Keine Zeit für Selbstmitleid (gelöscht)

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aligaga

Gast
Eine Geschichte aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als es im ICE noch Abteile gab, die Fenster zu öffnen waren und man sich auf Postkarten Wichtiges mitteilte!

Sorry, @molly, aber schon nach dem ersten Absatz bekommt man Bauchweh vor Langeweile und von dem vielen Moralin, das in diesem Text schwappt.

@Ali sinnt, wen du dir wohl als Zielgruppe für so ein Weihnachts-Traktat vorgestellt hast, aber außer den Insassen eines Seniorenstifts, die man in der Adventszeit im Gemeinschaftsraum bei Kinderpunsch und (immer leicht alt schmeckenden) Mamorkuchenstücken frommer Prosa aussetzt, fällt ihm niemand ein, der damit zu kujonieren wäre.

Falls es als Tagebucheintrag gedacht war, solltest du ihn an der richtigen Stelle verorten, dann würde sich kein Kritiker damit abgeben. So aber muss @ali dir sagen, dass diese Nummer nur eins vermag: an der Geduld und an den Nerven des Kritikers sägen.

TTip: Warum lässt du die Omi die Manteltaschen nicht ausleeren, dann verschwinden und eine Ich-Protzin zurück, der wohltuende Zweifel an der Moral der Gesellschaft kommen? Ein Mittelchen in den mitgebrachten Kaffee gerührt, der die stumm und ergriffen Lauschende einschläfert und es der Omi ermöglicht, in aller Ruhe und mitsamt der teuren Garderobe ihres Gegenübers zu verschwinden?

„Die besten Geschichten schreibt das Leben!“, heißt es oft. Aber das ist nicht wahr. Meistens ist das Leben todlangweilig, und entsprechend mühsam lesen sich die Tagebucheinträge.

Geh doch mal aus dir heraus, @molly! Lass es krachen und überrasche uns mit einem Plot, der uns vom Hocker fegt, statt uns einzuschläfern. Trau dich!

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Hallo Ali,

danke Dir für Deine Antwort, dass sie immer ehrlich ist, weiß ich inzwischen.
Du hast Recht, mir kommt die Geschichte jetzt auch wie ein etwas alter Marmorkuchen vor.
Aber einiges muss ich doch klar stellen: Ich bin im letzten Jahr noch in einem ICE Abteil nach Hamburg gerauscht.
Postkarten bekomme ich noch recht viele, trotz mail-Adresse.
Die Geschichte war weder für Weihnachten, noch Seniorenheim, auch nicht für Tagebuch gedacht, eigentlich nur als Übung, ob das überhaupt eine Kurzgeschichte ist.

Aber Deinen Tipp werde ich gern annehmen und die Geschichte entmoralinen.Ich kann doch nicht verantworten, dass Lupianer Bauchgrimmen erleiden wegen mir.

Also bitte, nur ein wenig Geduld.

Heitere Grüße zurück

molly
 

Hyazinthe

Mitglied
Liebe molly!

Ich habe die erste Version deiner Geschichte damals gelesen und fand sie, bis auf den etwas kitschigen Schluss mit der Karte, die deine Prot. nach dem Unfall erhält und die sie daran erinnert, dass Selbstmitleid keinen Sinn hat, lebensnah und echt, wenn auch etwas altmodisch.
Aber die neue Version, die du nach der Kritik von aligaga geschrieben hast, gefällt mir gar nicht. (Ich interpretiere doch richtig, dass der Enkel seine Oma mit dem Kuchen vergiftet, um an den Diamantring heranzukommen?) Dieses Geschehen ist unglaubwürdig, denn woher kommt denn der teure Schmuck plötzlich, wo die Frau doch nur eine kleine Rente bezieht? Und warum sollte der Enkel sie auf diese unsichere Art umbringen wollen, wo er sie doch ohnehin beerben würde?
Was vorher eine in sich schlüssige Erzählung war, ist nun eine unglaubwürdige Räuberpistole geworden.
Bitte nimm mir meine Offenheit nicht übel, liebe molly. Mir zeigt diese Sache nur, dass man in der LL nicht unbedingt jede Kritik aufnehmen sollte; es ist nicht gesagt, dass die eigenen Texte durch die Vorschläge anderer besser werden.

Gruß, Hyazinthe
 

molly

Mitglied
Liebe Hyazinthe,

danke Dir fürs Lesen, aber nicht der Enkel wollte die alte Dame bewusstlos machen, sondern die "Ich" Erzählerin, die dringend schnell den Kaffee besorgen wollte und zudem darauf wartete, dass die "Alte" endlich den Kaffee trank.

Ich brachte es einfach nicht fertig, dass "nur" die alte Dame ein falsches Spiel machte.

Vielleicht ändere ich den Text noch mal, wer weiß.

Ganz liebe Grüße

molly
 
A

aligaga

Gast
Vorher war die Geschichte eine moralinsaure, am Ende recht triefige, vor allem aber todlangweilige Nummer, @molly. Jetzt ist sie leider noch genauso langweilig, hat aber einen ebenso unmotivierten wie unverständlichen Schluss - bringt hier jemanden jemanden um, und wenn ja, warum?

@Hyazinthe, eine bekennende @ali-SkeptikerIn (um's mal vorsichtig auszudrücken), möchte nun das in der Tat erneute Missglücken deines Textes ihm und seinen angeblich falschen Ratschlägen anlasten.

Aber das ist Blödsinn. Ali hat dir nur geraten, die unschuldige Omi zum Monster zu machen, damit Pep in das Geschnarche kommt. Wie du das machst, hat er natürlich dir überlassen.

TTip: lass dir was Spannenderes einfallen! Werd deutlicher; lass das Opfer erst ahnen und dann erkennen, dass es sich in Omi getäuscht hat: Sie ist die ICE-Bestie, die mit ihrer Unschuldsmaske und ihrem frommen Habitus schon Dutzende Reisender getäuscht, ausgeplündert und unter die Erde gebracht hat. Interpol fahndet schon sein zwei Jahren nach einem Giftmörder, aber Omi ist schlau. Die hat immer schwarze Spitzenhandschuhe an und hinterlässt keine Spuren.

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Also Ali, so wird das nichts, ich kann keine Omi zum Monster machen. Wenn niemand merkt, dass die "Ich" Erzählerin ganz scharf auf Omis Schmuck war, ist die Geschichte erledigt, jedenfalls im Moment.

Liebe Grüße

molly
 
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