm er im Schein der Deckenlampen zum ersten Mal das hoch oben hängende, eingerahmte Bild über dem Durchgang wahr. Es zeigte elf ovale, kunstvoll umrahmte Porträts der hier lebenden Katzen, betitelt mit dem ausladenden Schriftzug „La Familia“. Seine Gedanken wanderten Halt suchend zu seinem Zuhause, zu seiner Familie, seinen Söhnen, seinem Sohn…

Mit einem zusammengefalteten Zettel vor seinem Gesicht wedelnd riss ihn der Ober aus seinen Gedanken, um gleich danach wieder hinter der Bar zu verschwinden. Aufgewühlt öffnete Jakub die Botschaft, in Bereitschaft, ihr gegebenenfalls mit einer saftigen Antwort Paroli zu bieten:


„Wissen Sie denn nicht, welche Abgründe sowas hervorbringen kann, wie unvernünftig Menschen dann handeln? Ich nehme an, Sie haben auch keine Familie mehr zuhause?…“​


Seine Augen weiteten sich, ungläubig über das gerade Gelesene überflog er die beiden Sätze ein ums andere Mal. In seinem Kopf verschwammen die Wörter, die vielen Symbole, sämtliche Eindrücke der letzten Stunden ineinander, vermischten sich mit seinen Erinnerungen ins Unkenntliche und erlangten beim Versuch, alldem irgendeinen Sinn zu verleihen, völlig neue, ungekannte Formen.

Wie unvernünftig er gehandelt hatte…

Dass er deswegen keine Familie mehr zuhause habe…


Er nahm den Kugelschreiber in die Hand, aber er zitterte plötzlich, zitterte viel zu stark, um etwas damit zu schreiben.

Diese Scheibe…

Sein Herz begann spürbar schneller zu pochen, er spürte Tränen aufsteigen, wollte sie nicht rauslassen, weigerte sich, nachzugeben, er drückte die Augen fest zu, aber da war auch kein Ausweg in Sicht. Und voller Wut, ohne all das noch im Zaum halten zu können, und mit einer Inbrunst, die er sich selbst nie zugetraut hätte, zerschlug er den Tisch mit seiner Faust.

Glassplitter fielen unter lautem Klirren auf den Boden, die Katzen in der Umgebung scheuchten erschrocken auf, die Menschen um ihn herum zuckten ebenso wie er selbst zusammen. Alle Mühe, etwas zurückzuhalten, war vergebens gewesen, und in diesem Rausch von Trauer und Zorn stand er auf, marschierte entschlossen zur Bar, bereit, sie zurechtzuweisen, und wenn nötig, zu beschimpfen, was sie sich denn eigentlich erlaube, von sich zu geben, so ahnungslos wie sie war. Er schritt auf sie zu, sie drehte sich zu ihm, und in schimpfender und wütender Gestik, als würde er mit seinem Zeigefinger zu einem Peitschenhieb ausholen, schleuderte er ihr nichtsahnend sein Blut entgegen, befleckte ihre Bluse und ihr Gesicht.
Die Blicke sämtlicher Gäste hafteten auf ihnen, die meisten starrten sie ungläubig mit aufgerissen Augen an. Niemand gab einen Laut von sich, beide verharrten in ihren Positionen, der Schreck, der deutlich an ihren Gesichtern abzulesen war, lähmte sie vollkommen. Nur der draußen tobende Sturm war zu hören, gepaart mit dem steten Tropfengeräusch, immer dann, wenn wieder ein Tropfen seinen Weg vom blutgetränkten Ärmel zu Boden gefunden hatte. Er sah die restlichen Menschen im Raum nicht direkt an, aber er spürte ihr Entsetzen, ihre Bestürzung über diesen unsäglichen Vorfall. Nur der Ober schien nicht gänzlich aus der Fassung zu bringen, flink und behände reichte er ihr ein Handtuch, wickelte Jakubs Arm in ein anderes, und sagte in tiefem, beruhigendem Tonfall: „Kommen Sie, gehen wir nach draußen. Wir können an der Tür abrechnen.“



Jakub stand draußen im Regen, er hatte für den Moment keine Eile, nach Hause zu gehen. Er war von Kopf bis Fuß durchnässt, seine Kleidung klebte an ihm, berührte ihn am ganzen Körper, aber in diesem Augenblick bereitete ihm dieses Gefühl sogar Gefallen. So konnte er wenigstens etwas spüren, und zumindest heute wollte er das, dafür war er doch schließlich hergekommen, dafür hatte er sich doch aufscheuchen lassen. Was für ein erbärmlicher Geburtstag…
Beschämt dachte er an ihren Anblick, an den Schock, die vielen Gesichter ringsherum, wie eine Momentaufnahme hatte sich dieses Bild in ihm eingebrannt. Ihr Gesichtsausdruck war nicht arrogant gewesen, nicht selbstgefällig, nur erschüttert und mit einem Hauch von zurückgehaltener Trauer. Und nun bespritzt mit seinem Blut.
Und jetzt erst fiel es ihm ein, nicht einmal ihren Namen hatte er erfahren.

Wie war es denn so weit gekommen?

Woran hatte es gelegen?


Jetzt, da er so dastand, völlig bei sich, die Kleidung eng an seinem Körper anliegend, fühlte er ein Objekt in seiner Hosentasche. Er zog das Katzenfutter heraus. Kopfschüttelnd ging er auf einen Mülleimer zu, zögerte dann aber doch, es zu entsorgen. Er sah sich seinen immer noch blutenden Arm an, die teils tiefen Schnittwunden, spürte den Schmerz, das Pochen, den Regen, den Wind…
Er steckte das Katzenfutter wieder in seine Tasche. Vielleicht könnte er es noch gebrauchen. Vielleicht würde er wiederkommen, irgendwann. Nicht wegen ihr. Nicht wegen des Cafés. Aber so lebendig hatte er sich lange nicht mehr gefühlt…



Iris starrte gedankenverloren auf das Schnapsregal hinter der Bar. Die Bluse hatte sie ausgezogen, nun saß sie im ärmellosen Top da. Das dezente Make-Up, das sie zuvor getragen hatte, war längst in einer panischen Waschaktion am WC verschmiert worden. Von Kopf bis Fuß, an all den Stellen, an denen sie möglicherweise mit seinem Blut in Kontakt gekommen war, hatte sie sich durchgecheckt, selbst ihre Schuhe, die nun wirklich nicht ihr bestes Paar waren, hatte sie genau inspiziert. Und nun saß sie da und wusste nicht so recht, wohin mit ihren Gedanken.

Wie war es denn so weit gekommen?

Woran hatte es gelegen?


Er war ihr zu Beginn eigentlich recht sympathisch erschienen, doch seine Andeutung über ihren Leichtsinn, hierher zu kommen, ließ die Unterhaltung in eine merkwürdige Richtung abgleiten. Was ihn aber schlussendlich in solch eine Rage versetzt hatte, konnte sie sich nicht so recht erklären.
Sie spielte an ihrer Halskette herum, die sie zuvor unter der Bluse getragen hatte. Sie öffnete den kleinen Anhänger, sah sich das Foto darin an, und bevor dann schon wieder Tränen kamen, verschloss sie es, schüttelte beschämt den Kopf und suchte irgendetwas in der Umgebung, irgendeinen Punkt, der sie auf andere Gedanken bringen würde. Hätte sie sie nur früher gehört, ihre stummen Hilfeschreie…
Der Ober befand sich wieder hinter der Bar, also nahm sie die Gelegenheit wahr, und um aus ihrer Trauer herauszubrechen, tat sie das in aufgebrachtem Tonfall: „Wissen Sie, warum er so reagiert hat? Was ist da gerade eigentlich passiert?“
„Es tut mir aufrichtig leid, was da gerade vorgefallen ist“, erwiderte er und schüttelte mit einem Ausdruck gespielten Mitgefühls den Kopf. „Möchten Sie vielleicht einen Drink, zur Beruhigung?“
Sie dachte nicht lange nach, nickte enthusiastisch mit dem Kopf und sagte in etwas gemäßigterem Ton: „Ja, bitte. Geben Sie mir etwas…Starkes. Irgendetwas.“
„Kommt sofort“, entgegnete der Ober mit einem Lächeln, stellte das Glas bereit und machte sich ans Mischen.
 
Zuletzt bearbeitet:

RightUpDown

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Hierbei handelt es sich übrigens um meinen ersten Versuch, eine Kurzgeschichte zu verfassen, deshalb wäre ich seeeehr froh über konstruktives Feedback jeglicher Art :)
 

Languedoc

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Welcome RightUpDown,

Not too bad für einen ersten Kurzgeschichten-Versuch. Wenn Du an ihm feilen magst, hier ein paar Hinweise dazu:

Du hast eine Vorliebe für lange, mittels Beistrich aneinandergehängte Sätze. Hin und wieder täte dem Text ein anderes Interpunktionszeichen gut, ein Punkt etwa, ein Semikolon, Doppelpunkt oder Gedankenstriche. Zwei Beispiele exemplarisch herausgegriffen (Textzitate sind in blau):

Statt:
So edel und heimelig, wie es die Bar vermuten ließ, war es hier hinten allerdings nicht mehr, dunkelblaue Vorhänge, hellgrauer Linoleumboden und weiße Stühle aus Plastik bestimmten das sonderbare Ambiente hier, nicht zu schweigen von diesem Glastisch.
Besser:
So edel und heimelig, wie es die Bar vermuten ließ, war es hier hinten allerdings nicht mehr: (Doppelpunkt) Hier bestimmten dunkelblaue Vorhänge, ....

Statt:
Wie aus dem Nichts erschien der Ober, stellte ihm sein Bier und eine Schale mit Dörrobst auf den Tisch, allein dieses laute Klirren beim Abstellen des Geschirrs ließ ihn zucken, und reichte ihm einen kleinen zusammengefalteten Zettel.
Besser:
Wie aus dem Nichts erschien der Ober, stellte ihm sein Bier und eine Schale mit Dörrobst auf den Tischallein dieses laute Klirren beim Abstellen des Geschirrs ließ ihn zucken – (Gedankenstriche) und reichte ihm einen kleinen zusammengefalteten Zettel.

Andernorts fehlen die Beistriche:
„Darf man die Katzen denn füttern?“, (Beistrich) erkundigte er sich bei der Gelegenheit, auch wenn das Exemplar unter seinem Tisch es offensichtlich nicht unbedingt nötig hatte.
„Aber natürlich, am WC befindet sich sogar ein Futterautomat“, (Beistrich) erwiderte er ...

Wörterlieblinge:
Das Wort aber kommt fast dreißig Mal vor, auch an die zwanzig Mal. Vielleicht, schon, noch, wieder, dann usw. – prüfen und gegebenenfalls streichen bzw. Synonyme setzen oder andere Satzstruktur überlegen.

Kosmetik:
Die Absätze könntest Du schöner setzen, dann sähe eine Leseseite einfach besser aus.


Ein paar Beispiele für stilistische Schnitzer:
Er stieß die Tür auf und fühlte sich beinahe geblendet von den weißen Fliesen und dem fahlen Neon-Licht.
Das Adjektiv fahl passt nicht zum Geblendet-Werden.​
... wollte er sich noch seines überschüssigen Ballasts entledigen und stand vor drei WC-Türen, deren grüne Lichter allesamt Eintritt gewährten. Überschüssiger Ballast ist doppelt gemoppelt. Ich kann raumphysikalisch nur vor einer Tür stehen, nicht vor dreien. Grüne Lichter, die Macht haben, Eintritt zu gewähren: Sind das Aliens oder was?​
Den Toilettensitz mit einer Auflage bedeckt, saß er da ... ist falsche Grammatik​
... in dem sich das Foto mit ihm und seinen zwei Söhnen befand, mit Emil, den er zuletzt nur noch hinter einer Glasscheibe sehen hat dürfen … = das Foto, das ihn mit seinen zwei Söhnen zeigte. Emil, den Jüngeren der beiden (etwas in der Art), hatte er zuletzt nur mehr hinter einer Glasscheibe sehen dürfen ...​
von oben nach bis unten
trotz seines holprigen Ambientes – kann ein Ambiente holprig sein??​



Jetzt bin ich ungefähr in der Mitte Deines Textes und mach mal 'nen Punkt mit dem Wörterbekritteln, sonst ufert mein Kommentar komplett aus.

Generelles:
- Den Einstieg mit dem Zombie-Drink fand ich klasse.
- Die Katzen im Café könnten mehr Bedeutung haben, als nur von den Gästen gefüttert zu werden.
- Die Glasscheibe und das Zertrümmern einer solchen im Caféhaus ist zentral für die Handlung. Dieses Motiv sollte sorgfältig ausgearbeitet werden.
- Gleiches gilt für den Spannungsaufbau im Schriftwechsel zwischen dem Protagonisten und der Dame an der Bar.


Aber so tief steig ich jetzt in Deine Geschichte nicht ein. Meine Alltagspflichten rufen ...

Grüße von
Languedoc
 

RightUpDown

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Hallo Languedoc,

vielen lieben Dank für die Anmerkungen und die Zeit, die du darin investiert hast, damit kann ich viel anfangen!


Die Katzen im Café könnten mehr Bedeutung haben, als nur von den Gästen gefüttert zu werden.
Für die Handlung sind sie tatsächlich nicht so wichtig, enthalten sind sie eher, um manches symbolhaft anzudeuten. Ich vermute aber, dass es mir nicht so gut gelungen ist, das ganze Café als Sinnbild für Facebook darzustellen bzw. das auch erkenntlich zu machen, das war nämlich die ursprüngliche Motivation hinter dem Text.

- Die Glasscheibe und das Zertrümmern einer solchen im Caféhaus ist zentral für die Handlung. Dieses Motiv sollte sorgfältig ausgearbeitet werden.
Könntest du mir vielleicht noch schildern, was dir hier konkret gefehlt hat oder ich in Zukunft besser machen könnte? :)

Danke nochmal!

Liebe Grüße,
RightUpDown
 

Languedoc

Mitglied
Hallo RightUpDown,

Das Café Kobo und die Vorgänge dort als Sinnbild für Facebook? – Nein, das kam mir nicht in den Sinn, nicht ein bisselchen. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich Facebook und Konsorten nicht verwende und keine persönliche Erfahrung mit der Welt der Social Medias habe.

Ich habe Deine Geschichte so gelesen:

Jakub hat eine Ex-Frau und zwei Söhne. Der eine heißt Emil und ist offenbar im Krankenhaus verstorben, und zwar nach einem längeren Leiden, das für den Vater schwer mitanzusehen gewesen sein dürfte – er konnte seinen Sohn zuletzt nur mehr hinter einer Glasscheibe sehen (Ich stellte mir hier eine Intensivstation im Krankenhaus vor).

Nach dem Tod des Sohnes hat Jakub eine Krise und isoliert sich in seinem Zuhause. Er fällt aus der Zeit, kriegt zuwenig Licht ab, mergelt aus und verfaltet. Sein anderer Sohn Paul drängt ihn, endlich mal wieder raus und unter die Leute zu gehen. Das tut Jakub und besucht ein Caféhaus.

Dort schreitet er beherzt zur Kontaktaufnahme und schreibt einer Frau, die ihm gleich aufgefallen ist. Ein Schriftverkehr von Tisch zu Bar und retour entspinnt sich. Kommen die beiden zueinander?

Eigentlich sollte Jakub einfach mal aufstehen und zur Frau an der Bar gehen. Tut er nicht, bzw. erst dann, als er nach einer weiteren Zettelbotschaft der Frau ausrastet und die Glastischscheibe zertrümmert. Die Frau kriegt die Blutspritzer ab, und der Kellner setzt Jakub vor die Türe. Und da draußen im Regen fühlt sich der Mann endlich wieder lebendig.

Und hier war für mich die Geschichte zu Ende. Jakub hat sich mit dem Zertrümmern des Glastisches von seiner Vergangenheit gelöst, die mit dem Sterben seines Sohnes Emils hinter der Scheibe im Krankenhaus zu tun hat. Jetzt ist die "Scheibe" weg und Jakub ist frei für ein neues Leben.

Dass Du im letzten Abschnitt Deiner Geschichte über die Frau an der Bar schreibst, schien mir überflüssig. Wenn Du aber sagst, die Story sei ein Sinnbild für Facebook, passt die Reaktion der Frau dazu bzw. die ganze Geschichte ist von A-Z anders aufzufassen, als ich es getan habe.

So weit, so breit getreten ...

Grüße
Languedoc
 

RightUpDown

Mitglied
Hallo Languedoc,

deine Beschreibung passt sehr gut zu dem, was ich mir beim Schreiben gedacht habe :)

Das Tragische an der ganzen Sache sollte sein, dass beide jemanden verloren haben und nun allein sind, aber aufgrund der dürftigen Kommunikation einfach nicht zueinander finden, da sie sich missverstehen und Nachrichten völlig falsch interpretieren.
Das ist zumindest etwas, das man oft in diversen Diskussionen in sozialen Medien mitansehen kann, und hin und wieder fragt man sich, ob beteiligte Personen so gehandelt und gesprochen hätten, wären sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden. Eine vernünftige Konversation ohne Gestik und Mimik zu führen, misslingt anscheinend oft. Ich hab versucht, das an verschiedenen Stellen anzudeuten, wie mit den Katzen, die generell in sozialen Netzwerken glorifiziert werden, der Zeitung, die er "vorgeschlagen" bekommt und zufälligerweise genau zu ihm passt, oder auch dem Namen des Cafés, denn es heißt nur Café Kobo, weil es ein Anagramm ist :)

Liebe Grüße,
RightUpDown
 

Languedoc

Mitglied
Cool.
Wär ich nie draufgekommen.
Vielleicht ist nicht nur der Titel, sondern die ganze Geschichte "anagrammisiert".
Na ja, ich hab sie aufgefasst wie oben unter Posting #5 beschrieben, sie hat mich angesprochen, und ich habe halt ein bisschen Stilkritik versucht, Orthografie, Grammatik, ..., es erhöht halt den Lesegenuss, wenn ein Text handwerklich passt.

Liebe Grüße
Languedoc
 
Hallo RightUpDown,

Deine Geschichte weckt zunächst die Neugierde, ob sich dieses unverhoffte Date, was sich da anzubahnen scheint, tatsächlich zustande kommt. Aber dann wirkt Jakub irritiert. Warum es ihn am Ende sogar verärgert, ist nicht ohne weiteres erkennbar. Da kommt die in den Kommentaren angedeutete Unpersönlichkeit des geschriebenen Wortes ins Bild, wo es so oder so gedeutet werden kann, wenn es zu rätselhaft klingt. Habe ich auch schon miterlebt, dass es da schnell zu Missverständnissen kommen kann.
Aber das Missverständnis hier passiert ja eigentlich, weil er den Sinn ihrer Worte zu ergründen sucht, dabei aber sein eigenes Schicksal und die traurige Erfahrung mit seinem verstorbenen Sohn reflektiert. Das bringt ihn dann aus der Fassung und er zerschlägt den Tisch. So habe ich das verstanden.

Ich nutze facebook und den ganzen anderen Quatsch auch nicht. Mein Socialmedia beschränkt sich auf email und Leselupe.

Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

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