Malen

lowreference

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Tausend kleine Nadelstiche
quälen mich im Innren,
als würde ich die Pinselstriche
gleich aufs Herz mir pinseln.

Ist dieses Leiden,
frage ich,
nicht Widerspruch in sich?

Ich male doch,
so dachte ich,
das Leiden zu vergessen.

Ich schaffe doch,
so glaubte ich,
die Welt mir zu verbessern?

Trotz allem Zweifeln,
Widerstreben,
Schmerzen, die in mir erbeben,
male ich
mit müder Hand,
kämpfe ich
und halte Stand,
pinsele ich,
Strich für Strich,
im Schweiße meines Angesichts.

Mein Atem pocht,
das Herz geht schwer,
was war?
Es dreht sich um mich her.
Ein Loch,
in das mein Eifer mich
gestoßen hat,
ein großes Nichts.

Meine Augen suchen Halt,
fürchten sich vor neuem Schwarz.
Sie finden ihn,
ich fass' es nicht,
in dem, was ich im Rausch gemalt.

Ein neues Bild,
es glänzt noch sehr,
das Leben, dieses kalte Meer,
mit hohen Wellen, grellen Blitzen,
ich vermocht' ins Blatt zu ritzen.

Kein Leiden mehr!

Der allerletzte Nadelstich,
er ist nun fort,
und schlummert dort,
auf dem Papier.
Es dämmert mir:
Verkehrt herum war meine Sicht.

Ich habe nicht, wie ich erst dacht',
mein Innres unter Schmerz bestrichen.
Vielmehr hat mir des Künstlers' Kraft
die alten Krusten aufgewichen,
es gewagt, sie neu zu mischen,
ich hielt sie für längst verblichen!
Hat die Wege freigemacht,
die Farbe zu Papier gebracht.
 

Shallow

Mitglied
Hallo @lowreference,

die kleinen Nadelstiche, die sich auf Pinselstriche reimen und sich aufs Herz gar pinseln, haben mich, sieh es mir nach, nicht abgeholt. Auf mich wirkt es etwas manieriert (wie ich erst dacht´, des Künstlers Kraft). Nun würde ich mich wirklich nicht als Lyrik-Experten bezeichnen. Es geht schwer .../es dreht sich um mich her. Irgendwie fehlt mir Vision/Doppelboden/Sprachduktus, gut möglich, dass es nur mir so geht, aber dies mein Leseindruck.

Schönen Gruß
Shallow
 



 
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