König Habakans Abenteuer

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molly

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König Habakan will heiraten / Kindergarten 7 ab 4, eher 5

[ 4][ 4]2. Teil von Habakan und der Raubritter

In einem Land, weit hinter den sieben Meeren, lebte König Habakan in seinem weißen Schloss.

In jener Nacht, als er nicht einschlafen konnte, saß er in seinem Bett. Er dachte an die Hochzeit seines Freundes Reto. Nach dem Festessen hatte König Habakan mit der Hexe Zuckermühl getanzt und gestaunt, wie flink ihre Füße hin und her sprangen, wie ein Wirbelwind! Auch war sie so groß und schlank wie der König. Habakan kicherte, als er an den Tanz dachte.

Nun wohnte Reto mit seiner Frau Maude im neuen Haus. Nur er, der König, lebte allein. Aber jetzt wollte er sich eine Frau suchen. König Habakan schlug seine Decke zurück und schwang die Beine aus dem Bett. Er setzte er sich an den Schreibtisch und schrieb einen Brief. Barfuß schlich er in den Keller. Gleich würde Otto, das Schlossgespenst aufwachen.

Um Mitternacht, Schlag zwölf Uhr, öffnete Otto seine Truhe, gähnte einmal und schrie auf, als es den König sah.
„Was willst du denn hier? Musst du mich so erschrecken?“
„Sei still“, befahl Habakan, „ bring diesen Brief zur Hexe Zuckermühl, sie soll mir helfen, eine Prinzessin zu finden.“
Otto nahm wortlos den Brief entgegen und zischte aus dem Fenster. Er flog ein Stück durch den Zauberwald, schwebte über die Hütte des Trolls und landete beim Hexenhaus. Otto schob den Brief unter der Türe durch und flog weiter. Als die Geisterstunde zu Ende ging, schwebte er an König Habakans Zimmer vorbei, sah, dass der schlief und im Traum sogar lächelte.

Am nächsten Nachmittag sauste die Hexe Zuckermühl auf ihrem Besen zu König Habakan.
„Heiraten, so, so“, sagte sie. „Reise ins Land von König Fabolio. Er hat eine hübsche Tochter, Prinzessin Amorose. Nimm deine beiden Soldaten und deinen Diener mit. Für die Prinzessin brauchst du einen Ring. Damit dich der Troll durch den Zauberwald lässt, packe ein großes Glas Honig ein, du weißt, wie gern er den isst. Pass gut auf dich auf. Bestimmt triffst du auch Hexen.“ Sie setzte sich auf den Besen und ritt zurück.

Der König rief seinen Diener herbei und befahl ihm, alles, was er für diese Reise bauchte, einzupacken. Dann beauftragte er einen Soldaten, am nächsten Morgen des Königs Schimmel zu satteln. Der andere Soldat musste im Schloss bleiben und das Tor bewachen. Um Mitternacht verabschiedete er sich von Otto, dem Schlossgespenst.

Ein heller Frühlingstag brach an. König Habakan stieg in aller Frühe auf sein Pferd. Er trug schwarze, blank geputzte Stiefel. Sein hellblaues Hemd leuchtete unter dem dunklen Mantel hervor und seine Hose hatte goldene Streifen auf der Seite. Die Krone auf seinem Haupt strahlte in der Sonne und an seiner Hand glänzte der goldene Königsring.
Der Ring für die Prinzessin schimmerte in weißem Gold und hatte einen dunkelblauen Stein. Sicher verwahrt trug er ihn unter seinem Hemd in einem Brustbeutel. Der Soldat und der Diener ritten neben ihm her. Kaum hatten sie den Zauberwald betreten, sprang der Troll mit der Keule aus dem Busch. Seine Augen glühten rot, ebenso sein kleines Horn mitten auf dem Kopf.

„Halt“, rief er. Der Diener reichte ihm den Honig und er trollte sich wieder in seine Hütte zurück.

Schweigend ritten sie durch den stillen Wald. Hinter dem Zauberwald hausten die Hexen. Vor Hexen fürchtete sich König Habakan nicht, schließlich kannte er die freundliche Hexe Zuckermühl sehr gut.

Sie gelangten zu einer großen Wiese. Plötzlich rauschte es in den Gräsern und eine große Frau mit grünen Haaren, grünem Gesicht und grünen Kleidern trat ihnen entgegen.
Sie hob die Hand und rief: „Stopp!“

„Ich will zur Prinzessin Amorose“, sagte der König.
Sie antwortete: „Ich warne euch vor den Hexen, geht erst über die Wiese, wenn es dunkel ist.“ Schon verschwand sie.
Der König brummte: „Warum solange warten, ich habe es eilig, kommt, wir überqueren die Wiese.“

Sie erreichten die Mitte der Wiese, als der König leise lachte: „Die grüne Wiesenfrau wollte uns nur erschrecken!“
Auf einmal zischte es, die Pferde wieherten laut, warfen die Reiter ab und stoben davon, Soldat und Diener flohen in den Zauberwald zurück. Noch ehe der König etwas sagen konnte, wurde er von kräftigen Händen gepackt und hoch in die Luft geschleudert. Er flog über die Wiese und landete unsanft auf einem Baum. Dabei verlor König Habakan seine Königskrone.

Nun saß er auf einem dicken Ast, hoch über dem Boden und wagte sich nicht zu rühren. Sieben Hexen standen unter dem Baum.
Der König rief: „ holt mich sofort hier runter!“

„Was gibst du uns dafür“, wollte eine wissen.

„Meine Krone, sie liegt irgendwo auf der Wiese.“

„Die haben wir schon. Wir möchten mehr.“

„Wenn ich erst wieder in meinem Schloss bin, werde ich euch reich beschenken!“

„Das ist zu wenig“, riefen sie alle zusammen.

Schweren Herzens streifte Habakan seinen goldenen Königsring vom Finger. „Ich kann euch noch diesen geben."
„Wir nehmen den Ring. Wirf das Schmuckstück runter, aber dalli!“

„Holt mich erst vom Baum“, befahl der König.

„Erst der Ring“, verlangte eine der Hexen.

Er ließ seinen Ring auf den Boden fallen, die Hexen schnappten das Goldstück und brausten davon.

Nie in seinem Leben hatte sich der König so gefürchtet, wie kam er nur vom Baum herunter? Wo war sein Diener, wo der Soldat? Er rief ihren Namen, doch plötzlich stand die große, grüne Frau unter dem Baum.
„Sei still, sonst kommen die Hexen zurück, ich will dir helfen. Du könntest den Baumstamm hinunter rutschen.“

„Das habe ich noch nie getan, ich bin doch ein König!“
„Ich muss etwas holen. Warte und sei still“, sagte sie. Kurz darauf kam sie mit einem grünen Seil zurück. Mit Leichtigkeit kletterte sie den Baum hinauf, und setzte sich neben Habakan. Sie befestigte das Seil am Ast und band dem König das andere Ende des Seils um den Leib. Dann gab sie ihm einen kleinen Schubs, schon hing er zwischen Himmel und Erde und baumelte mit den Beinen. Der König schrie kurz auf, doch die grüne Frau hielt das Seil fest in den Händen und ließ ihn behutsam hinunter gleiten. Als er die Erde berührte, kletterte die Frau mit den grünen Haaren vom Baum.
Sie entfernte das Seil und sagte: „Jetzt pass aber gut auf dich auf, ich kann dir nicht immer helfen!“

Sie erklärte dem König den schnellsten Weg, der zur Prinzessin führte. Habakan bedankte sich, schon rauschten die Gräser und die grüne Frau verschwand. Er ging den Weg entlang, den sie ihm gezeigt hatte und gelangte bald zum Schloss der Prinzessin.
Zwei Soldaten führten ihn in einen Saal. Der König saß auf einem goldenen Sesel. Ein roter Mantel hing um seine Schultern und die Krone hielt er in der Hand. Neben ihm saß die Prinzessin auf einem weißen Sessel. Ihr langes blaues Kleid reichte bis zum Boden. Auf ihren goldfarbenen Haaren prangte ein blauer Stern.

Habakan verbeugte sich tief vor dem König und sagte ihm, dass er die Prinzessin heiraten möchte. Der König erwiderte nur: „Frage sie selbst, ich habe heute Kopfschmerzen.“
Nun kniete sich Habakan vor ihr nieder und sprach: „Wunderschöne Prinzessin Amorose, ich bin König Habakan und besitze ein weißes Schloss. Ich will dich heiraten.“

„Wer wohnt noch in deinem Schloss?“ fragte sie.

„Ein Diener, zwei Soldaten und das Schlossgespenst.“ Die Prinzessin lachte kurz laut auf.
„Steh auf“, befahl sie“, zeige mir deinen Königsring!“
„Den haben mir die Hexen gestohlen“, sagte Habakan. „Aber ich kann mir in meinem Schloss einen neuen Königsring schmieden lassen.“

„Was redest du da! Ohne Königsring bist du kein König. Wache, sperrt ihn ins Gefängnis“, rief sie, erhob sich und rauschte mit zusammengepresstem Mund aus dem Saal. Zwei Wächter packten Habakan und schleppten ihn in ein Verließ.

Nun stand er, von Hexen ausgeraubt, von Prinzessin Amorose eingesperrt, in diesem finsteren Raum. In einer Wand befand sich als Fenster ein Loch mit Gitterstäben. Der König rüttelte daran und schrie um Hilfe.

Von seinem Gitterfenster aus sah er den Tannenwald. Auf einmal wehte ein heftiger Wind. Zweige teilten sich zur Seite und eine große Gestalt trat hervor – die grüne Frau. Auf Zehenspitzen schlich sie zu Habakan.
„Sei still“, flüsterte sie. Ohne Mühe bog sie die Gitterstäbe auseinander, packte den König an den Armen und zog ihn aus dem Fenster. Sie legte den Finger auf den Mund und sagte: „Pst.“ Der König nickte und folgte ihr. Nach einer Weile gelangten sie an eine Wegkreuzung.

Die Frau sagte: „Hier geht es zum Haus der Hexe Zuckermühl, ein Stück weiter beginnt der Pfad in den Zauberwald.“
Der König entschied sich für den ersten Weg. Er bedankte sich für ihre Hilfe und schenkte ihr den Ring, den er noch in seinem Brustbeutel trug. Kaum hatte sie den Ring am Finger, verschwand sie zwischen den Bäumen.

König Habakan eilte den Weg entlang, der Mond leuchtete ihm und um Mitternacht erreichte er das Haus der Hexe Zuckermühl. Er war so müde, setzte sich auf die Bank vor ihrem Haus und schlief ein.

Als er aufwachte, wehte ihm der Duft von frischem Kaffee um die Nase. Erstaunt merkte er, dass er nicht mehr auf der Bank saß, sondern in einem Bett lag. Und davor stand die Hexe Zuckermühl!
„Wie gut geht‘s mir heute“, rief der König aus. Er griff dankbar nach der Hand der Hexe und entdeckte da den Ring, den er der grünen Frau geschenkt hatte. Mit einem Satz sprang er aus dem Bett.
„Du bist die grüne Frau!“
„Ja“, lachte Zuckermühl, „auf dich musste ich einfach aufpassen.“

Der König umarmte sie und wirbelte sie in die Luft.
„Zuckermühl, komm auf mein Schloss“, sagte er.
„Du willst mich heiraten“? fragte sie.
Der König antwortete: „Ja, das will ich. Ohne dich säße ich noch immer auf dem Baum.“

Da gab es einen Donnerschlag. Der Besen, auf dem die Hexe sonst durch die Gegend sauste, lag zerbrochen am Boden.
Zuckermühl umarmte den König. „Du hast mich erlöst.Ich bin keine Hexe mehr, ich heiße Viktoria.“

Sie packte einen Rucksack, während der König seinen Kaffee austrank. Gemeinsam verließen sie das Haus. Viktoria hängte dem König den Rucksack um. Auf dem Weg zum Schloss erzählte Viktoria dem König, dass die Hexen, die ihn auf den Baum geschleudert hatten, sie verzaubert hätten.

Bald darauf feierten sie in dem weißen Schloss drei Tage lang ein großes Hochzeitsfest und alle Leute, die zum Land von König Habakan gehörten, jubelten und feierten mit.
©Monika Rieger
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molly

Mitglied
König Habakan will heiraten / Kindergarten / ab 4, eher 5

[ 4][ 4]2. Teil von Habakan und der Raubritter

In einem Land, weit hinter den sieben Meeren, lebte König Habakan in seinem weißen Schloss.

In jener Nacht, als er nicht einschlafen konnte, saß er in seinem Bett. Er dachte an die Hochzeit seines Freundes Reto. Nach dem Festessen hatte König Habakan mit der Hexe Zuckermühl getanzt und gestaunt, wie flink ihre Füße hin und her sprangen, wie ein Wirbelwind! Auch war sie so groß und schlank wie der König. Habakan kicherte, als er an den Tanz dachte.

Nun wohnte Reto mit seiner Frau Maude im neuen Haus. Nur er, der König, lebte allein. Aber jetzt wollte er sich eine Frau suchen. König Habakan schlug seine Decke zurück und schwang die Beine aus dem Bett. Er setzte er sich an den Schreibtisch und schrieb einen Brief. Barfuß schlich er in den Keller. Gleich würde Otto, das Schlossgespenst aufwachen.

Um Mitternacht, Schlag zwölf Uhr, öffnete Otto seine Truhe, gähnte einmal und schrie auf, als es den König sah.
„Was willst du denn hier? Musst du mich so erschrecken?“
„Sei still“, befahl Habakan, „ bring diesen Brief zur Hexe Zuckermühl, sie soll mir helfen, eine Prinzessin zu finden.“
Otto nahm wortlos den Brief entgegen und zischte aus dem Fenster. Er flog ein Stück durch den Zauberwald, schwebte über die Hütte des Trolls und landete beim Hexenhaus. Otto schob den Brief unter der Türe durch und flog weiter. Als die Geisterstunde zu Ende ging, schwebte er an König Habakans Zimmer vorbei, sah, dass der schlief und im Traum sogar lächelte.

Am nächsten Nachmittag sauste die Hexe Zuckermühl auf ihrem Besen zu König Habakan.
„Heiraten, so, so“, sagte sie. „Reise ins Land von König Fabolio. Er hat eine hübsche Tochter, Prinzessin Amorose. Nimm deine beiden Soldaten und deinen Diener mit. Für die Prinzessin brauchst du einen Ring. Damit dich der Troll durch den Zauberwald lässt, packe ein großes Glas Honig ein, du weißt, wie gern er den isst. Pass gut auf dich auf. Bestimmt triffst du auch Hexen.“ Sie setzte sich auf den Besen und ritt zurück.

Der König rief seinen Diener herbei und befahl ihm, alles, was er für diese Reise bauchte, einzupacken. Dann beauftragte er einen Soldaten, am nächsten Morgen des Königs Schimmel zu satteln. Der andere Soldat musste im Schloss bleiben und das Tor bewachen. Um Mitternacht verabschiedete er sich von Otto, dem Schlossgespenst.

Ein heller Frühlingstag brach an. König Habakan stieg in aller Frühe auf sein Pferd. Er trug schwarze, blank geputzte Stiefel. Sein hellblaues Hemd leuchtete unter dem dunklen Mantel hervor und seine Hose hatte goldene Streifen auf der Seite. Die Krone auf seinem Haupt strahlte in der Sonne und an seiner Hand glänzte der goldene Königsring.
Der Ring für die Prinzessin schimmerte in weißem Gold und hatte einen dunkelblauen Stein. Sicher verwahrt trug er ihn unter seinem Hemd in einem Brustbeutel. Der Soldat und der Diener ritten neben ihm her. Kaum hatten sie den Zauberwald betreten, sprang der Troll mit der Keule aus dem Busch. Seine Augen glühten rot, ebenso sein kleines Horn mitten auf dem Kopf.

„Halt“, rief er. Der Diener reichte ihm den Honig und er trollte sich wieder in seine Hütte zurück.

Schweigend ritten sie durch den stillen Wald. Hinter dem Zauberwald hausten die Hexen. Vor Hexen fürchtete sich König Habakan nicht, schließlich kannte er die freundliche Hexe Zuckermühl sehr gut.

Sie gelangten zu einer großen Wiese. Plötzlich rauschte es in den Gräsern und eine große Frau mit grünen Haaren, grünem Gesicht und grünen Kleidern trat ihnen entgegen.
Sie hob die Hand und rief: „Stopp!“

„Ich will zur Prinzessin Amorose“, sagte der König.
Sie antwortete: „Ich warne euch vor den Hexen, geht erst über die Wiese, wenn es dunkel ist.“ Schon verschwand sie.
Der König brummte: „Warum solange warten, ich habe es eilig, kommt, wir überqueren die Wiese.“

Sie erreichten die Mitte der Wiese, als der König leise lachte: „Die grüne Wiesenfrau wollte uns nur erschrecken!“
Auf einmal zischte es, die Pferde wieherten laut, warfen die Reiter ab und stoben davon, Soldat und Diener flohen in den Zauberwald zurück. Noch ehe der König etwas sagen konnte, wurde er von kräftigen Händen gepackt und hoch in die Luft geschleudert. Er flog über die Wiese und landete unsanft auf einem Baum. Dabei verlor König Habakan seine Königskrone.

Nun saß er auf einem dicken Ast, hoch über dem Boden und wagte sich nicht zu rühren. Sieben Hexen standen unter dem Baum.
Der König rief: „ holt mich sofort hier runter!“

„Was gibst du uns dafür“, wollte eine wissen.

„Meine Krone, sie liegt irgendwo auf der Wiese.“

„Die haben wir schon. Wir möchten mehr.“

„Wenn ich erst wieder in meinem Schloss bin, werde ich euch reich beschenken!“

„Das ist zu wenig“, riefen sie alle zusammen.

Schweren Herzens streifte Habakan seinen goldenen Königsring vom Finger. „Ich kann euch noch diesen geben."
„Wir nehmen den Ring. Wirf das Schmuckstück runter, aber dalli!“

„Holt mich erst vom Baum“, befahl der König.

„Erst der Ring“, verlangte eine der Hexen.

Er ließ seinen Ring auf den Boden fallen, die Hexen schnappten das Goldstück und brausten davon.

Nie in seinem Leben hatte sich der König so gefürchtet, wie kam er nur vom Baum herunter? Wo war sein Diener, wo der Soldat? Er rief ihren Namen, doch plötzlich stand die große, grüne Frau unter dem Baum.
„Sei still, sonst kommen die Hexen zurück, ich will dir helfen. Du könntest den Baumstamm hinunter rutschen.“

„Das habe ich noch nie getan, ich bin doch ein König!“
„Ich muss etwas holen. Warte und sei still“, sagte sie. Kurz darauf kam sie mit einem grünen Seil zurück. Mit Leichtigkeit kletterte sie den Baum hinauf, und setzte sich neben Habakan. Sie befestigte das Seil am Ast und band dem König das andere Ende des Seils um den Leib. Dann gab sie ihm einen kleinen Schubs, schon hing er zwischen Himmel und Erde und baumelte mit den Beinen. Der König schrie kurz auf, doch die grüne Frau hielt das Seil fest in den Händen und ließ ihn behutsam hinunter gleiten. Als er die Erde berührte, kletterte die Frau mit den grünen Haaren vom Baum.
Sie entfernte das Seil und sagte: „Jetzt pass aber gut auf dich auf, ich kann dir nicht immer helfen!“

Sie erklärte dem König den schnellsten Weg, der zur Prinzessin führte. Habakan bedankte sich, schon rauschten die Gräser und die grüne Frau verschwand. Er ging den Weg entlang, den sie ihm gezeigt hatte und gelangte bald zum Schloss der Prinzessin.
Zwei Soldaten führten ihn in einen Saal. Der König saß auf einem goldenen Sesel. Ein roter Mantel hing um seine Schultern und die Krone hielt er in der Hand. Neben ihm saß die Prinzessin auf einem weißen Sessel. Ihr langes blaues Kleid reichte bis zum Boden. Auf ihren goldfarbenen Haaren prangte ein blauer Stern.

Habakan verbeugte sich tief vor dem König und sagte ihm, dass er die Prinzessin heiraten möchte. Der König erwiderte nur: „Frage sie selbst, ich habe heute Kopfschmerzen.“
Nun kniete sich Habakan vor ihr nieder und sprach: „Wunderschöne Prinzessin Amorose, ich bin König Habakan und besitze ein weißes Schloss. Ich will dich heiraten.“

„Wer wohnt noch in deinem Schloss?“ fragte sie.

„Ein Diener, zwei Soldaten und das Schlossgespenst.“ Die Prinzessin lachte kurz laut auf.
„Steh auf“, befahl sie“, zeige mir deinen Königsring!“
„Den haben mir die Hexen gestohlen“, sagte Habakan. „Aber ich kann mir in meinem Schloss einen neuen Königsring schmieden lassen.“

„Was redest du da! Ohne Königsring bist du kein König. Wache, sperrt ihn ins Gefängnis“, rief sie, erhob sich und rauschte mit zusammengepresstem Mund aus dem Saal. Zwei Wächter packten Habakan und schleppten ihn in ein Verließ.

Nun stand er, von Hexen ausgeraubt, von Prinzessin Amorose eingesperrt, in diesem finsteren Raum. In einer Wand befand sich als Fenster ein Loch mit Gitterstäben. Der König rüttelte daran und schrie um Hilfe.

Von seinem Gitterfenster aus sah er den Tannenwald. Auf einmal wehte ein heftiger Wind. Zweige teilten sich zur Seite und eine große Gestalt trat hervor – die grüne Frau. Auf Zehenspitzen schlich sie zu Habakan.
„Sei still“, flüsterte sie. Ohne Mühe bog sie die Gitterstäbe auseinander, packte den König an den Armen und zog ihn aus dem Fenster. Sie legte den Finger auf den Mund und sagte: „Pst.“ Der König nickte und folgte ihr. Nach einer Weile gelangten sie an eine Wegkreuzung.

Die Frau sagte: „Hier geht es zum Haus der Hexe Zuckermühl, ein Stück weiter beginnt der Pfad in den Zauberwald.“
Der König entschied sich für den ersten Weg. Er bedankte sich für ihre Hilfe und schenkte ihr den Ring, den er noch in seinem Brustbeutel trug. Kaum hatte sie den Ring am Finger, verschwand sie zwischen den Bäumen.

König Habakan eilte den Weg entlang, der Mond leuchtete ihm und um Mitternacht erreichte er das Haus der Hexe Zuckermühl. Er war so müde, setzte sich auf die Bank vor ihrem Haus und schlief ein.

Als er aufwachte, wehte ihm der Duft von frischem Kaffee um die Nase. Erstaunt merkte er, dass er nicht mehr auf der Bank saß, sondern in einem Bett lag. Und davor stand die Hexe Zuckermühl!
„Wie gut geht‘s mir heute“, rief der König aus. Er griff dankbar nach der Hand der Hexe und entdeckte da den Ring, den er der grünen Frau geschenkt hatte. Mit einem Satz sprang er aus dem Bett.
„Du bist die grüne Frau!“
„Ja“, lachte Zuckermühl, „auf dich musste ich einfach aufpassen.“

Der König umarmte sie und wirbelte sie in die Luft.
„Zuckermühl, komm auf mein Schloss“, sagte er.
„Du willst mich heiraten“? fragte sie.
Der König antwortete: „Ja, das will ich. Ohne dich säße ich noch immer auf dem Baum.“

Da gab es einen Donnerschlag. Der Besen, auf dem die Hexe sonst durch die Gegend sauste, lag zerbrochen am Boden.
Zuckermühl umarmte den König. „Du hast mich erlöst.Ich bin keine Hexe mehr, ich heiße Viktoria.“

Sie packte einen Rucksack, während der König seinen Kaffee austrank. Gemeinsam verließen sie das Haus. Viktoria hängte dem König den Rucksack um. Auf dem Weg zum Schloss erzählte Viktoria dem König, dass die Hexen, die ihn auf den Baum geschleudert hatten, sie verzaubert hätten.

Bald darauf feierten sie in dem weißen Schloss drei Tage lang ein großes Hochzeitsfest und alle Leute, die zum Land von König Habakan gehörten, jubelten und feierten mit.
©Monika Rieger
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molly

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König Habakan will heiraten / Kindergarten / ab 4, eher 5

[ 4][ 4]2. Teil von Habakan und der Raubritter

In einem Land, weit hinter den sieben Meeren, lebte König Habakan in seinem weißen Schloss.

In jener Nacht, als er nicht einschlafen konnte, saß er in seinem Bett. Er dachte an die Hochzeit seines Freundes Reto. Nach dem Festessen hatte König Habakan mit der Hexe Zuckermühl getanzt und gestaunt, wie flink ihre Füße hin und her sprangen, wie ein Wirbelwind! Auch war sie so groß und schlank wie der König. Habakan kicherte, als er an den Tanz dachte.

Nun wohnte Reto mit seiner Frau Maude im neuen Haus. Nur er, der König, lebte allein. Aber jetzt wollte er sich eine Frau suchen. König Habakan schlug seine Decke zurück und schwang die Beine aus dem Bett. Er setzte er sich an den Schreibtisch und schrieb einen Brief. Barfuß schlich er in den Keller. Gleich würde Otto, das Schlossgespenst aufwachen.

Um Mitternacht, Schlag zwölf Uhr, öffnete Otto seine Truhe, gähnte einmal und schrie auf, als es den König sah.
„Was willst du denn hier? Musst du mich so erschrecken?“
„Sei still“, befahl Habakan, „ bring diesen Brief zur Hexe Zuckermühl, sie soll mir helfen, eine Prinzessin zu finden.“
Otto nahm wortlos den Brief entgegen und zischte aus dem Fenster. Er flog ein Stück durch den Zauberwald, schwebte über die Hütte des Trolls und landete beim Hexenhaus. Otto schob den Brief unter der Türe durch und flog weiter. Als die Geisterstunde zu Ende ging, schwebte er an König Habakans Zimmer vorbei, sah, dass der schlief und im Traum sogar lächelte.

Am nächsten Nachmittag sauste die Hexe Zuckermühl auf ihrem Besen zu König Habakan.
„Heiraten, so, so“, sagte sie. „Reise ins Land von König Fabolio. Er hat eine hübsche Tochter, Prinzessin Amorose. Nimm deine beiden Soldaten und deinen Diener mit. Für die Prinzessin brauchst du einen Ring. Damit dich der Troll durch den Zauberwald lässt, packe ein großes Glas Honig ein, du weißt, wie gern er den isst. Pass gut auf dich auf. Bestimmt triffst du auch Hexen.“ Sie setzte sich auf den Besen und ritt zurück.

Der König rief seinen Diener herbei und befahl ihm, alles, was er für diese Reise bauchte, einzupacken. Dann beauftragte er einen Soldaten, am nächsten Morgen des Königs Schimmel zu satteln. Der andere Soldat musste im Schloss bleiben und das Tor bewachen. Um Mitternacht verabschiedete er sich von Otto, dem Schlossgespenst.

Ein heller Frühlingstag brach an. König Habakan stieg in aller Frühe auf sein Pferd. Er trug schwarze, blank geputzte Stiefel. Sein hellblaues Hemd leuchtete unter dem dunklen Mantel hervor und seine Hose hatte goldene Streifen auf der Seite. Die Krone auf seinem Haupt strahlte in der Sonne und an seiner Hand glänzte der goldene Königsring.
Der Ring für die Prinzessin schimmerte in weißem Gold und hatte einen dunkelblauen Stein. Sicher verwahrt trug er ihn unter seinem Hemd in einem Brustbeutel. Der Soldat und der Diener ritten neben ihm her. Kaum hatten sie den Zauberwald betreten, sprang der Troll mit der Keule aus dem Busch. Seine Augen glühten rot, ebenso sein kleines Horn mitten auf dem Kopf.

„Halt“, rief er. Der Diener reichte ihm den Honig und er trollte sich wieder in seine Hütte zurück.

Schweigend ritten sie durch den stillen Wald. Hinter dem Zauberwald hausten die Hexen. Vor Hexen fürchtete sich König Habakan nicht, schließlich kannte er die freundliche Hexe Zuckermühl sehr gut.

Sie gelangten zu einer großen Wiese. Plötzlich rauschte es in den Gräsern und eine große Frau mit grünen Haaren, grünem Gesicht und grünen Kleidern trat ihnen entgegen.
Sie hob die Hand und rief: „Stopp!“

„Ich will zur Prinzessin Amorose“, sagte der König.
Sie antwortete: „Ich warne euch vor den Hexen, geht erst über die Wiese, wenn es dunkel ist.“ Schon verschwand sie.
Der König brummte: „Warum solange warten, ich habe es eilig, kommt, wir überqueren die Wiese.“

Sie erreichten die Mitte der Wiese, als der König leise lachte: „Die grüne Wiesenfrau wollte uns nur erschrecken!“
Auf einmal zischte es, die Pferde wieherten laut, warfen die Reiter ab und stoben davon, Soldat und Diener flohen in den Zauberwald zurück. Noch ehe der König etwas sagen konnte, wurde er von kräftigen Händen gepackt und hoch in die Luft geschleudert. Er flog über die Wiese und landete unsanft auf einem Baum. Dabei verlor König Habakan seine Königskrone.

Nun saß er auf einem dicken Ast, hoch über dem Boden und wagte sich nicht zu rühren. Sieben Hexen standen unter dem Baum.
Der König rief: „ holt mich sofort hier runter!“

„Was gibst du uns dafür“, wollte eine wissen.

„Meine Krone, sie liegt irgendwo auf der Wiese.“

„Die haben wir schon. Wir möchten mehr.“

„Wenn ich erst wieder in meinem Schloss bin, werde ich euch reich beschenken!“

„Das ist zu wenig“, riefen sie alle zusammen.

Schweren Herzens streifte Habakan seinen goldenen Königsring vom Finger. „Ich kann euch noch diesen geben."
„Wir nehmen den Ring. Wirf das Schmuckstück runter, aber dalli!“

„Holt mich erst vom Baum“, befahl der König.

„Erst der Ring“, verlangte eine der Hexen.

Er ließ seinen Ring auf den Boden fallen, die Hexen schnappten das Goldstück und brausten davon.

Nie in seinem Leben hatte sich der König so gefürchtet, wie kam er nur vom Baum herunter? Wo war sein Diener, wo der Soldat? Er rief ihren Namen, doch plötzlich stand die große, grüne Frau unter dem Baum.
„Sei still, sonst kommen die Hexen zurück, ich will dir helfen. Du könntest den Baumstamm hinunter rutschen.“

„Das habe ich noch nie getan, ich bin doch ein König!“
„Ich muss etwas holen. Warte und sei still“, sagte sie. Kurz darauf kam sie mit einem grünen Seil zurück. Mit Leichtigkeit kletterte sie den Baum hinauf, und setzte sich neben Habakan. Sie befestigte das Seil am Ast und band dem König das andere Ende des Seils um den Leib. Dann gab sie ihm einen kleinen Schubs, schon hing er zwischen Himmel und Erde und baumelte mit den Beinen. Der König schrie kurz auf, doch die grüne Frau hielt das Seil fest in den Händen und ließ ihn behutsam hinunter gleiten. Als er die Erde berührte, kletterte die Frau mit den grünen Haaren vom Baum.
Sie entfernte das Seil und sagte: „Jetzt pass aber gut auf dich auf, ich kann dir nicht immer helfen!“

Sie erklärte dem König den schnellsten Weg, der zur Prinzessin führte. Habakan bedankte sich, schon rauschten die Gräser und die grüne Frau verschwand. Er ging den Weg entlang, den sie ihm gezeigt hatte und gelangte bald zum Schloss der Prinzessin.
Zwei Soldaten führten ihn in einen Saal. Der König saß auf einem goldenen Sesel. Ein roter Mantel hing um seine Schultern und die Krone hielt er in der Hand. Neben ihm saß die Prinzessin auf einem weißen Sessel. Ihr langes blaues Kleid reichte bis zum Boden. Auf ihren goldfarbenen Haaren prangte ein blauer Stern.

Habakan verbeugte sich tief vor dem König und sagte ihm, dass er die Prinzessin heiraten möchte. Der König erwiderte nur: „Frage sie selbst, ich habe heute Kopfschmerzen.“
Nun kniete sich Habakan vor ihr nieder und sprach: „Wunderschöne Prinzessin Amorose, ich bin König Habakan und besitze ein weißes Schloss. Ich will dich heiraten.“

„Wer wohnt noch in deinem Schloss?“ fragte sie.

„Ein Diener, zwei Soldaten und das Schlossgespenst.“ Die Prinzessin lachte kurz laut auf.
„Steh auf“, befahl sie“, zeige mir deinen Königsring!“
„Den haben mir die Hexen gestohlen“, sagte Habakan. „Aber ich kann mir in meinem Schloss einen neuen Königsring schmieden lassen.“

„Was redest du da! Ohne Königsring bist du kein König. Wache, sperrt ihn ins Gefängnis“, rief sie, erhob sich und rauschte mit zusammengepresstem Mund aus dem Saal. Zwei Wächter packten Habakan und schleppten ihn in ein Verließ.

Nun stand er, von Hexen ausgeraubt, von Prinzessin Amorose eingesperrt, in diesem finsteren Raum. In einer Wand befand sich als Fenster ein Loch mit Gitterstäben. Der König rüttelte daran und schrie um Hilfe.

Von seinem Gitterfenster aus sah er den Tannenwald. Auf einmal wehte ein heftiger Wind. Zweige teilten sich zur Seite und eine große Gestalt trat hervor – die grüne Frau. Auf Zehenspitzen schlich sie zu Habakan.
„Sei still“, flüsterte sie. Ohne Mühe bog sie die Gitterstäbe auseinander, packte den König an den Armen und zog ihn aus dem Fenster. Sie legte den Finger auf den Mund und sagte: „Pst.“ Der König nickte und folgte ihr. Nach einer Weile gelangten sie an eine Wegkreuzung.

Die Frau sagte: „Hier geht es zum Haus der Hexe Zuckermühl, ein Stück weiter beginnt der Pfad in den Zauberwald.“
Der König entschied sich für den ersten Weg. Er bedankte sich für ihre Hilfe und schenkte ihr den Ring, den er noch in seinem Brustbeutel trug. Kaum hatte sie den Ring am Finger, verschwand sie zwischen den Bäumen.

König Habakan eilte den Weg entlang, der Mond leuchtete ihm und um Mitternacht erreichte er das Haus der Hexe Zuckermühl. Er war so müde, setzte sich auf die Bank vor ihrem Haus und schlief ein.

Als er aufwachte, wehte ihm der Duft von frischem Kaffee um die Nase. Erstaunt merkte er, dass er nicht mehr auf der Bank saß, sondern in einem Bett lag. Und davor stand die Hexe Zuckermühl!
„Wie gut geht‘s mir heute“, rief der König aus. Er griff dankbar nach der Hand der Hexe und entdeckte da den Ring, den er der grünen Frau geschenkt hatte. Mit einem Satz sprang er aus dem Bett.
„Du bist die grüne Frau!“
„Ja“, lachte Zuckermühl, „auf dich musste ich einfach aufpassen.“

Der König umarmte sie und wirbelte sie in die Luft.
„Zuckermühl, komm auf mein Schloss“, sagte er.
„Du willst mich heiraten“? fragte sie.
Der König antwortete: „Ja, das will ich. Ohne dich säße ich noch immer auf dem Baum.“

Da gab es einen Donnerschlag. Der Besen, auf dem die Hexe sonst durch die Gegend sauste, lag zerbrochen am Boden.
Zuckermühl umarmte den König. „Du hast mich erlöst.Ich bin keine Hexe mehr, ich heiße Viktoria.“

Sie packte einen Rucksack, während der König seinen Kaffee austrank. Gemeinsam verließen sie das Haus. Viktoria hängte dem König den Rucksack um. Auf dem Weg zum Schloss erzählte Viktoria dem König, dass die Hexen, die ihn auf den Baum geschleudert hatten, sie verzaubert hätten.

Bald darauf feierten sie in dem weißen Schloss drei Tage lang ein großes Hochzeitsfest und alle Leute, die zum Land von König Habakan gehörten, jubelten und feierten mit.
©Monika Rieger
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