Lieber Önder,
je öfter ich durch dein Gedicht wandere, um so mehr Gewänder trägt es. Nicht aus meiner Feststellung heraus ist es ein großartiges Gedicht – das ist es in sich selbst.
Mag ich über die Lichter und da ist es wieder dieses „Ich in mir“, über die Lichter stolpern. Hier herrscht beides: Licht und Dunkelheit.
nicht, dass kein Funke mehr da ist,
sondern dass wir vergessen,
wo in uns
das Licht noch brennt.
Es ist nur eine Momentaufnahme mit langer Belichtung (meinerseits).
Was passiert mit dem Funken in der Hand, was passiert mit dem Augenblick des Vergessens, was passiert mit dem Zeitpunkt, in dem wir das Licht löschen, in dem wir gehen? Hinter was passiert ein Komma, das da nicht zwangsläufig Bestand hat, vielleicht ist es kein Komma, sondern Fragezeichen?
Ich bewahre und alles danach ist dieses, dieses eine Meer. Nicht weil es konservierbar wäre, haltbar, ein „ich bewahre“ sagt vielmehr: Es ist eine verdunkelte Sonne und eine helle.
Sie spricht sich aus, hell zu bleiben in all der Finsternis und bleibt dabei manches Licht.
Dabei lausche ich manchen Lichtern, gerade jetzt. Frage mich, ausgelöst durch dein Gedicht: Dafür sind sie nicht, weder Licht noch Dunkel da, um uns zu weisen. Nur wir selbst sind da. Sehen uns in Sonnen wieder und.
Jetzt bin ich weitgewandert, nicht weit genug, lieber Önder, aber ein bisschen.
In dein Gedicht.
Danke, dass du es geschrieben hast.
Liebe Grüße,
Anita.