Kurzprosa

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Der Engel

Deine Augen sind geschlossen
und mit einem Lächeln auf deinem Gesicht,
träumst du selig.
Ein Windzug streift deine Haut,
es ist der Flügelschlag meiner Schwingen.
Vorsichtig hebe ich dich hoch
und halte dich in meinen Armen.
Der Blick in den Nachthimmel
gibt mit Gewissheit,
dass es Zeit ist zu gehen.
Mit ausgebreiteten Schwingen
mache ich mich auf den Weg.
Vorbei an den Sternen,
die heute Nacht besonders strahlen.
Über dunkle Gebirgszüge,
die aussehen als wären es Riesen
mit weißen Bärten.
Hinein in den stillen moosbedeckten Wald.
Sanft lande ich vor einer Bärenhöhle
und lege dich auf das Nachtlager
neben der noch glühenden Asche.
Vorsichtig berühre ich deine Lippen
mit den meinen und ich koste
einen Augenblick von der Unendlichkeit.
Ich lege mich zu dir
und bedecke dich mit meinen Schwingen,
um dich bis zur ersten Morgenröte warm zu halten.
 

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