Jammerossis Gegenwart

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Eben erinnert mich doch mein Kumpel Radio an einen Hammer, der mich vor etwa vierzig Jahren traf: SOLOMONS LIED von der wunderbaren Toni Morrison. Ich denke, mit dem Buch begann meine nicht endende Liebe zur feministischen afro-amerikanischen Literatur. Ich versuchte dann, keins der Bücher von Miss Morrison oder Alice Walker mehr zu verpassen, die den Weg hinter die Betonmauer geschafft haben. Viel mehr gab es leider nicht zu entdecken, allerdings war ich später doch immer mal überrascht, was für Bücher wenigstens in einmaligen Kleinauflagen erschienen sind. Man hätte eben einen guten Draht in eine Buchhandlung gebraucht, um alles mitzubekommen - wenigstens informell.
Nun sitze ich auf meinem Sofa, Solomons Lied auf dem Schoß, und rieche das alte holzhaltige Papier und schaue ihm beim Vergilben zu.
Ja, und ausgiebig reinlesen werde ich natürlich auch in dieses Jahrhundertwerk voll unverfälschtem Rassismus.
 
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Habe Lust, von mir zu reden. Lauter Themen, die mich ein Leben lang immer wieder bewegt haben. Allews, oder wenigstens ganz viel davon, mal abarbeiten. Gedanken zur Herkunft, zum Scheitern meiner Familie. Das Leben im DDR-Sozialismus. Ich und die Anderen. Das Volk Israel, die (sorry!) Indianer, Roma, … Ich und die ausgeschlagene Bildung. Ich und das misslungene Erwachsensein. Ich und das drohende Scheitern der Nach-Wende-Demokratie. Titel, vielleicht: Das ICH-Buch. Keine Angst, es wird weder dick noch überhaupt. Dafür bin ich viel zu faul, zu ungebildet, und frei von jedem Ehrgeiz. Ich werde ein bisschen davon schreiben. So weit meine Lust reicht. Und der Kaffee. Und wenn wieder niemand kommt, um mir über die Schulter zu schauen, was ich denn da tippe, oder gar darum bittet, mal ein wenig vorzulesen, dann besteht sowieso permanent die Gefahr, dass ich den Laptop schließe und den TV anknipse.


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Anders Tell

Mitglied
Naja, ich bin dankbar für jede Geschichte a la "Da könnte ich ein Buch drüber schreiben", die mir erspart bleibt. Wer möchte schon lesen, was die Mehrheit der Bevölkerung genauso erlebt hat. Diese öden Lebensbeichten dienen nur dem Verfasser, sind aber besser beim Therapeuten aufgehoben. Wer Pegasus nicht reiten will, sollte seine Seelenstripteasetexte wenigstens nicht Literatur nennen. Damit meine ich nicht Dich, lieber Clown. Sicher weißt Du, welche Art Texte ich meine.
Anders
 
Danke, Anders. Und hallo! erstmal.

Sicher weißt Du, welche Art Texte ich meine.
Nein, so richtig weiß ich es nicht. Aber ich weiß, dass es diese Schreibweisen gibt, und das reicht mir eigentlich schon, um ein wenig aufzupassen, wer mir was erzählen will und wem ich was erzähle. Wobei mein kritischer Blick dabei recht milde ist. Soll jeder schreiben, was ihn dünkt. Die Lesenden sortieren sich das Ihre.Und ich mag Seelenstriptease, wenn es nicht zu viel wird und sich in: Ich Arme*r leide an diesem und jenem, und die da drüben sind alle doof! Das steht niemandem zu. Außer wenn man über Amerikaner schreibt. Die sind wirklich mehrheitlich doof. Und AfDler. Und das Putingefolge. Und der Netanjau-Block. Aber wer macht sich schon die mentale Mühe, darüber literarisch zu arbeiten?! Zu wenige.
Jetzt bin ich etwas abstrus abgeschwiffen. Tut mir leid. Seit ich täglich eine gemütsaufhellende Pille nehme, schreibe ich weniger über meine Krankheit, dafür aber etwas krank, wie mir scheint.

Eine Ergänzung, die dies vielleicht unterstreicht: Mein zur Zeit von mir genutzter ewiger Foto-Kalender "Die Erde von oben - Tag für Tag" (Knesebeck 2002) zeigt heute eine Antilope im Okawango-Delta bei der Suche nach einem Wasserrest. Ich kann nur leider keine Antilope entdecken.
 
Letzte Nacht habe ich einen alten Reisebus geschenkt bekommen. Lang, relativ schmal, typisch 50er, 60er Jahre - etwas rundgelutscht, innen Kunstleder, Eiskugelfarben. Top in Schuss. Ein Wahnsinnsglücksfall. Ich begann sofort mit Überlegungen, was man damit anfangen könne. Ich entschied mich für ein Zirkusprojekt im Advent, wahrscheinlich im Brandenburgischen. Ich fragte sofort meinen alten Kollegen, der einen Kinder- und Jugendzirkus betreibt, und meine jüngste Tochter soll alle ihre Musikerinnen gewinnen, als Band das Ganze zu bereichern. Ich würde versuchen, Literatur einzuweben.
Ach ja, wird das schön, wenn ich demnächst die Fortsetzung träume. Viel schöner als Fernsehen. Kannste glauben!
 
Hallo Anders, ich finde Einhörner über die letzten Jahre immer sümpatischer. Im Diskurs der Gesellschaft haben sie ja fast die Bedeutung einer gewaltfreien Waffe bekommen. So albern ich sie auch mal fand.
 
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Ein Frühsommermorgen. Heute kein Termin, nichts. Ganz kleines Frühstück. Großer Milchkaffee im Glas. Eine Brötchenhälfte mit Schweinebratenaufschnitt, ein Hälfte mit schnödem Schnittkäse. Alles mit ganz vielen Schwierigkeiten für den noch ungeübten Einhänder. Was gut klappt, ist mein Gehstock als Fernbedienung zum Ein-und-Ausschalten des Radios.
Kurz nach zehn fällt mir auf, dass mein Freund Radio mir heute schon zum zweiten Mal sehr ausführlich von Boualem Sansal erzählt. Sansal? Klar, kennt man. Schon mal gehört. Wer mal den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen hat, zumal in jüngerer Vergangenheit, hat einen Widerhall in meinem Kopf erzeugt. Und sei es nur: „Autor von Bedeutung!“ Für Weiteres muss ich recherchieren.
Gar nicht so einfach, einen nur gehörten französischen Namen richtig einzutippen. Aber innerhalb der zweiten Minute habe ich es … 2024 in Algerien in den Knast gesteckt wegen „Vergehen gegen die Staatsgewalt“. Etwa ein Jahr später, auch durch deutsche diplomatische Hilfe, aus dem algerischen Knast freigekommen. Begnadigt. Wegen hohem Alter und Krebserkrankung. Immerhin.
Interessanter Lebenslauf. Interessante Publikationen. Vieles erschien bei Gallimard. Wegen persönlicher Enttäuschungen hat er sich von Gallimard abgewandt und ist bei einem Verlag untergekommen, den ein rechtsextremer Milliardär besitzt und führt. Wie geht das? Ein liberaler Geist vollzieht Kehrtwendungen wie in einer Groteske. In mir reißen Fragen wie Risse in Kontinentalplatten auf. Ich muss an Handke denken.




BOUALEM SANSAL

BOUALE_ _ANSAL

BOUAL__ __NSAL

BOUA___ ___SAL

in allen Wunden



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... aber was interessiert's?
Worum geht es denn? Um einen algerisch-französischen Autor. Schriftsteller. Romancier. Was interessiert mich so einer? Wer gut schreibt und damit öffentlich wird und Leser*innen auf den komischen Gedanken bringt, die Gesellschaft, die Verhältnisse, die Möglichkeiten des eigenen Lebens kritisch zu hinterfragen, wusste doch schon immer, dass man damit gefährlich lebt. Man kann doch auch über weniger Gefährliches gut schreiben, nicht? Über längst Vergangenes, über Fiktives ohne jeden Hier-und-Jetzt-Bezug. Krimis, schwülstigen Liebeskram. Familienangelegenheiten. Lustige Kindheit. Was also, sollen immer diese politischen Romane?
Wen interessiert's? Den Literaturbetrieb. Da bin ich nicht drin.
Meditative Ruhe strahle ich aus.
Sammle Kraft für ein Sommerhaiku.
 

wirena

Mitglied
Hallo Clown seiner Klasse :)
...klasse, wunderbar, sammle Kraft und gutes Gelingen - freue mich auf Dein Sommerhaiku - bin gespannt darauf wie ein Sonnenschirm :) LG wirena
 

wirena

Mitglied
:) lache herzlich – ja, wenn das so ist Clown, dann lohnt es sich wirklich nicht mehr :) schön, den Tag so fröhlich beginnen zu können. Herzlichen Dank dafür. Ich wünsche Dir ebenfalls einen wunderbaren Tag und frohes, gelungenes Weiterwirken –

LG wirena
 
Freut mich sehr, wirena, dass die kleine Clownerie angekommen ist.
Wenn mir doch zu jeder dieser unendlich blöden Werbeeinblendungen, die die leselupe im Handybetrieb überschwemmen, ein passendes Haiku einfallen würde. Zu Bauchfett, Fußpilz, Gebissen, Wärmepumpen und dem ganzen Scheiß.
 
Noch eins:



REBELLION

Ich bleibe so lange „Protestwähler“, bis
DIEDAOBEN mich ins neue T4-Programm aufnehmen,
mich, „die renitente Sau!!!!“

Vielleicht kriege ich auch noch
die Kurve
und beginne Liebesgedichte und Gedichte
über Gartenblumen und über drollige Enkelkinder zu schreiben.
Noch ist Zeit, mich der Zukunft anzupassen.

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Ein Märchen



Es waren einmal zwei Arme. Ha! Das klingt komisch. Fast jeder hat ja zwei Arme. So kann doch keine Geschichte anfangen. Ich, der Geschichtenerzähler, meine natürlich zwei arme Leute. Um die soll es in der folgenden Geschichte gehen. Und noch um ein paar andere, die aber nur mehr oder weniger wichtige Nebenpersonen sind. Das klingt auch schon wieder komisch. Wer möchte schon eine Nebenperson sein? Hat nicht jeder ein Leben, über das man unzählige interessante, aufregende oder einfach schöne Geschichten erzählen kann? Aber wenn man eine Geschichte erzählt, ergibt es sich meistens ganz natürlich, dass eine Person oder ein paar wenige Personen mit ihren Erlebnissen im Mittelpunkt stehen, während alle anderen darumherum als Nebenpersonen wahrgenommen werden. So kann man sich besser auf den Kern der Geschichte, die der Geschichtenerzähler erzählen will, konzentrieren. Aber weiter. Ein neuerer Anfang der Geschichte:

Es waren einmal zwei wundersame Rucksäcke. Die gehörten zwei Armen. Ihr wisst schon, den beiden armen Leuten. Klar. Und:

Es war einmal eine Bushaltestelle. Sie hieß „Am Wald“. Wahrscheinlich, weil sie ganz nah an einem Wald stand. Aber noch näher stand sie an der Straße. An der Straße von A nach B. Und zurück. Zweimal in der Woche hielt ein Bus an der Bushaltestelle. Aber kaum einer konnte sich erinnern, wann dort das letzte Mal jemand ein- oder ausgestiegen war, an der Bushaltestelle „Am Wald“ auf der Strecke zwischen A und B. Trotzdem hielt zweimal in der Woche ein Bus dort. Vielleicht aus Gewohnheit. Meist war er leer bis auf den Fahrer Hans. Hans war ein guter Busfahrer. Gewissenhaft. Nie fuhr er an einer Haltestelle vorbei, die auf seiner Strecke lag. Auch die Haltestelle „Am Wald“ ließ er nie aus. Er bremste dort immer sanft, murmelte halblaut „Viertelstunde Pause!“, holte ein Lunchpaket aus seiner Ledertasche und schaute gespannt nach, was ihm die Susanne fein sorgsam eingepackt hatte. Susanne war seine Frau, und wenn sie nicht gestorben ist, dann ist sie es wohl heute noch. Halt! Das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Ich dachte nur, es wäre schön zu denken, dass es Hans und Susanne auch heute noch gibt und dass beide hoffentlich zufrieden und glücklich sind. Also noch mal, Blick ins Lunchpaket: Frisches, duftendes Brot mit dicken Rotwurstscheiben mochte Hans besonders, oder leckere Roggenbrötchen und dazu ein Bündel Wiener Würstchen, na sowas eben, was ein Busfahrer braucht, um über die Runden zu kommen. Dazu goss er sich aus seiner alten Thermoskanne stark gesüßten Kaffee in eine Tasse, die das Privileg hatte, täglich kostenlos im Bus mitfahren zu dürfen. Ja. Reisende konnten sich sicher sein, dass der Bus hielt, wo er halten sollte, so dass jede und jeder an ihren Zielen aussteigen konnte, wenn er oder sie nicht eingeschlafen war. Denn Hans ließ immer seinen Lieblingsradiosender laufen: Radio Trend, die größten Hits der Fünfziger. Schon mancher Fahrgast war dabei selig eingeschlafen und erst in A oder B wieder aufgewacht, wenn Hans den elektrischen Hahn krähen ließ und mit seiner tiefen Stimme „Endstation!“ hinterherrief.

Am 2. Mai 2026 aber passierte etwas Unerwartetes. Zwei etwas seltsam wirkende Leute, die bis Haltestelle „Am Wald“ gelöst hatten, stiegen tatsächlich aus, als Hans den Bus wie gewohnt sanft abbremste, und sich im Stillen schon auf den Schmaus freute, den er gleich in seiner Tasche finden würde. Die beiden seltsamen Fahrgäste setzten sich ihre kugeligen Rucksäcke auf, an denen allerlei wundersame Dinge hingen, die wohl beim Packen nicht mehr ins Innere gepasst hatten, und die aussahen, als wären sie ein halber Hausstand, mindestens aber alles, was man in einer Küche zum Kochen braucht. Quirle, zwei verschieden große Suppenkellen, ein Nudelsieb, Blechtassen, ein Milchtopf. Einer der beiden trödelte oder hatte Probleme, den Rucksack bequem auf den Rücken zu bekommen. Da rief der andere, schon von draußen: „Komm, Knüpel-Rüpel! Sonst fährt der Bus mit dir weiter!“

„Nein, nein macht euch keine Sorgen, hier ist eine Viertelstunde Pause.“, rief Busfahrer Hans von vorn.

Also stieg auch Knüpel-Rüpel in Ruhe aus. Draußen sah er sich um. Sein Begleiter war nicht zu sehen. „Knüppel-Rüppel, wo bist du?“, rief er.

„Na hier, in der Hütte. Komm, es sieht einladend aus hier. Nur ein wenig dunkel. Lass uns eine Kerze anzünden und sehen, ob es für die Nacht geeignet ist.“

Mit seiner Kaffeetasse in der Hand folgte Busfahrer Hans den beiden seltsamen Fahrgästen, blieb aber außerhalb des Haltestellenhäuschens stehen und fragte: „Ich habe mich schon gewundert, warum ihr ausgerechnet hier her wolltet. Sieht so aus, als wolltet ihr die Nacht über hier bleiben und morgen früh zur Wanderung aufbrechen. Schönes Wetter habt ihr ja!“

„Jaaaa“, entgegnete Knüppel-Rüppel gedehnt. „Mehr konnten wir uns nicht leisten, als bis zu dieser Haltestelle. Und „Am Wald“ klang außerdem sehr schön, als wir den Fahrplan lasen. Wir wollen uns ein nettes Plätzchen im Wald suchen, um uns häuslich niederzulassen. In A mussten wir nämlich unsere Wohnung verlassen, sie ist uns zu teuer geworden. Jetzt sind wir sozusagen ob-dach-los.“ Knüppel-Rüppel klang zum Ende hin immer leiser und trauriger, und hörte schließlich ganz zu sprechen auf. „Jaaaa“, sagte nun auch Busfahrer Hans gedehnt. „Das kann ich verstehen. Ich bin mit meiner Frau erst im vorigen Jahr umgezogen, weil wir eine kleinere Wohnung wollten. Die Kinder sind erwachsen und über alle Berge – wofür brauchen wir da noch die hundert Quadratmeter? Jetzt haben wir noch knapp sechzig, wo die Miete aber genauso teuer ist wie bei der alten Wohnung. Ach ja!“ Er seufzte tief. „Aber ihr, was wollt ihr hier draußen tun?“ Die beiden schwiegen einen Moment. Dann räusperte sich Knüpel-Rüpel. „Mh, also. In der Stadt haben wir keine Arbeit mehr gefunden und finden bestimmt auch nie wieder eine. Also haben wir gedacht, wir gehen fort, irgendwohin, wo es Wald gibt, und erlernen dort die Kunst des Raubens. Die Welt ist voller Räuber, also kann es nicht verboten sein.“ „Da sagst du was“, entgegnete Hans nachdenklich. „Und wer Zeit hat im Wald herumzuwandern, hat entweder keine Arbeit oder muss nicht arbeiten, weil er reich ist.“, führte Knüpel-Rüpel weiter aus. „Die voneinander zu unterscheiden, darauf kommt es beim Rauben an. Wir wollen natürlich Habenichtsen wie uns selbst nichts wegnehmen. Das hat keinen Anstand. Aber wenn so ein Trupp Manager daherkommt, mit dicken goldenen Uhren an den Armen und fetten Geldtaschen, dann: gibt’s rumms! was auf die Birne, und: Zahltag! Her mit dem Glitzerkram! Abends geht’s dann in eine gemütliche Wirtschaft zum warmen Bier und Eisbein an Erbspüree satt. Hoho! Das wird ein Leben!“ Hans lachte. „Oh mein Freund, das kann ich mir gut vorstellen. Ich weiß aber ungefähr, was meine Frau dazu sagen würde, wenn ich mich euch anschlösse und hier bliebe. Und überhaupt – ich muss jetzt weiter, bevor mein Sisyphos ganz kalt wird und nicht mehr fahren mag. Lasst es euch gut ergehen, vielleicht sieht man sich ja mal wieder, lebt wohl!“ Knüppel-Rüppel und Knüpel-Rüpel murmelten eine freundliche Antwort und ließen Hans gehen. Dann wandten sie sich wieder dem Haltestellenhäuschen zu. Bei Kerzenlicht suchten sie nun den Boden nach Unrat ab, denn wohlfühlen wollten sie sich schon. Knüppel-Rüppel fischte aus den Tiefen seines Rucksacks einen Handfeger und begann, in gebückter Haltung unter den Sitzbänken, welche fest an der Wand befestigt waren, all die Schnipsel und Zigarettenkippen auszufegen, die sich im Laufe der Zeit am Boden ansammelten, und noch nicht von kräftigen Winden, die von Zeit zu Zeit durch das Wartehäuschen bliesen, weggeweht waren. Als er das meiste erwischt hatte, richtete er sich mit einem Seufzer des Schmerzes auf, besah sein Werk, lächelte, und setzte sich wieder auf die Bank, genau dorthin, wo er schon vorher gesessen hatte. Mit bestem Blick auf die Straße und übers Feld jenseits der Straße. (...)




Soweit die ersten Zeilen einer leicht märchenhaften Geschichte, an der ich im Moment noch ganz ernsthaft weiterarbeiten möchte, vielleicht auch mit dem Plan, sie bis zum deutschlandweiten Vorlesetag fertig zu haben und dann einer oder mehreren Schulklassen vorzustellen. Kritik daran interessiert mich brennend.

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