integrale pfade

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HerbertH

Mitglied
integrale pfade

zwischen den schenkeln der zeit
suchen wir liegen wir
klopfen wir an pforten
alle schlüssel schließen nicht
die siebten

sekunden

öffnen ihre blüten
trinken ihr licht achtlos aus
acht

minuten

vergangenem gelb
wandern jeden weg zum minimum
des gewirkten ohne entwicklung
neuer düfte

ihre seiten berühren sich
warten noch ohne winkel auf
kommende

momente

des dritten schenkels eines pfades
in das wahrscheinliche
 

Vera-Lena

Mitglied
Wie schön, lieber Herbert,

das gefällt mir wieder außerordentlich gut. Mit der Mathematik habe ich es nun mal *lach*

Was sich da alles abspielt zwischen den Schenkeln der Zeit, die schließlich ein Dreieck biden sollen!

Schon gleich zu anfang scheint es nicht weiter zu gehen, danach werden die Dinge eher geringschätzig und so ganz nebenbei wahrgenommen, danach wiederum, müssen wir zuschauen, wie die Dinge vergangen sind und nicht mehr wiederkehren,

und dann kommt die lange Zeit des Wartens auf etwas, wovon wir überzeugt sind, dass es einteten müsste,

damit wir rückblickend alles als ein Ganzes von vorn herein Geplantes erkennen können.

Wie gut hast Du diese Überlegungen verpackt in einen Zeitablauf, und die Figur des Dreiecks!

Begeisterte Grüße
Vera-Lena
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Vera-Lena,

schön, dass Du mit mathematischem Sinn die Schenkel des Dreiecks entdeckt hast.

Es steckt auch noch ein wenig (Quanten-)Physik in diesem Gedicht, etwas versteckt. Feynman lässt grüßen ;)

Und es gibt Fragen nach der Zeit und unserer Empfindung davon/darin, wie Du sehr richtig erkanntest.

Danke für Deinen so wohlwollenden Kommentar und die exzellente Wertung :)

Liebe Grüße

Herbert
 

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