licht, nicht liederlos

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Tula

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Hallo Patrick

Stecken die Pfeile nicht im Köcher? Bei Speicher kommen mir Getreide u.ä. und der PC in den Sinn.

LG
Tula
 
Speicher, Kammer, Kellerloch.

Das werfen bezieht sich auf das LyrI. nicht auf den Pfeil.

Ein abgenutztes Bild eigentlich. Der Dichter in seiner Kammer.

L.G
Patrick
 

Tula

Mitglied
Hallo Patrick

Nochmals ein paar Gedanken zum Gedicht. Auf mich wirkt es sprachlich interessant, inhaltlich vielleicht etwas widersprüchlich.

Das 'bis' am Anfang deutet auf einen laufenden Zustand hin, der, wie der Leser erfährt, mit einem Wurf von Wortpfeilen (lyri schreibt ein Gedicht) endet. Die Poesie/Literatur als Flucht aus der Realität der Einsamkeit, oder eben zu ihrer Bewältigung.

Der Wurf von Pfeilen deutet auch auf Hilflosigkeit hin; immerhin wird ein nur geworfener Pfeil wenig Wirkung (fehlende Geschwindigkeit) erzielen.

Der Speicher ist wie schon gesagt nicht so sehr überzeugend, schon weil man dort normalerweise etwas für den späteren Verbrauch speichert. Die Kammer wäre in der Tat abgegriffen, da stimme ich zu.

Lichtfurche ist wunderbar! Hoffnung des Lichts und die Furche hat etwas Dauerhaftes, auch "Aufreißendes' an sich.

Das Auge ohne 'e'. Hmmm ... zurück in sprachliche Vergangenheit. Oder Aug um Auge, eine Art Abrechnung (der Inhalt des Gedichts, mit der Gegenwart?)

Die Hündin mit hundert Zungen wirkt auf mich ziemlich negativ, ich denke an ein Lästermaul, was der benannten Abrechnung entgegenkommt. Doch war es so gemeint?

Soweit meine Eindrücke. Jedenfalls gern gelesen.

LG
Tula
 

Der Andere

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"speichern der einsamkeit" wäre auch als "köcher der einsamkeit" schräg. finde die ersten 3 verse schwach. wortpfeile erinnern mich an metapherntheorien.

ich würde daher vorschlagen, nur den zweiten teil zu behalten, vielleicht so:

die lichtfurche.
die hundertzüngige hündin.
gedicht.
 
Hallo Tula.
Ich habe das Gedicht einmal als eine Art Motto für einen Sammelband geschrieben, es ist schon ein wenig älter, ich hatte mich nur nicht getraut es zu veröffentlichen, weil ich es, bis auf die letzte Zeile für zu schlecht hielt. In der ersten Version steht nach Speicher der Einsamkeit,noch ein "was bleibt?" und die hundertzüngige Hündin Gedicht, war für mich das Bild, das es mir ganz unmöglich ist, in einem Gedicht frei heraus zu sagen, was mich bedrückt. Es spricht immer hundert Sprachen, bloß die, die es soll, nicht.
Dankeschön!
L.G
Patrick

Hi der Andere
Dann bliebe im Grunde kein Gedicht mehr übrig.
Du hast recht, aber es soll schon so bleiben. Vielleicht greife ich die von dir genannten Bilder nochmals in einem ganz neuem Text auf.
Danke dir, für die Rückmeldung.

L.G
Patrick
 

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