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HerbertH

Mitglied
Hallo Patrick,

bis auf das 'Netzt' in Z1 und die letzte Zeile, die metrisch etwas aus dem Rahmen fällt, gefällt mir das Gedicht recht gut.

LG Herbert
 
Das Netz der Spinne hängt am seidnen Faden
Der leere Wind gerinnt, gewinnt Kontur
Und Wolken hängen in zerknüllten Schwaden
Verblassend über Baum und Flur

Wie eine Skizze flüchtig hingestrichen
Steht ein kleiner Pappelbaum
Und zittert bald und wird durchpfiffen
Und er selber atmet kaum
 
Das Netz der Spinne hängt am seidnen Faden
Der leere Wind gerinnt, gewinnt Kontur
Und Wolken hängen in zerknüllten Schwaden
Verblassend über Baum und Flur

Wie eine Skizze flüchtig hingestrichen
Steht ein kleiner Pappelbaum
Und zittert bald und wird durchpfiffen
Er selber atmet kaum
 
Das Netz der Spinne hängt am seidnen Faden
Der leere Wind gerinnt, gewinnt Kontur
Und Wolken hängen in zerknüllten Schwaden
Verblassend über Baum und Flur

Wie eine Skizze flüchtig hingestrichen
Steht ein kleiner Pappelbaum
Und zittert bald und wird durchpfiffen
Er selber aber atmet kaum
 

anbas

Mitglied
Hallo Patrick,

der erste Vers gefällt mir richtig gut. Beim zweiten machen mich die ersten beiden Zeilen neugierig, doch das Ende überzeugt mich dann nicht so richtig. Im Moment kann ich leider nicht sagen, woran das genau liegt (aktuell kreise ich um Formulierungen wie "zu gewollt" und "belanglos" - aber ganz ist es das auch nicht).

Handwerklich gefällt mir in V2,Z2 nicht, dass Du hier die metrische Grundform verlässt (Du beginnst die Zeilen sonst immer mit einer unbetonten Silbe). Und in V2, Z3 stören mich die beiden "und".

Aufgrund des ersten Verses hoffe ich, dass Dir zum zweiten noch was einfällt ;).

Liebe Grüße

Andreas
 

rogathe

Mitglied
Hallo Patrick,
diese Zeile verstehe ich nicht:
Der leere Wind gerinnt, gewinnt Kontur
Ich kenne weder einen leeren noch einen vollen Wind, schon gar keinen, der gerinnt (das können nur Flüssigkeiten), hier gewinnt er dabei noch Kontur.

:confused: rogathe
 
Hallo anbas
Zu gewollt und belanglos trifft es eigentlich ganz gut.
Ich denke ich werde den Radikalschnitt machen und den 2 Vers komplett umschreiben.


Hallo rogathe
Eigentlich ists ganz einfach, die Zeile steht als Metapher für den kommenden Herbst, wenn der Wind "dicker" und stärker wird (gerinnt), und er durch Laub und Staub sichtbar wird (gewinnt Kontur) wo er vorher bloß zu spüren war (leer).
 

rogathe

Mitglied
Hallo Patrick,
das überzeugt mich nicht, denn Gewitterstürme im Sommer sind auch nicht "leer". Das Bild finde ich schlecht gewählt.

LG rogathe
 
Hallo rogathe
Du hast natürlich recht, auch Gewitterstürme im Sommer sind nicht leer, alleine dem Regen wegen.
Aber der Text ist draußen beim Spazierengehen, sozusagen als Beobachtung der letzten Tage geschrieben worden.
Und die Metapher erhebt auch keinen allgemeingültigen Sinn, sondern bezieht sich bloß auf die von mir gemachte Beobachtung.

Ich persönlich finde sie nicht schlecht
Von daher behalte ich sie erstmal bei.
 
Das Netz der Spinne hängt am seidnen Faden
Der nasse Nebel rinnt, gewinnt Kontur
Und Wolken hängen in zerknüllten Schwaden
Verblassend über Baum und Flur

Der Süden spannt gewaltig seinen Bogen
Und Föhnwind wirft sich pfeifend in die Linden.
Um wie vom letzen Sommer doch betrogen
Die Blätter grün und fest zu finden.
 
O

orlando

Gast
Hallo Patrick,

mir gefällt das Gedicht jetzt qualitativ sehr gut.

Es zeigt einen schönen reinen Klang und verleiht einer Naturimpression Ausdruck, ohne sich der üblichen Gemeinplätze zu bedienen.

Besonders gelungen finde ich die "zerknüllten" Wolken - manchmal sehen die ja wirklich so aus! Ich mag das Wort und habe es deshalb schon selber verwendet; hat halt was Expressionistisches an sich.

Liebe Grüße
orlando
 
Hallo Patrick,
nachdem der „leere Wind“ verschwunden ist, gefällt mir das Gedicht richtig gut.
Ich finde, wie orlando, die „zerknüllten Wolken“ auch am besten.

Viele Grüße,
Marie-Luise
 
Bedenkt man dass die zerknüllten Wolken von einer achtlos weggeworfenen "zerknüllten" Papiertüte am Wegrand inspiriert wurden
verschwindet die Poesie dahinter ein wenig :)
 

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