krähen im sonnenuntergangswald

4,00 Stern(e) 4 Bewertungen

blackout

Mitglied
Anbas, ich würde dir empfehlen, die erste Strophe völlig zu streichen. Steig ins Gedicht ein mit dem Vater. Dann streich die dritte Strophe und ersetze den letzten Vers der noch verbliebenen Strophe durch einen Gedanken, der Furcht ahnen lässt, aber nicht ausspricht. Vielleicht solltest du die gesamte letzte Strophe sogar neu fassen. Und dann kürze den Titel bis auf "Krähen". Das sind meine Empfehlungen für dieses Gedicht, und ich hoffe, du verstehst, warum ich die Streichungen vorschlage.

blackout
 

Perry

Mitglied
Hallo Andreas,

ich sehe es nicht so krass was Streichungen anbelangt wie blackout, aber etwas Verdichtung, täte dem Text schon gut.
Anfangen würde ich beim Titel, denn einen Wald dem Sonnenuntergang zuzuordnen ist schon etwas eng betrachtet.
Wie wärs mit "Krähen im Sonnenuntergang"
Die 1. Strophe würde ich als Auftaktbild belassen und wie von blackout vorgeschlgen die 4. streichen, stattdessen der 3. Strophe noch eine 4. Zeile spendieren, vielleicht im Sinne von, "und höre nicht auf das Krähengeschwätz."
LG
Manfred
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
Haha. Mir gefallen die Verbesserungsvorschläge, aber auch das Gedicht, so wie es schon ist.

"sonnenuntergangswald" bringt eine ganz neue Perspektive in das Gedicht und diese Kombination allein gefällt mir schon und hat mich überhaupt hierher gelockt!

Ich kann aber auch nachvollziehen wieso blackout und Perry dies und das streichen und ersetzen würden.

Bin schon gespannt ob und wie du das Gedicht verbesserst, anbas :)

LG, Etma
 

revilo

Mitglied
krähen im sonnenuntergangswald

mein vater
schwärmte eben noch
vom zauber des abendrots
und redet nun vom sterben

meine hoffnung suche ich
hinter seinen worten
und in vagen glaubenssätzen

schweigt doch ihr krähen
ich fürchte mich
auch so schon genug


gefiele mir auch besser, oh unergründlicher Meister der ewigen Erkenntnis...........
 

Vera-Lena

Mitglied
Lieber Andreas,

"krächzend umkreist ihr gespenstische silhouetten sterbender bäume"

Für mich sieht es so aus, als ginge es hier um das Waldsterben.

Ich weiß aber nicht, wie man das jetzt deutlicher machen könnte.


Liebe Grüße
Vera-Lena
 

Cellist

Mitglied
Hallo anbas,

und jetzt auch noch ich. ;-)

Ich glaube, hier wirst du die Komms nicht wirklich auf einen Nenner bringen können. Und ich wollte mich eigentlich heraushalten aus dieser expandierenden Diskussion. Aber angeblich (versichert von meiner Mutter und meinem Vater) spielten beim Tod meiner Oma als auch meinem Opa (beide väterlicherseits, gestorben im selben Krankenhaus im Abstand von ca. 5 Jahren) Krähen eine Rolle. Jeweils sollen sich im Moment des Todes Krähen aus einem Baum vor dem Krankenhausfenster in die Luft erhoben haben. ich war nicht dabei und kann es nicht bestätigen. Da aber meine Eltern eher sehr bodenständig sind, habe ich deren Schilderung nie vergessen. Vermutlich würden sie es heute leugnen.

Mein Favorit wäre (beinahe von revilos Version übernommen):

krähen im sonnenuntergangswald

mein vater
schwärmte eben noch
vom zauber des abendrots
und redet nun vom sterben

meine hoffnung suche ich
hinter seinen worten
und in vagen glaubenssätzen

schweigt doch
ihr krähen
 

molly

Mitglied
Lieber Andreas,

in Deinem Gedicht geht es ums Sterben. "Die seelenlosen Bäume" sind schon tot und der Vater spricht vom Sterben.

Für mich passt alles. Ich hätte nur einen Vorschlag:

schweigt doch ihr krähen
ich [strike]fürchte mich[/strike] friere
auch so schon genug.

Liebe Grüße

Monika
 
Hallo Andreas,
von meinem Dachfenster aus kann ich die schwarzen "Totenvögel" oft beobachten. Eigentlich habe diese klugen, äußerst lebendigen und geselligen Tiere ihren Ruf gar nicht verdient. Dennoch kommt in Deinem Gedicht die schleichende Angst vor Tod und Trennung eindrucksvoll "rüber".
Mir gefällt es, zumal das Thema ein schwieriges, zu Überdramatik verführendes ist. Allerdings kann ich dem Kürzungsvorschlag von revilo auch sehr viel abgewinnen...
Gruß
Karl
 

anbas

Mitglied
Hallo in die Runde,

ich danke Euch sehr für die vielen Rückmeldungen.

Da ich seit mehreren Monaten bereits fast täglich 9-10 Stunden arbeite und das Haus, in dem ich wohne, ebenfalls seit Monaten gründlichst saniert wird (ab 7.00 Uhr grüßen Stemmmeißel, Presslufthammer, Bohrer, anderer Baulärm oder alles zusammen) fehlt mir öfters die Energie, um das zu tun, was ich eigentlich tun will - z.B. zeitnah auf Kommentare einzugehen.

Ich hoffe aber, dass ich in den nächsten Tagen dazu komme.


Liebe Grüße

Andreas
 

anbas

Mitglied
Ihr Lieben,

ich danke Euch noch einmal sehr für Eure Rückmeldungen.

Wie Cellist schon geschrieben hat, sind hier die Kommentare schwer auf einen Nenner zu kriegen. Der Vorschlag/Wunsch nach Kürzung/Straffung wird aber schon deutlich. - Doch genau damit tue ich mich schwer. Das liegt vielleicht auch an dem sehr persönlichem Hintergrund dieses Gedichtes, der Erinnerung an die Situation, als ich es schrieb (Die Krähen krächzten in der Ferne ;)).

Möglicherweise denke ich mit einem größeren zeitlichen Abstand anders, doch derzeit möchte ich es nicht kürzen und lasse es bis auf Weiteres so, wie es da steht.

Liebe Grüße

Andreas
 
Hallo Andreas,

ich habe mit meinem Kommentar und Benotung gewartet, bis du zu den anderen Kommentaren Stellung genommen hast.
Jetzt kann ich dir eine „8“ geben, weil du dich nicht auf Änderungen eingelassen hast.
Mir gefällt nämlich das Gedicht so, wie du es geschrieben hast.
Viele Grüße,
Marie-Luise
 
Doch, ich finde auch, dass die erste Strophe gestrichen werden sollte. Sie ist furchtbar pathetisch. Das Bild wirkt aufgesetzt und zerstört Mmn. den schönen Rest.

L.G
Patrick
 

anbas

Mitglied
Hallo Marie-Luise,

hab Dank fürs Rückmelden, Warten und Werten ;). Wie ich schon schrieb - derzeit will ich nichts mehr ändern. Wie es mit ein paar Monaten oder Jahren Abstand aussieht, kann ich natürlich nicht sagen.




Hi Dalia Gray,

auch Dir danke ich für Deine Rückmeldung und die Wertung (ich gehe davon aus, dass die anonyme 9 von Dir ist ;)).
Traurig und düster - ja, so war auch meine Stimmung, als ich das Gedicht schrieb (und trotzdem hatte die ganze Stimmung auch etwas Unreales an sich).




Moin Patrick,

hm, ich empfinde die erste Strophe nicht als pathetisch. Es ist ein Einstieg, in direkter Ansprache und mit der Benennung von Emotionen - so, wie auch das Gedicht dann wieder in gleicher Weise endet. Somit wird das Gedicht in gewisser Weise von der ersten und letzten Strophe umrahmt.

Trotzdem danke ich Dir für Deine Rückmeldung. Sollte ich den Text irgendwann mal gründlich überarbeiten wollen - was bei mir durchaus mal vorkommt - werde ich mich mit Deiner Anmerkung auf jeden Fall noch einmal auseinandersetzen.




Euch allen liebe Grüße

Andreas
 

Oben Unten