Jahrmarkt der Gedichte

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L'étranger

Mitglied
Spür, wie es von allen Seiten
sinnerfüllend nach dir greift
und mit hübschen Seltenheiten
deine Neugier froh umschweift.

All die Stimmen und die Klänge
wecken weite Fantasie,
und im bunten Wortgemenge
wechseln Groll und Sympathie.

Hörst du hier die Gaukler lachen,
dort, wie jemand leise klagt,
andre wolln dich kirre machen,
bis der Zweifel an dir nagt.

Eines will sich hell empören,
ruft, das Ende sei schon nah,
andre wollen dich betören,
wie sie pudern - o-la-la.

Doch was lehrt uns die Geschichte
über Wort und Wirksamkeit:
Selbst die edelsten Gedichte
spiegeln doch nur ihre Zeit.
 

Mondnein

Mitglied
Doch was lehrt uns die Geschichte
über Wort und Wirksamkeit:
Selbst die edelsten Gedichte
spiegeln doch nur ihre Zeit.
Bedenkenswert.
Das heißt: die Gegenthese ist zu erwägen:
Was, wenn nicht Gespräche, die die Inhalte, Probleme, Fragen, Bedürfnisse, Absichten und Zukunfstpläne aufmischen, kann über die bloßen Spiegelungen der Zeitbisjetzt hinausgreifen? Und Gespräche vermitteln sich durch Worte, besser: Sätze, im Wechselspiel der Fragen (zukunftsoffen, erwartungsgespannt) und Antworten (zukunft-mitbestimmend, erwartungs-gegengebürstet).

Ach so, dann sind sie vielleicht nicht edel?

grusz, hansz

P.S.: In der Tat gibt es ziemlich klare Gegenwartsspiegelungen gerade im Feld der Science Fiction, bloße Gegenwartsprojektionen. Die "irren" sich immer, wenn es um Zukunft geht, bilden ihre Entstehungszeit aber gut ab. Die amerikanischen sind zudem auch absolut amerikanisch. Habe gerade eine Enterprisefolge geschaut, wo religiöse Fundis zu bewältigen waren, und natürlich waren alle hellhäutig, hellhaarig, nicht ganz helle, und sprachen amerikanisches Englisch, von wegen außerirdisch. Eher unterirdisch. Wenn man ein Drehbuch als Dichtung sieht. Dann wäre so ein Selbstbespiegelungsschrott "edel"?
 

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