In version am alb trauf

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Walther

Mitglied
In version am alb trauf

Oben am ende der stiege soll
ein wunder warten ein wunder
von einem blick über das

Nebel meer in dem das tal er
trunken ist mit allem was da
leibt & lebt – der wasser

Fall fällt ins boden lose kein
kräuseln an der ober fläche kein
laut in der sonnen stille:

Man steht da sucht nach atem
ort weg & der schweiß brennt
in den augen & der mund

Formt ein o durch das der lebens
hauch fähnelt & der arm weist
keine richtung übers weiß
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Zentral, lieber Walther, dieser "wasser

Fall" ins (selbstabbildend) Bodenlose des Nebels. Das den Landschaftsblick inversiv wendet, ins Innere, in die Innen-Version.

Ein schönes Stück!
grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Zentral, lieber Walther, dieser "wasser

Fall" ins (selbstabbildend) Bodenlose des Nebels. Das den Landschaftsblick inversiv wendet, ins Innere, in die Innen-Version.

Ein schönes Stück!
grusz, hansz
lb Hansz,
danke für lesen und empfehlen. dieser text behandelt lauter widersprüche. das tal ist nicht bodenlos. das wasser fällt und scheint nur, nicht unten anzukommen. unsere sinne täuschen uns. der mensch versteht die welt nicht mehr. er beginnt zu denken, um sie sich neu zu erschließen (das innen).
lg W.
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
unsere sinne täuschen uns. der mensch versteht die welt nicht mehr. er beginnt zu denken, um sie sich neu zu erschließen (das innen).
Nehmen wir mal die Zen-Sicht, die Dir als Haiku-Zeichner vertraut wie frisch ist: Der Titel verweist auf eine konkrete Landschaft, die irgendein Leser als Heimat kennt, oder sonst irgendein Wanderer. Aber das nimmt dem Gedicht seine Selbständigkeit, seine Deutungs-Immanenz. Dieser Deutungsimmanenz dient eine Sicht, die kein Vorauswissen etwa der banalen Art "Das Tal muß doch einen Boden haben" voraussetzt, sondern alles in der Oberfläche der Verse, in der gerade noch überschaubaren Klangerscheinung, in der sinnlichen Unmittelbarkeit "liest".
Wie in den Landschaften von Sesshu und Yü-chien:

grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Nehmen wir mal die Zen-Sicht, die Dir als Haiku-Zeichner vertraut wie frisch ist: Der Titel verweist auf eine konkrete Landschaft, die irgendein Leser als Heimat kennt, oder sonst irgendein Wanderer. Aber das nimmt dem Gedicht seine Selbständigkeit, seine Deutungs-Immanenz. Dieser Deutungsimmanenz dient eine Sicht, die kein Vorauswissen etwa der banalen Art "Das Tal muß doch einen Boden haben" voraussetzt, sondern alles in der Oberfläche der Verse, in der gerade noch überschaubaren Klangerscheinung, in der sinnlichen Unmittelbarkeit "liest".
Wie in den Landschaften von Sesshu und Yü-chien:

grusz, hansz
Lieber Hansz,
der nebel verwandelt alles ins unbekannt. es bleibt der erinnerungsschatten, dessen gewissheiten vage sind. dieses paradoxon in einem gefäß aufgefangen ist eine der sichtebenen.
lg W.
 


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