Im Park

anbas

Mitglied
Im Park

Zwei gut bekannte Tanten
beschimpften Musikanten,
die sie beim Tratschen störten,
so dass sie nichts mehr hörten.

Nach bösen Äußerungen
war die Musik verklungen.
Doch nur ein wenig später
erklang erneut Gezeter
von diesen penetranten
verhärmten alten Tanten,
die stets nach etwas suchten,
worüber sie dann fluchten.

Das schlug mir auf den Magen.
Ich konnt' es nicht ertragen,
und schrie: "Seid endlich leise!
Ihr habt ja wohl 'ne Meise!"
Worauf vor zwei Geschäften
drei kleine Hunde kläfften,
vier Punker grölend lachten,
fünf Babys jäh erwachten,
die wie am Spieße schrien …

…da wollte ich nur fliehen,
hin zu den alten Tanten,
die mit den Musikanten
nun alte Lieder sangen
und Ohrenschützer schwangen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mondnein

Mitglied
Ein Gedicht wäre es, Anbas,

wenn es nicht irgendwie distanziert, fremdelnd, musikfern sondern innerhalb der Klangwelt seinen Klang poetisch entfalten würde.
Das kann durchaus gegen andere Klänge gerichtet sein, indem es etwa seinen Ärger innerhalb der Gegenklänge spiegelte, fetzig oder sonst auf irgendeine Weise klanglich stärker und tiefgreifender als die objektivierten Klänge, die selbst schon im Geschimpfe untergehen, ohne daß das sich darüber erhebende "Gezeter" eine andere Musikdimension auftut.
Es bleibt unbefriedigend - wo ein Gedicht doch gerade die musikalische Tiefe der Sprache ausloten will, oder auch der Leser über die Silbenmelodien des Gedichts - ?

grusz, hansz
 

James Blond

Mitglied
Zwar möchte ich hier nicht die, ähm, musikalische Tiefe von Gedichten ausloten und sehe hier auch weder Distanz noch Klangarmut am Werk, sondern spüre das zunehmende Tempo der 3-Heber. Ich vermute mal, dass die Verlängerungen der Verse 1,2,5,6 gewählt wurden, um damit eine zunehmende Beschleunigung zu erzielen. Allerdings funktioniert das nur, wenn man das Gedicht bereits kennt und entsprechend vorträgt. Wer es noch nicht kennt, verstolpert sich und kommt erst spät wieder in den Dreiertakt, der ja an Kinderreime erinnert.

Ich würde die langen Verse kürzen, etwa:

Im Park

Da saßen ein paar Tanten,
beschimpften Musikanten,

die sie beim Tratschen störten,
so dass sie nichts mehr hörten.

Nach bösen Äußerungen
war die Musik verklungen.

Doch nur ein wenig später
...

Grüße
JB
 

anbas

Mitglied
Hallo Hansz,

danke für Deine Rückmeldung.

In erster Linie ist dieses Gedicht eine kleine Spielerei und Alberei. Einen tiefern Sinn habe ich nicht verfolgt.

Aber natürlich freue ich mich über Vorschläge, wie von Dir,


lieber James,

durch die es an Qualität gewinnt. Ich werde Deine Anregung vermutlich übernehmen.


Liebe Grüße an Euch beide

Andreas
 

anbas

Mitglied
So, nun habe ich den Vorschlag von James doch nicht 1:1 übernommen, aber die Stelle überarbeitet.

Nochmals Danke für die Anregung, James!


Liebe Grüße

Andreas
 

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