Inkless Tattoo

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Ink.It.All

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Letzte Nacht habe ich schon wieder von dir geträumt, obwohl ich eigentlich nie träume. Ich sah dich wieder. Dieses Mal bei einem Ferienlager, wie man es aus Hollywood-Streifen kennt. All jene, die ich nicht einmal wahrnehme, sind unten versammelt für irgendeine Vorstellung.
Ich lehnte an einem dieser groben Holzgeländer, die aus halben Bäumen gemacht sind, und einige Meter weiter, tust du es mir gleich.
Du hast ein Tattoo auf dem linken Schulterblatt. Ein Buchzitat in kursiver Serifenschrift gestochen. Ich kann es bloß sehen, weil du mal wieder dein Lieblingstanktop trägst, das eine in bordeaux, das ich ebenso vermisse wie dich. Immer wieder sehe ich zu dir herüber, doch auf einmal bist du nicht mehr dort, wo du mir diesen Blick geboten hast, den ich hätte behalten wollen. Einen Moment, eine Erinnerung, eingefroren und konserviert. Das Leuchten in deinen Augen und das Sonnenlicht, das dich als einen perfekten Moment einrahmt. Doch du lehnst nicht mehr am Geländer, sondern stehst direkt hinter mir. So dicht, dass ich deinen Atem in meinem Nacken spüre. Du fährst mit deiner Hand unter mein Shirt an meinem Rücken nach oben und beginnst auf dem linken Schulterblatt etwas zu schreiben. Du schreibst nicht mit Tinte, sondern mit deinem Zeigefinger. Du schreibst "Ich liebe dich", du schreibst genau, was ich immer vermutet habe, dass du es auf meinen Rücken schreibst und jetzt steht es für immer auf meinem Schulterblatt als tintenloses Tattoo. Du schlingst deine Arme um meinen Hals und lehnst dich zu einem Kuss vor.
Leider wache ich auf ohne, dass es weitergeht, ohne dich ein weiteres Mal zu küssen, denn das kann ich nicht erträumen,
weil ich schon vor langer Zeit vergessen habe, wie sich deine Lippen auf meinen anfühlen.
 
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