Kleine Meeresfrau

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Trist

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Ich habe lange, viel zu lang nicht mehr von dir geträumt;
von deinem ruhigen, wilden, weiten, ruhelosen Meer.
Vielleicht hast du geschrien, getobt, gebrüllt, geschäumt -
und warfst mir zornig sandgefüllte Tränen hinterher.

Ich hab sie lange, viel zu lang nicht mehr in mir gespürt;
die waffenlose Kraft, mit der du mich gestreichelt hast.
Hast mich in deinem aufgewühltem Wellenbett verführt,
um in dich einzutauchen, ohne irdischen Ballast.

Wir sind umschlungen in den nassen Sand gesunken,
hoch über uns ein Bogen Blau mit Weiß am Horizont.
Die Palmen haben scheu mit ihrem Fächer zugewunken,
und eine kleine Krabbe hat sich neben uns gesonnt.

Kein Hoffnungsfunke weiß, ob wir uns wiedersehen,
und ob wir heute noch so tief wie damals fühlen.
Möcht nur noch einmal neben deinen Schritten gehen,
möcht nur mein wundes Herz noch einmal an dir kühlen ...
 


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