Leg deine Flügel in den Staub

4,00 Stern(e) 1 Stimme

Max Neumann

Mitglied
Komm zu mir
Leg dich hin
Schlaf mit mir
Bleib da

Oder geh—aber füll deine
Augen mit Flügeln
Damit du wiederkommst

Ob wir uns fremd bleiben werden?

Hier ist soviel Staub
Staub der uns bedeckt
Staub der aus der Fremde kam

Sieh!
Der Staub wird weniger
Durch die Scheibe dringt Licht
Der Staub schmilzt dahin

Bleib bei mir
Schlafen wir zusammen
Um danach einzuschlafen

Leg deine Flügel in den Staub
 
Zuletzt bearbeitet:

petrasmiles

Mitglied
Lieber Max,

ich mag diese Zeilen, da ist wieder so eine eigene Stärke der Empfindung.
Mir persönlich erscheint nur der letzte Vers ein wenig einengend. Als würde die freie Wahl des Du eingeschränkt, wieder fortfliegen zu dürfen - wenn auch, um wieder zu kommen - wenn die Flügel im Morgengrauen verschwunden sein werden. Ich sehe schon, dass es auch ein Akt der Befreiung sein kann vom Staub und das Fortfliegen nur eine Flucht wäre, aber bei mir wurde die andere Lesart getriggert.

Liebe Grüße
Petra
 

Max Neumann

Mitglied
Hallo Petra, ich habe erst mal emotional reagiert auf deine Rückmeldung und im Grunde deshalb, weil da eben die Ansichten meiner Meinung nach polarisieren.

Das heißt, "Leg deine Flügel in den Staub" ist eine Metapher für bleib bei mir, werde sesshaft mit mir.

Es endet so, dass das angesprochene Du tatsächlich keine Möglichkeit mehr hat, sich selber frei zu entscheiden, denn die Flügel werden verschwunden sein. Das ist ein abgeschlossener Vorgang.

Liebe ist nicht besitzergreifend, deswegen bin ich dankbar für deinen Anstupser und lösche nun die letzten zwei Zeilen.

Das tue ich äußerst selten, aber in diesem Falle halte ich es für sehr angebracht.

Liebe Grüße
Max
 



 
Oben Unten