Kein Aufatmen
Darf ich?, spricht meine ausgestreckte Hand.
Ihr nähert sich nichts - im Hintergrund nur ein verbittertes Gesicht. So stelle ich fest: Die Funkstille zwischen dir und mir gleicht einer verordneten Totenruhe. Fragen sind unerwünscht, selbst das Atmen soll angeleint bleiben. Kein Aufatmen also. Die Stille an der Türschwelle ist bedrückend, also: zwei Schritte zurück, in Richtung Aufzug. Nur dieser allein birgt gerade Töne.
Vier Jahre zuvor: Erinnere dein Gesicht im Café, als ich aufbrach, abrupt, um mein Blut mit der Schneeluft draußen abkühlen zu können.
Regelrecht versagt! Ich ließ das Vorhaben, Politisches außen vor zu lassen, gegen die Stirnwand meines leiblichen Vaters fahren. Es zerschellte. Und Feuer stieg in mir auf, beim Zuhören!
Als erstes reagierte der Puls auf das gehörte Unerhörte. Später dann das nervöse Schieben des Hinterns auf dem Polster.
Mir gegenüber dein mildes Gesicht, deine kratzige Stimme, die sich kontrovers zur Shoa äußerte. Der Holocaust wurde nicht direkt von dir geleugnet; nur, er wurde, so meine Vermutung im Nachhinein, ins für dich Erträgliche relativiert.
Vivat statistica alternativa!?
Inmitten deiner Ausführungen stand ich also auf, unfähig, mich von dir korrekt zu verabschieden, der du doch noch im Gefecht mit deiner Krebserkrankung standest.
Der Weg zurück im Schnee als Zerrissener:
Wut und Trauer.
Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack.
Ein Fluss führt an einer bestimmten Stelle nicht mehr das gleiche Wasser mit sich wie vor Sekunden. Und Schlagzeilen, auf Papier oder im Netz, pochen unermüdlich und stellenweise reißerisch um sich, um Wahrheiten inflationär feilzubieten, währenddessen sich das Jetzt immer wieder im Vorsprung und in der Hoffnung wähnen darf.
Darf ich?, spricht meine ausgestreckte Hand.
Ihr nähert sich nichts - im Hintergrund nur ein verbittertes Gesicht. So stelle ich fest: Die Funkstille zwischen dir und mir gleicht einer verordneten Totenruhe. Fragen sind unerwünscht, selbst das Atmen soll angeleint bleiben. Kein Aufatmen also. Die Stille an der Türschwelle ist bedrückend, also: zwei Schritte zurück, in Richtung Aufzug. Nur dieser allein birgt gerade Töne.
Vier Jahre zuvor: Erinnere dein Gesicht im Café, als ich aufbrach, abrupt, um mein Blut mit der Schneeluft draußen abkühlen zu können.
Regelrecht versagt! Ich ließ das Vorhaben, Politisches außen vor zu lassen, gegen die Stirnwand meines leiblichen Vaters fahren. Es zerschellte. Und Feuer stieg in mir auf, beim Zuhören!
Als erstes reagierte der Puls auf das gehörte Unerhörte. Später dann das nervöse Schieben des Hinterns auf dem Polster.
Mir gegenüber dein mildes Gesicht, deine kratzige Stimme, die sich kontrovers zur Shoa äußerte. Der Holocaust wurde nicht direkt von dir geleugnet; nur, er wurde, so meine Vermutung im Nachhinein, ins für dich Erträgliche relativiert.
Vivat statistica alternativa!?
Inmitten deiner Ausführungen stand ich also auf, unfähig, mich von dir korrekt zu verabschieden, der du doch noch im Gefecht mit deiner Krebserkrankung standest.
Der Weg zurück im Schnee als Zerrissener:
Wut und Trauer.
Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack.
Ein Fluss führt an einer bestimmten Stelle nicht mehr das gleiche Wasser mit sich wie vor Sekunden. Und Schlagzeilen, auf Papier oder im Netz, pochen unermüdlich und stellenweise reißerisch um sich, um Wahrheiten inflationär feilzubieten, währenddessen sich das Jetzt immer wieder im Vorsprung und in der Hoffnung wähnen darf.
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