Kleine Szene an der Kasse

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Kirtistic

Mitglied
Ich stehe an der Supermarktkasse, die Schlange bewegt sich träge. Vor mir, im Einkaufswagen, sitzt ein Mädchen, vielleicht drei Jahre alt, und brüllt ohrenbetäubend. Ihre Eltern kennen das anscheinend und legen ruhig weiterhin Waren aufs Band.
Plötzlich, in einer kurzen Schreipause, dreht sie den Kopf und sieht mich an. Ihre Augen fixieren mich neugierig.
Ich erwidere den Blick, ruhig, fast prüfend, als wollte ich herausfinden, was in ihrem kleinen Kopf vorgeht. Sie blinzelt, schaut weg, dann wieder zu mir. Ein stilles Gespräch entsteht, wortlos, nur durch Blicke. Ich hebe leicht die Augenbraue, sie legt den Kopf schief.
Wegsehen, wieder hinschauen. Sechs Mal wechseln unsere Blicke hin und her, ein stummes Spiel, das die Geräusche der Kasse und das Gemurmel der anderen Kunden für mich ausblendet.
Die Eltern sind fertig, bezahlen und schieben den Wagen weiter. Das Mädchen dreht sich noch einmal um, schaut mich noch einmal an. Ein letzter Blick, dann fällt der Mutter etwas herunter und das Mädchen lacht.
Die Schlange rückt vor, und ich spüre ein leichtes amüsiertes Lächeln auf meinem Gesicht.
Ein kleines Erlebnis am Wegrand, flüchtig, aber nett.
 
Guten Morgen!
Willkommen im Forum.

Ich mag solche Schilderungen alltäglicher Ereignisse. Der Geschichte bin ich gern gefolgt und ich bin neugierig, was für ein*e Autor*in sich im Weiteren offenbaren wird.
Liebe Grüße
vom Clown
 

Shallow

Mitglied
Hallo @Kirtistic,

auch mir gefallen Beschreibungen von Alltäglichem, kleine Momentaufnahmen, Randnotizen, mal eben kurz notiert. Deine Schilderung der Kassensituation ist gut eingefangen, ein paar Leseeindrücke:

Ihre Eltern kennen das anscheinend und legen ruhig weiterhin Waren aufs Band.

Bin nicht sicher, ob der erklärende erste Teil des Satzes notwendig ist, möglicherweise reicht die Reaktion (das Auflegen der Ware aufs Band) der Eltern auch so? Aber als Gedankengang des Protagonisten geht das sicher. Das finde ich beim nachfolgenden Satz

Ich erwidere den Blick, ruhig, fast prüfend, als wollte ich herausfinden, was in ihrem kleinen Kopf vorgeht.

etwas verwirrend, was die Perspektive angeht: Weiß der Ich-Erzähler nicht, ob er herausfinden möchte, was in der Kleinen vorgeht? Ist nicht dieses "fast prüfend" aus einer Außensicht, die nicht so recht passt zu einer Ich-Erzählweise?

ich spüre ein leichtes amüsiertes Lächeln auf meinem Gesicht.

Und auch hier könnte man überlegen, ob eine alternative Formulierung evtl besser wäre: Spürt der Protagonist ein Lächeln auf seinem Gesicht? Muss er nicht einfach lächeln oder kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, mehr diese Richtung? Möglicherweise Geschmackssache, vielleicht kannst du ja mit der einen oder anderen Überlegung etwas anfangen.

Gern gelesen, viel Spaß auf der Plattform und schönen Gruß

Shallow
 

Kirtistic

Mitglied
Ihre Eltern kennen das anscheinend und legen ruhig weiterhin Waren aufs Band.
Bin nicht sicher, ob der erklärende erste Teil des Satzes notwendig ist,
Das schien mir eine extra Aussage, deswegen ja.

Ich erwidere den Blick, ruhig, fast prüfend, als wollte ich herausfinden, was in ihrem kleinen Kopf vorgeht.
Ich habe den Eindruck, ich wüsste wie ich aussehe wenn ich jemand prüfend ansehe.

ich spüre ein leichtes amüsiertes Lächeln auf meinem Gesicht.
Ich wirke im Alltag sehr ernst, ich nehme also ein Lächeln körperlich wahr.

Gern gelesen, viel Spaß auf der Plattform und schönen Gruß

Vielen Dank für die Gedanken.
Kirtistic
 



 
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