Mal. Akt. - Sonett -

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Walther

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Mal. Akt.

Dies trefflich Bild hat er genau getroffen.
Es ist wie abgemalt – nur sehr viel besser.
Es ist so brechtisch wie der Meckie Messer.
Nur leicht benebelt, denn er war besoffen.

Die Heldin, kinngereckt, konnte noch hoffen.
Ihr Lächeln war um Hitzegrade kesser.
Der Held war dieser coole Landvermesser,
Die Maße hat er, da Berliner, abjeloffen,

Und sich verausgabt an den weichen Hügeln;
In Täler tauchte er bis fast zur Neige.
Er konnte sich kaum halten oder zügeln,

War Bogen auf der vielgespielten Geige.
Gesehenes bewaffnete mit Flügeln:
Man sieht es an Details der zarten Feige.
 

L'étranger

Mitglied
Hallo Walther,

ich finde, es amüsiert gut.

Dass du im vorletzten Vers das Wort "bewaffnete" im Zusammenhang mit den Flügeln wählst, empfinde ich als leicht verwegen. Mir fielen aber schon Alternativen ein. Also gehe ich davon aus, der Stutzer ist geplant ;-).

Gruß Lé.
 

AbrakadabrA

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Brecht war bekennender Alkoholiker, lieber Walther. Von daher, da er aus Augsburg kam, in der achten Zeile besser:

Die Masse hat er, da aus Bayern, abgesoffen.
 

Mimi

Mitglied
Wieder ein sehr schönes Sonett von Dir, lieber Walther.
Besonders die beiden ersten Strophen gefallen mir ausgesprochen gut...
beim "laut Lesen" klingt das richtig flott.

Gruß
Mimi

@AbrakadabrA
Soweit ich im Bilde bin, war Brecht kein Trinker. Er pflegte nur dieses Image, schließlich muss doch jeder Dichter/Autor irgendein Laster haben ... versteht sich von selbst.
 

AbrakadabrA

Mitglied
Brecht war schwerer Trinker, wie nahezu alle Dichter. Es gab wenige Ausnahmen, die durch Zuckerkrankheit keinen Alkohol vertrugen, wie Schiller, Trakl und Grass.

Goethe sagte, er fühle sich nach zwei Flaschen Wein wie Gott, unbesiegbar und frei.
 

Walther

Mitglied
Brecht war bekennender Alkoholiker, lieber Walther. Von daher, da er aus Augsburg kam, in der achten Zeile besser:

Die Masse hat er, da aus Bayern, abgesoffen.
dass der geist as der flasche helfen könnte, dachten nicht wenige. manchen half er, wenigstens anfangs. später dann auch dort nicht mehr,
lb Aron,
Brecht hingegen war ein bekennender lebemann und bourgeois. den kommunismus sollte es für andere geben. er fuhr weiter in der luxuslimousine durch die ehemalige DDR. zigarren, gutes essen, schöne frauen, booze. das passte.
lg W.
Wieder ein sehr schönes Sonett von Dir, lieber Walther.
Besonders die beiden ersten Strophen gefallen mir ausgesprochen gut...
beim "laut Lesen" klingt das richtig flott.

Gruß
Mimi

@AbrakadabrA
Soweit ich im Bilde bin, war Brecht kein Trinker. Er pflegte nur dieses Image, schließlich muss doch jeder Dichter/Autor irgendein Laster haben ... versteht sich von selbst.
Hi mimi,
flott sollte es klingen, danke daher. sonette müssen so sein. sonst sind sie tönern und nicht tönend.
lg W.
Brecht war schwerer Trinker, wie nahezu alle Dichter. Es gab wenige Ausnahmen, die durch Zuckerkrankheit keinen Alkohol vertrugen, wie Schiller, Trakl und Grass.

Goethe sagte, er fühle sich nach zwei Flaschen Wein wie Gott, unbesiegbar und frei.
Lb Aron,
das mag schon sein. bei mir geht das mit dem schreiben besser ohne. ich brauch booze schon lange nicht mehr, um geistreich zu sein.
lb W.

der dichter dankt @Tula, @Mimi und @L'étranger für die freundlichen empfehlungen.
 


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