„Lass mich gehen.“

Yurii

Mitglied
„Lass mich gehen.“

Lass mich gehen, mein Herr, lass mich gehen,
Bei Sonnenaufgang in jenes Tal, wo der Nebel entsteht,
Lass mich zum Abschied noch einen Schluck frostige Luft einatmen,
An dem gefrorenen Bächlein, ganz bedeckt von einer weißen Decke,
Lass mich gehen, mein Herr, und vergib mir,
Lass mich gehen wie einen Vogel aus dem Käfig in den blauen Himmel,
Halte den ganzen Kummer der Trennung nicht lange zurück,
Löse die Leine unserer starken Freundschaft,
Lass mich nach Herzenslust durch Wald und Feld streifen,
Dem Rascheln des Schilfs lauschen, das leise im Wind flüstert,
Ich gehe, ich spüre schon, dass meine Zeit gekommen ist,
Du weißt doch, unser Hundeleben ist nicht lang.

Seit damals sind schon viele Winter und Sommer vergangen,
Die vertraute Bank, derselbe Park,
Wie früher hüllte der Morgennebel die Wipfel der Kiefern ein,
Nur atmet es sich nicht mehr so leicht, und die Beine tragen mich nicht mehr so gut,
Ich schließe leicht die Augen, und vor mir, wie in einem Traum,
Ziehen die Augenblicke meines Lebens in meiner Erinnerung vorbei,
in denen ich vielleicht etwas falsch gemacht habe,
all das kommt mir vor, als hätte ich es schon einmal gesehen,
und diesen Mann mittleren Alters, mit einem Lächeln im Gesicht,
der mit leisen Schritten gerade auf mich zukommt,
„Nun, sei gegrüßt, mein Herr“, sagt er zu mir,
„Ich weiß, du hast lange auf mich gewartet,
mein lieber Freund, sei nicht traurig,
im Himmel habe ich ein gutes Wort für dich eingelegt.
„Verzeih mir, mein Freund“, antwortete ich ihm,
für meine mangelnde Aufmerksamkeit,
dafür, dass ich dir so wenig Zeit gewidmet habe,
für jene Liebe, die ich nicht in Worte fassen konnte,
und wie hätte ich den Wert einer selbstlosen Freundschaft erkennen sollen,
die jahrelang in unserem Unterbewusstsein lebte.
Leb wohl, mein Freund, wer weiß,
vielleicht rufe ich dich bei einem Wiedersehen im nächsten Leben
mit meinem fröhlichen, klangvollen Bellen.

Gewidmet meinem Freund Jason.

Zweisprachige Fassung
Deutsche Übersetzung mit russischem Originaltext.


«Отпусти.»

Отпусти меня хозяин, отпусти,
С восходом солнца в ту долину, где рождаются туманы,
Дай напоследок воздуха морозного вдохнуть глоток,
На мерзлой речке, всей покрытой белым одеялом,
Отпусти меня хозяин и прости,
Отпусти как птаху с клетки в небо голубое,
Всю печаль разлуки долго не таи,
Поводок ослабь дружбы нашей крепкой,
Нагуляться вдоволь лесом, полем дай,
Слушать шелест камыша, что тихо шепчет с ветром,
Ухожу, уж чувствую пришел мой срок,
Ты ведь знаешь, наш собачий век не долгий.

Прошло уж с той поры немало зим и лет,
Знакомая скамейка, все тот же сквер,
Как прежде утренний туман окутывал макушки сосен,
Вот только грудью дышится не так и ноги так уже не носят,
Слегка закрыв глаза, передо мною, как во сне,
Мгновенья жизни в памяти проходят,
В которых, может, делал, что не так,
Все это будто бы, уже, когда-то видел,
И этого мужчину средних лет, с улыбкой на лице,
Бесшумным шагом, что сейчас ко мне подходит,
Ну здравствуй, хозяин мой, говорит он мне,
Я знаю, ждал меня ты долго,
Мой друг сердечный, не горюй,
На небесах я за тебя словечко молвил.
Прости друг мой, ответил я ему,
За недостаток моего внимания,
За то, что мало времени тебе я уделял,
За ту любовь, что описать не мог словами,
А цену бескорыстной дружбы, как бы я узнал,
Которая жила годами в нашем подсознании.
Прощай друг мой, кто знает,
При встрече в другой жизни,
Окликну может я тебя, своим веселым, звонким лаем.

Посвящается моему другу Джейсону.
 



 
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