Messer. Fischer. Fisch. Und Wogen. - Sonett

5,00 Stern(e) 2 Bewertungen

Walther

Mitglied
Messer. Fischer. Fisch. Und Wogen.

Das Messer wetzte einst ein Fischer, aus-
Zunehmen war in seinem Sinn, sogar
Die Gräten. Nicht alles nehme man für bar,
Nicht nur die Münze, auch den Schein. Ein Graus

Ist’s, Fischen, lebend noch, den Kopf zu kürzen.
Der letzte Flossenschlag, das wird schnell klar,
So, dass selbst Wasser trüb und sonderbar
Erschiene, wenn: man soll sich schützend schürzen,

Das Träufelns wegen und des Spritzens. Denn,
Das weiß ein Fischer, so ein Fisch, der blutet,
Er springt auch gern zurück, besonders wenn

Man lässt, weil los: so wird ihm zugemutet,
Das Stückchen Hoffnung, in des großen Blaus
Verräterischem: Wer weiß schon Genau’s.
 
Zuletzt bearbeitet:

Antagonist

Mitglied
Im letzten Absatz dachte ich zuerst: Das ist ja gar kein Deutsch!

Doch kurz darauf wurde mir die Raffinesse des Sonnets klar.

Das Zerfleddern des Fisches als Sinnbild des Lebens.
 



 
Oben Unten