MEIN SCHATTEN

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Manfred Ach

Mitglied
Mein Schatten. Mein Schatten, nahe bei mir. Ich bin alllein mit meiner Geschichte. Ich werde sie niemandem mehr erzählen, keinem mehr. Aber ich werde nicht aufhören, sie mir zu erzählen. Ich werde mir geduldig zuhören, werde viel in mich hineinhorchen, bis zum Ende, das irgendwann gütig genug sein wird, meine Geschichte zu beschließen, damit ich Ruhe finde vor meinem Schatten und Schatten werde wie er.

Vielleicht ist es einmal Zeit für ein Ende, für den Anfang einer neuen Geschichte, die ich noch leben werde, vielleicht, man muss warten können, einmal, wenn der Tag kommt, wenn die Nacht kommt, an dem ich verdurste, in der ich ertrinke, einmal, wenn die Betäubung ein Ende hat und meine Sinne sich dort in der Ferne versammeln zum Flug übers Meer, wenn meine Augen genug gerötet sein werden vom Salz und sich in der Ferne schließen für stillere Fernen, dann vielleicht, vielleicht dann.
 
W

willow

Gast
Hallo,

Kann ich gut verstehen und auch sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte sich selbst erzählen ist ein Fortschritt, denn wenn man in Angst wie gebannt auf den Schatten starrt, sieht man die eigene Geschichte nicht mehr. Der zweite Teil wird mehr bildlich, während der erste noch keinen Raum dafür lässt. Der verschachtelte Satz verfehlt die Wirkung nicht, das Chaos, das Durcheinander der Gedanken.

Einen lieben Gruß,

willow
 

Manfred Ach

Mitglied
Danke, willow!

Du bist sehr sensibel. Sowas trifft man selten. Kompliment auch für das charakteristische Motto der Freifrau unter deinem Kommentar. Danke!
Manfred
 

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