Meine Nacht im Orient-Express

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Nacht im geschliffenen Glas.
An meinen Lippen
das helle Flirren des Champagners.

Samt verschluckt die Stunden.
Im Mahagoni schimmert
ein letzter Rest von Kerzenlicht.

Eau de Cologne Impériale
verwebt die fremden Sprachen
mit dem Duft eines grazilen Handgelenks.

Man beherrscht noch die leise Geste:
den Handschuh,
Finger für Finger abgestreift,
das Warten
am Ende eines Satzes.

Selbst das Begehren wartet,
bis der andere aufblickt.

Zigarrenrauch streift mich,
der warme Atem einer Küche,
in der Butter
noch keine Rechtfertigung braucht.

Auf silbernen Löffeln
schmilzt das Salz ferner Meere.

Von der Eleganz dieser Nacht
wird daheim
nur ein fremder Duft bleiben,
verborgen
im Futter meines Mantels.

Für den Handschuh
sind unsere Hände
zu unruhig geworden.

Ich sinke in kühles Leinen.
Die Nacht legt ihre dunkle Wange
an meine.

Der Zug trägt mich weiter.

Niemand muss erfahren,
wie weich ich schlafe.
 

wiesner

Mitglied
Man achte auf die zwölf! Strophen ... (Herr Kules Porritsch hätte det ooch jesehn, höre ich Helga Hahnemann sagen).

Gelungen!

Gruß
Béla
 
Guten Morgen, Béla. Große Klasse, dass du dieses kleine, beabsichtigte Detail sofort gesehen hast!
Danke für dein Lob!
Dir und den Deinen einen schönen Sonntag!!!
Chandrika
 



 
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