Jugendzeit

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich komme an, wo ich nicht bin,
da lutschen sie Sterne,
spucken die Kerne übers Gegengleis.

moja​

Als der Kosmos noch jung war
lutschte ich Sterne
und spuckte die Kerne
übers Gegengleis
in schwarze Löcher,
heimlich,
damit Mutter mich nicht erwischte.

Ich rutschte aus, da schwoben Nebel über die Dimensionen,
bildeten Galaxien aus verschütteter Milch.

Die Dimensionen rollte ich zu Möbiusbändern,
winzigklein,
nicht mehr zu sehen,
so knautschte ich sie zusammen.

Als Mutter von Arbeit heimkam
setzte es ein paar hinter die Löffel.

Aber vier Dimensionen waren noch offen
und den Raum hatte ich weitgehend ausgebeult.
 

Mondnein

Mitglied
Ich komme an, wo ich nicht bin,
da lutschen sie Sterne,
spucken die Kerne übers Gegengleis.

Wo ich einst wegfuhr,
fahre ich nicht hin.

In dieser Gleisgesellschaft
rasseln die Treppen
bunt & windig auf und ab.

...hervorragend......bis auf das Lutschen der Sterne...aber das ist Geschmackssache......Lg revilo
Das ist in der Tat die Stelle, die (auch) mich bei mojas Gedicht so begeistert hat, und wie!

Ein paar hinter die Löffel, und ausgebeulte Dimensionen, das ist auch was Manifestes. Toll!

grusz, hansz
 

moja

Mitglied
Finde ich sehr witzig und tiefgründig, Spiel & Ernst in einem,
macht mir richtig Spaß!
Gruß, Monika
 

Cellist

Mitglied
Schöner Text. Tolle Bilder, die du da als Erinnerung zauberst. Und schön auch, wenn ein guter lyrischer Text einen nächsten gebiert ;-).
 

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