Lamda findet einen Kanal

Omar Chajjam

Mitglied
Lamda findet einen Kanal

Der Boulevard führt auf einer von Lehm und Sand bedeckten Ebene durch eine sonnenbeschienene, südliche Landschaft. Die Stadt, aus der Lamda gekommen ist, atmet die Hitze aus und bläst sie die Straße entlang. Lamda spürt, wie sein Schweiß sich mit dem Staub vermischt. Doch er muss zu diesem Turm gehen, den er am Boulevard vor sich sieht. Es ist der neue Wohnturm der Universität, gelb wie die Ebene, aus Lehm gebaut, scheint das Gebäude den blassen, kraftlosen Himmel zu greifen mit unzähligen kleinen Fenstern. Seine äußere Hülle ist amorph wie ein Wespennest und scheint in seinem Innern unzählige Schichten zu besitzen, die, so übereinandergelegt, diese seltsame Gestalt verursacht haben.

Lamda weiß, dass er hinter einem von diesen Fenstern die Frau treffen wird, die er vor einem Jahr kennen gelernt hat. Sie ist eine der Studentinnen der Universität geworden, und darum ist sie dazu verpflichtet, in diesem Haus zu leben. Lamda weiß, dass es unmöglich sein wird, sie ohne fremde Hilfe zu finden. Er hat Angst davor, dass es ihm nicht gelingen könnte, denn ihretwegen ist er den weiten Weg hier an diese Stelle gekommen. Asphalt, struppiges, verwelktes Gras, rostende Straßenlaternen, dann wieder Asphalt, über den Gehweg hin zum Eingang, und weiter?

In seiner Hilflosigkeit fragt Lamda einen der Studenten, die grau, wie ohne Form, an ihm vorüberhasten, wo denn die Frau zu finden sei. Der Student deutet auf eines der kleinen Fensterlöcher: „Du siehst, oben, ein Stockwerk unter dem obersten den Riß, der durchs Gebäude geht. Es ist das Fenster links daneben. Das ist ihr Zimmer.“ Lamda ist überrascht von der genauen Auskunft. Die Studenten hier kennen sich aber gut untereinander. Ehe er aber noch: „Vielen Dank für die Auskunft.“ oder etwas Ähnliches hervorstoßen kann, ist der andere schon blicklos an ihm vorbei, die Straße weiter.

Die Gänge sind eng, voller Menschen, die dunkel, ununterscheidbar sich da schieben, sitzen oder gefallen sind. Lamda nimmt die Schweißgerüche war, den Dunst der Körper, sieht, dass sich der Weg noch endlos dehnen wird. Doch die Erschöpfung der Ebene ist abgefallen von ihm, das Ziel vor Augen, das Zimmer zu kennen, seltsam nur, dass er die Geräusche nicht wahrnimmt.

Als Lamda die Tür des Zimmers aufreißt, blendet ihn das Licht, dass ihn gewalttätig wie ein stürzender Fels anfällt. Die trockene Luft zu fühlen, die in der Höhe strömt, springt er ans Fenster und reißt es auf.

Der Wind umfasst ihn, als er hinunterblickt. Durch die geblendeten Pupillen dringt langsam das Bild eines Kanals, der sich von einem Horizont zum andern spannt. Lamda wusste nichts von der Existenz des Kanals. Niemand hatte es für nötig gefunden, dem Fremden in der Stadt etwas davon zu erzählen. Auf ihm sind Schiffe in allen Formen zu sehen, Ruderboote, Kähne, die den Kanal hinauf- und herunterziehen, unendlich. Und Lamda denkt: „Vielleicht werde ich sie dort finden.“
 

Omar Chajjam

Mitglied
Einen Traum kann man doch gar nicht bewerten. Dieser Traum hat fünf Punkte, er ist leider nur mittelmäßig gewesen. Oder hätte ich schreiben sollen, daß das ein Traum war?
 

George Polly

Mitglied
Sollte man diese Bewertung nicht ganz rausnehmen?
Diejenigen, die einen sinnvollen Beitrag leisten
KÖNNEN, sollten das schriftlich machen, der Rest
soll selbst mal davon träumen, was richtiges hin-
zukriegen
 

Omar Chajjam

Mitglied
Da fällt ja eine ganzer Berufszweig weg, der des Bewerters.

Im Literaturcafe kann man den Unsinn unterdrücken. Na ja, dafür ist die Leselupe schön grün.
 

George Polly

Mitglied
Wenn der Beruf "Bewerter" bedeutet,
anonym auf einen Knopf zu drücken
und zu sagen: 3,528
dann kann das ruhig wegfallen.
Andererseits sind ja hier auch alle
ehrlich.
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
ach so,

das is n traum! hast mich ganz schön verwirrt, mein lieber. ein schöner traum, gelle? aba ich glaube, er bedeutet, daß du noch lange nach der frau suchen mußt, so ein kanal kann eklig lang sein! lg
 

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